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Die Senatorin für Justiz und Verfassung | Die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz

JVA Bremen nimmt teil an Pilotstudie des Robert Koch-Instituts

Erkenntnisse über chronische Infektionskrankheiten und soziale Einflüsse auf die Gesundheit von Menschen in Haft

01.07.2026

Ein Jahr lang führte ein Team des Robert Koch-Instituts (RKI) eine bundesweit einmalige Pilotstudie in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bremen durch, um Erkenntnisse zu chronischen Infektionskrankheiten, sozialen Einflüssen auf die Gesundheit von Menschen und zu deren Drogenkonsum vor und während der Haft zu gewinnen. Die Ergebnisse wurden nun der Justizsenatorin und der Gesundheitssenatorin vorgestellt und gemeinsam mit dem Leitungsteam der JVA beraten.

Zentrales Ergebnis: Die häufigsten gesundheitlichen Probleme in Haft sind Suchterkrankungen, Entzugserscheinungen und psychische Erkrankungen. Zudem berichteten die Teilnehmenden häufig über Rückschmerzen und weitere orthopädische Beschwerden, Zahnprobleme – teilweise auch bedingt durch den Konsum von Drogen – sowie Infektionskrankheiten.

Die Senatorin für Justiz und Verfassung, Claudia Schilling. "An der Pilotstudie haben freiwillig 159 Gefangene sowie zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der JVA und des Trägers hoppenbank e.V. teilgenommen, die so einen wichtigen Beitrag zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen geliefert haben."

Die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Claudia Bernhard: "Ein Fokus der Studie lag darauf, die Gefangenen auf Hepatitis B, Hepatitis C sowie HIV zu testen. Wir können an den Daten sehen, dass deutlich mehr Gefangene infiziert sind als in der Allgemeinbevölkerung. Dies verwundert leider nicht, da überdurchschnittlich viele Menschen inhaftiert sind, die bereits Drogen genommen haben, die vor der Haft oft wohnungslos waren und unter prekären Bedingungen lebten."

Auch die psychische Gesundheit spielte bei der Studie eine wichtige Rolle. Unter Nervosität, Niedergeschlagenheit und Unruhe leiden rund 80 Prozent der Gefangenen häufig, meistens oder immer. "Die Angst vor Ausgrenzung durch andere Gefangene nach Bekanntwerden einer Infektion spielt ebenfalls eine Rolle für die seelische Gesundheit", sagt Bernhard und weiter: "Die Studie zeigt uns einige Wege auf, um zu Verbesserungen der gesundheitlichen Versorgung in der JVA zu kommen. Zentral ist, die Gefangenen über Infektionsschutz aufzuklären und zu einer gesundheitlichen Grundbildung beizutragen – verständlich und in verschiedenen Sprachen."

"Gerne möchte ich klären, ob eine Testung auf Infektionen zeitnah nach der Inhaftierung gewährleistet werden kann. Bestehende Gesundheitsangebote und Behandlungsabläufe sind den Gefangenen in Teilen unklar – auch hier sollte die Kommunikation so einfach wie möglich sein. Außerdem sollte die Versorgung nach der Haftentlassung möglichst nahtlos anschließen, um zum Beispiel eine Therapie erfolgreich zu beenden", so Schilling.

"Selbstverständlich ist kein Gefängnis auf der Welt frei von Drogen, auch die JVA Bremen nicht. Die mit Abstand größte Rolle spielt hier Spice, das seinen Weg meist über die normale Gefangenenpost in die Anstalt findet, da es als geruchslose Flüssigkeit auf Papier aufgesprüht werden kann. Abhilfe erhoffe ich mir hier von einem Scanner für genau solche Drogen, den die JVA angeschafft hat", so die Justizsenatorin.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter www.rki.de/druck-haft

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