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Die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation

Häfensenator Perschau: „Solides Wachstum in den Häfen“

08.12.2003

Hafengruppe Bremen/Bremerhaven steigert Umschlag 2003 auf knapp
49 Millionen Tonnen – Plus bei Containern erreicht sieben Prozent

In den Häfen von Bremen und Bremerhaven werden in diesem Jahr Seegüter in einer Größenordnung von etwa 48,7 Millionen Tonnen umgeschlagen. Mit dieser Schätzung auf der Basis der ersten zehn Monate hat Wirtschafts- und Hafensenator Hartmut Perschau am Montag (8.12.2003) eine positive Bilanz für 2003 gezogen. Perschau: „Im Hafen setzt sich das solide Wachstum fort.“ Gegenüber dem Rekordergebnis von 2002 wird die Hafengruppe Bremen / Bremerhaven beim Gesamtumschlag ein Plus von etwa 4,5 Prozent verbuchen.


Senator Hartmut Perschau sprach von „einem erfreulichen Ergebnis, das vor allem auf erneute deutliche Steigerungen beim Containerumschlag zurückzuführen ist“. Das Gesamtgewicht der über Bremerhaven im- und exportierten Boxen stieg 2003 von 30,0 auf geschätzte 31,7 Millionen Tonnen. Beim konventionellen Stückgut – darunter Automobile, Röhren, Hölzer, Maschinen und Maschinenteile – konnte die Hafengruppe ihre Position als Marktführerin in Deutschland behaupten: Die Umschlagmenge erhöhte sich von 6,6 auf 6,7 Millionen Tonnen. Beim Massengut (2003: 10,3 Millionen Tonnen) lag das Plus bei rund 0,3 Millionen Tonnen.


Ein großer Teil des Zuwachses in den Häfen konzentrierte sich 2003 erneut auf den Standort Bremerhaven mit seinen Anlagen für den Umschlag von Containern, Automobilen und Früchten. An der Wesermündung gab es beim Gesamtumschlag eine Zunahme auf insgesamt 35,0 (2002: 33,3) Millionen Tonnen (plus 5,1 Prozent). Der von Massengut und konventionellem Stückgut geprägte Umschlag in Bremen-Stadt erreichte 13,7 Millionen Tonnen – 0,4 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr (plus 3,0 Prozent).


Neues Spitzenergebnis beim Containerumschlag


Der Containerumschlag im Land Bremen konzentriert sich zu etwa 99 Prozent auf Bremerhaven. Auf Basis der Zwanzig-Fuß-Einheiten (TEU) wird an der Weser in diesem Jahr mit einem Plus von etwa 7 Prozent gerechnet. Damit werden am Standort 2003 rund 3,2 Millionen TEU umgeschlagen (2002: 3,0 Millionen TEU).


Häfensenator Perschau: „In den vergangenen sechs Jahren hat sich der Umschlag am Bremerhavener Containerterminal ´Wilhelm Kaisen` damit um fast 80 Prozent oder 1,4 Millionen TEU erhöht. Die Seestadt konnte ihre Position unter den 20 größten Containerhäfen der Welt 2003 behaupten.“ 2002 hatte Bremerhaven im weltweiten Vergleich Rang 16 erreicht. Damit lag man in Europa hinter Rotterdam, Hamburg und Antwerpen vor Gioia Tauro auf dem vierten Rang.


Senator Perschau zeigte sich davon überzeugt, dass der Containerumschlag auch künftig wichtigster Träger des Wachstums in der Hafengruppe Bremen/Bremerhaven sein werde. Der für Frühjahr 2004 geplante Bau von Containerterminal IV sei ein unverzichtbares Signal an Reeder und Verlader, sagte der Senator. Mit der Verlängerung der Bremerhavener Stromkaje um weitere 1681 Meter werde der Standort den Containerumschlag im nächsten Jahrzehnt auf sechs Millionen TEU steigern. Die beiden ersten Liegeplätze sollen im Jahre 2006 zur Verfügung stehen, die beiden anderen 2007/2008.


Um dem wachsenden Bedarf des Marktes zu begegnen, war die Stromkaje in den vergangenen Jahren um 340 auf insgesamt 3237 Meter Länge gestreckt worden. Der zehnte Liegeplatz – Projekt Containerterminal IIIa – wurde dem Hafenbetreiber North Sea Terminal Bremerhaven (NTB) am 7. November 2003 übergeben.


Häfensenator Perschau verwies darauf, „dass zunehmende Containerverkehre und steigende durchschnittliche Schiffsgrößen zu einer wachsenden Zahl so genannter Postpanamax-Schiffe mit bis zu 14,50 Meter Konstruktionstiefgang führt“. Diese Schiffsriesen können die Bremerhavener Containerkaje voll abgeladen nicht tideunabhängig erreichen oder verlassen. Im ersten Halbjahr 2003 liefen bereits 103 Containerschiffe mit mehr als 6000 TEU Ladekapazität Bremerhaven an. Das waren 33 Einheiten bzw. 47 Prozent mehr als im Vorjahr.


Vor diesem Hintergrund, so Senator Hartmut Perschau, bemühe sich Bremen beim Bund nach Kräften um eine weitere Vertiefung der Außenweser-Fahrrinne. Die tideunabhängige Erreichbarkeit des Containerterminals Bremerhaven, derzeit bei Tiefgängen von maximal 12,80 Meter möglich, soll durch eine Vertiefung von rund einem Meter verbessert werden.


Containerfahrtgebiete: Nordamerika weiterhin vorn


Im Containerverkehr haben die nordamerikanischen Fahrtgebiete ihre überragende Bedeutung für den Umschlag in Bremerhaven 2003 behalten. Hier ist mit einer Steigerung auf etwa 950.000 TEU zu rechnen. Wegen des China-Booms gibt es deutliche Steigerungen im Containerverkehr mit Fernost. In diesen Fahrtgebieten sind 2003 mehr als 600.000 TEU zu erwarten (2002: etwa 572.000 TEU). Der Feederverkehr mit russischen und baltischen Ostseehäfen nimmt weiterhin überproportional zu.


Konventioneller Stückgutumschlag legt weiter zu


Der Umschlag nicht-containerisierter Stückgüter erhöhte sich in Bremen und Bremerhaven 2003 laut Schätzung um etwa 0,1 Millionen Tonnen auf rund 6,7 Millionen Tonnen. Er lag damit weiterhin deutlich über den Ergebnissen aller anderen deutschen Nordseehäfen. 3,6 Millionen Tonnen entfielen auf Bremen-Stadt, 3,1 Millionen Tonnen auf Bremerhaven.


Der Zuwachs in diesem Bereich des Hafengeschäfts ist weitgehend dem Plus beim Eisenumschlag in Bremen-Stadt zu verdanken. Hier gab es eine Zunahme von etwa 20 Prozent auf etwa 2,2 Millionen Tonnen. Die Holzexporte ab Bremen-Stadt konnten das Vorjahresergebnis von 0,4 Millionen Tonnen nicht halten, liegen aber um rund 50 Prozent über dem Ergebnis von 2001. Bei den übrigen Waldprodukten gab es Zuwächse bei Zellulose und Einbußen bei Papier.


Autoumschlag: Rückgang nach Jahren des Wachstums


Der Automobilumschlag in Bremerhaven war in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – von etwa 760.000 (1992) auf etwa 1,4 Millionen Fahrzeuge (2002). Dies entsprach einem Plus von mehr als 80 Prozent. Für 2003 erwarten die Statistiker des Senators für Wirtschaft und Häfen zum ersten Mal seit vielen Jahren einen Rückgang um etwa 5 Prozent auf rund 1,3 Millionen Einheiten.


Um die Leistungsfähigkeit der Bremischen Häfen weiter zu erhöhen, haben der Senat und die Wirtschaftsförderungsausschüsse im Mai die Umgestaltung des Osthafens beschlossen. Dort sollen bis Ende 2006 ein neuer Liegeplatz für Überseeschiffe und drei weitere für Feeder- oder Zubringerschiffe entstehen. Die Erreichbarkeit der Auto-Terminals soll durch den Neubau der Kaiserschleuse verbessert werden. Hierfür bewilligten der Senat und die Wirtschaftsförderungsausschüsse weitere Planungsmittel.


Mit rund 0,4 Millionen Tonnen konnte der auf Bremerhaven konzentrierte Fruchtumschlag (Bananen und Zitrusfrüchte) das Vorjahresergebnis nicht erreichen.


Zuwächse bei Mineralölprodukten


Beim Massengut stieg das Vorjahresergebnis von 10,0 auf 10,3 Millionen Tonnen. Davon entfielen 9,9 Millionen Tonnen auf Bremen-Stadt. Damit wurden in Bremen-Stadt 2003 rund 96 Prozent des bremischen Massengutumschlags abgewickelt.


Bei der mengenmäßig wichtigsten Güterart Eisenerze wurden wie im Vorjahr etwa 4,5 Millionen Tonnen erreicht. Im Jahre 2000 waren noch 5,0 Millionen Tonnen umgeschlagen worden. Auch der Empfang von Koks und Steinkohle liegt etwa auf Vorjahresniveau (rund 1,5 Millionen Tonnen).


Die Zuwächse beim Massengut insgesamt sind weitgehend auf Steigerungen bei flüssigem Massengut zurückzuführen. Bei den Mineralölprodukten ist 2003 laut Schätzung mit einem Anstieg von über 25 Prozent von 1,5 auf etwa 2,0 Millionen Tonnen zu rechnen.


Mehr Schiffe und Passagiere am neuen Kreuzfahrt-Terminal


Am neuen Bremerhavener Kreuzfahrt-Terminal erhöht sich die Zahl der Abfahrten 2003 voraussichtlich um 8 auf 64. Bei den Fahrgastzahlen gab es bis Ende November bereits eine Steigerung von etwa 24 Prozent auf 61.000 Passagiere. Weitere 2000 Passagiere werden im Dezember 2003 erwartet. Häfensenator Hartmut Perschau: „Hier zahlt sich aus, dass Bremen den Columbusbahnhof für 21,5 Millionen Euro saniert und modernisiert hat. Europas modernste Anlage dieser Art hat beste Aussichten, die Zahl der Abfahrten und Passagiere in den kommenden Jahren deutlich zu steigern.“


Auch beim Ausflugsverkehr nach Helgoland stiegen die Fahrgastzahlen, und zwar um etwa 7 Prozent auf etwa 100.000 Reisende.