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Internetnutzung von Frauen: Bremen auf dem ersten Platz

08.07.2010

74,2 Prozent der Frauen im Lande Bremen nutzen das Internet – mehr als in allen anderen Bundesländern. Dies ergibt die jährlich vorgestellte Studie (N)Onliner-Atlas der Initiative D21. „Internetnutzung ist der Schlüssel zur Teilhabe an unserer digitalen Gesellschaft. Umso mehr freue ich mich, dass die Bremer Frauen sich von einem der letzten Plätze vor 8 Jahren auf den ersten Platz verbessert haben, “ erklärt Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe anlässlich der heute in Berlin vorgestellten Studie. „Trotzdem gibt es Zielgruppen, bei denen der Anteil der Nutzerinnen noch sehr niedrig ist: Ältere Frauen, Frauen ohne Berufsabschluss und nicht berufstätige Frauen“. Für diese Zielgruppen müssten verstärkt passgenaue Angebote entwickelt werden, durch die sie Medienkompetenz entwickeln könnten, so Hauffe.

Die Bremische Gleichstellungsstelle hat in den letzten Jahren unterschiedliche Maßnahmen initiiert, um Frauen und Mädchen beim Erwerb von Medienkompetenz im Bereich der Digitalen Medien zu unterstützen.

Das Internet-Magazin www.frauenseiten.bremen.de (ehemals gesche.online), das als Projekt der Gleichstellungsstelle startete und mittlerweile vom Stadtportal bremen.de betrieben wird, ist seit 2003 virtueller und realer regionaler Informations-, Kommunikations- und Lernort in den Räumen der Gleichstellungsstelle. Frauenseiten.bremen bietet den beteiligten Redakteurinnen die Möglichkeit, miteinander zu lernen, wie sie das Internet für ihre Zwecke gestalten und nutzen können. Die Freiwilligenredaktion fördert den Einstieg ins Internet. Die beteiligten Frauen verfassen Artikel, stellen Frauen, Einrichtungen, Initiativen oder Unternehmen vor, kündigen Veranstaltungen an und bearbeiten die dazu gehörenden Bilder. Dabei werden sie von Internet-Profis unterstützt und erwerben so Kompetenzen im Umgang mit den neuen Medien. Inputs gibt es z.B. zu online-gerechter Textgestaltung, aber auch zu Technikthemen wie Umgang mit dem Content Management System, Gebrauch der Digitalkamera und Bildbearbeitung, Scannen, das Einbinden von Video- und Audiodateien, Datensicherheit im Internet, Urheberrecht, Möglichkeiten der Online-Recherche und die konkrete Beantwortung von Fragen rund ums Netz.

„Mädchen machen Multimedia“ hieß ein Pilotprojekt der Gleichstellungsstelle im letzten Jahr, das Mädchen in ihrer Medienkompetenz stärkte und ihnen Berufsfelder der IT-Branche näher brachte. 16 Mädchen der 7. und 8. Klasse der Gesamtschule Mitte besuchten ein Jahr lang einmal wöchentlich die Redaktion der frauenseiten.bremen in der Gleichstellungsstelle. Die Mädchen lernten den Alltag einer Online-Redaktion, den Umgang mit einem Content Management System sowie unterschiedliche Berufsfelder im Bereich Online-Produktion kennen.

Derzeit arbeitet die Gleichstellungsstelle im Rahmen der Initiative „Internet erfahren – gemeinsam durchs Netz“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zusammen mit der Stiftung Digitale Chancen an einem Pilotprojekt, mit dem niedrig qualifizierte Frauen erreicht werden sollen.

Die Studie (N)Onliner Atlas wird seit zehn Jahren von TNS Emnid / TNS Infratest im Auftrag der Initiative D21 erhoben. Dabei werden die über 30.000 Interviewten nach Kriterien wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand oder Beschäftigung befragt, woraus sich unter anderem detaillierte Rückschlüsse auf die Internetnutzung in den einzelnen Bundesländern und Regierungsbezirken ziehen lassen. Damit bietet die Studie einen ausführlichen Blick auf die momentanen Rahmenbedingungen für die digitale Gesellschaft in Deutschland.

Die vollständige Studie ist hier abrufbar:
www.initiatived21.de/wp-content/uploads/2010/06/NONLINER2010.pdf