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Der Senator für Kultur

„Vom Kommen und Bleiben – EinWanderHaus Bremen“ ist eröffnet

Bürgermeister Böhrnsen gibt Startschuss für stadtweites Kulturprojekt

26.05.2010

Das stadtweite Kulturprojekt „Vom Kommen und Bleiben – EinWanderHaus Bremen“ wird in den nächsten fünf Monaten weit über 2.000 Bremer Schülerinnen und Schüler zu einer kreativen Auseinandersetzung mit Migration und Integration anregen und durch eine Reihe von Ausstellungen, Inszenierungen und Präsentationen die ganze Stadt mit einbeziehen.

Den Startschuss gab heute der Schirmherr des Projekts, Bürgermeister Jens Böhrnsen, der in seinem Grußwort die Bedeutung der kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund für den Prozess der Integration unterstrich.

„Ich begrüße den Ansatz von Quartier sehr, sich mit Integration und Migration zu beschäftigen, denn kaum ein anderes Thema ist in unserer heutigen Zeit so wichtig. Integration ist für das gesellschaftliche Miteinander, für das friedliche Zusammenleben ein entscheidender Faktor. Rund ein Drittel der Menschen in unserer Stadt haben einen Migrationshintergrund. Für mich ist es entscheidend, dass alle Menschen in Bremen nicht nur eine Bleibe, sondern ein Zuhause finden – das hat für uns als weltoffene Hansestadt Tradition“, betonte Bürgermeister Böhrnsen.

Die Idee zu dem Projekt hatte Marcel Pouplier, Geschäftsführer von Quartier gGmbH. Zuwanderung hat in Bremen eine lange Tradition und bestimmt ganz wesentlich die Innovationskraft der Stadt mit. Spricht man heute von „Migrationshintergrund“, assoziieren wir meist Probleme. Diesen gedanklichen Automatismus will das Projekt aber ausdrücklich überwinden. Marcel Pouplier: „Uns interessiert die Selbstverständlichkeit von Zuwanderung. Statt einer Rückwärtsbetrachtung - die auf Herkunft und verlorene Heimat schaut – rücken wir die Jetzt-Situation ins Zentrum, die Perspektive insbesondere junger Migranten. Welche Lebensträume haben sie, welche Hoffnungen?“

Tobias Dürr, Schauspieler der bremer shakespeare company, verwandelte sich bei der Auftaktveranstaltung in den Hausmeister des noch zu bauenden „EinWanderHauses“ und zeigte, was da schon alles im Lager zu finden ist: Über 70 Grundschüler, die im Untergeschoß des Museums an riesigen 2 x 2 m großen „Ich&Du-Büchern“ arbeiten und zwischendurch durch das ganze Museum wuseln, um diese fremde Welt zu erkunden. Oder auch Schüler vom Schulzentrum Koblenzer Straße, die tanzend und rappend über ihre Heimat, Tenever, nachdenken.

Das sind nur ein paar Splitter der vielfältigen Projektergebnisse, die in eine große Abschlusspräsentation eingehen werden. Der Regisseur Lee Beagley erarbeitet mit 100 Bremer Schülern eine Inszenierung, die im Oktober rund um die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit zu sehen sein wird. Quartier gGmbH realisiert das Projekt gemeinsam mit der bremer shakespeare company, dem Übersee-Museum Bremen und dem Geschichtskontor im Kulturhaus Walle. Sie alle unterstrichen in ihren Redebeiträgen auf dem KICK OFF des „EinWanderHauses“, wie fruchtbar diese Zusammenarbeit für die Kooperationspartner, aber vor allem für die in das Projekt involvierten Kinder und Jugendlichen ist.

„Wir haben die Einladung von Quartier sehr gern angenommen, weil wir dessen Arbeit mit den Schülern in den Stadtteilen sehr schätzen. Es ist für uns eine wunderbare und zeitgemäße Aufgabe, die gesellschaftlichen Realitäten, die sich im Kontext von Migration zeigen, in der Theaterarbeit mit den jungen Mitbürgern so unterschiedlicher Herkünfte mit den Mitteln der Bühnenpräsentation zu erfahren und zu gestalten“, so Renate Heitmann, Geschäftsführerin der bremer shakespeare company. Prof. Dr. Wiebke Ahrndt, Direktorin des Übersee-Museums, sagte: „Bereits seit langem engagiert sich das Übersee-Museum mit gezielten museumspädagogischen Angeboten für die kulturelle Bildung und Teilhabe von Menschen mit einem Migrationshintergrund. Es freut mich sehr, dass wir mit der Ausstellung der Ich & Du Wanderbücher diesen Weg weiter gehen und einer breiten Öffentlichkeit die Ergebnisse dieses Projektes präsentieren können. Sie stellen darüber hinaus eine wunderbare Ergänzung zu unserer neuen Ausstellung „Erleben, was die Welt bewegt“ dar, die ab Ende Oktober zu sehen sein wird. In Ihr wird ebenfalls das weltweite Phänomen der Migration Thema sein.“

Achim Saur, Leiter des Geschichtskontors im Kulturhaus Walle, erzählte, dass er mit diesem Projekt doppeltes Neuland betritt: mit Schülern zu arbeiten und sie die Lebensgeschichte von Migranten aufzeichnen zu lassen.

Vom Kommen und Bleiben - EinWanderHaus Bremen

Ein Projekt von Quartier gGmbH in Kooperation mit der bremer shakespeare company, dem Übersee-Museum Bremen und dem Geschichtskontor im Kulturhaus Walle

„Vom Kommen und Bleiben – EinWanderHaus Bremen“ wird gefördert durch:

Die Kulturstiftung des Bundes, die Waldemar Koch Stiftung, st-art JUGEND KUNST STIFTUNG BREMEN, die Sparkasse Bremen, der Senator für Kultur, die Senatorin für Bildung und Wissenschaft, Wohnen in Nachbarschaft, Bundesprogramm Soziale Stadt, Stadtteilbeiräte.

Weitere Informationen:
Quartier gemeinnützige Gesellschaft mbH, An der Weide 50 28195 Bremen, Telefon: 0421 2223620, Email: presse@quartier-bremen.de
www.quartier-bremen.de

Foto: Senatspressestelle