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Die Senatorin für Justiz und Verfassung

Pinguin in der Justizvollzugsanstalt Bremerhaven

Senatorin Schilling: "Kinderrechte durch einen familiensensibleren Strafvollzug stärken"

21.04.2026

Justizsenatorin Claudia Schilling besuchte am 17. April 2026 die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Bremerhaven. Mit im Gepäck war Pinguin-Maskottchen Pico. "Kinder haben ein Recht auf Kontakt mit beiden Elternteilen, auch wenn ein Elternteil im Gefängnis sitzt. Ich freue mich, dass wir in der JVA nun ein Projekt etablieren werden, um den Kindern durch neue Formate und Angebote den Kontakt zu ihren inhaftierten Vätern zu erleichtern", erklärt Schilling. So sind unter anderem ein kinderfreundlicherer Empfangsbereich mit Pinguin Pico und eine Väter-Gruppe geplant.

Begrüßen Pico in der JVA Bremerhaven (von links): Svenja Böning (Geschäftsführerin Hoppenbank e.V.), Göran Bodewell (Vollzugsabteilungsleiter JVA Bremerhaven), Justizsenatorin Claudia Schilling, Kim Schlangen (Familienbeauftragte JVA Bremen).
Begrüßen Pico in der JVA Bremerhaven (von links): Svenja Böning (Geschäftsführerin Hoppenbank e.V.), Göran Bodewell (Vollzugsabteilungsleiter JVA Bremerhaven), Justizsenatorin Claudia Schilling, Kim Schlangen (Familienbeauftragte JVA Bremen). Foto: Justizressort

Pinguin Pico wurde von Inhaftierten aus dem Jugendstrafvollzug in Bremen im Rahmen des Projekts "Step by Step" gebaut und erhielt seinen Namen auf Vorschlag von Mitarbeitenden der JVA. "Wegen der Fischtown Pinguins und dem Zoo am Meer passt unser Maskottchen besonders gut nach Bremerhaven", freut sich Senatorin Schilling und weiter: "Mir ist wichtig, dass wir die Kinderrechte durch einen familiensensibleren Strafvollzug stärken."

Der Verein Hoppenbank e.V. ist Träger der neuen Landeskoordinierungsstelle "Kinder von Inhaftierten" in Bremen und Teil des bundesweiten Netzwerks KvI. Svenja Böning, Geschäftsführerin von Hoppenbank e.V.: "Allein durch die räumliche Trennung bei einer Haft ist ein Kontakt zum inhaftierten Elternteil für Kinder nicht gegeben. Um diesen Kontakt zu ermöglichen, braucht es einen familiensensiblen Strafvollzug." Zu den Aufgaben der neuen Koordinierungsstelle erklärt Böning: "Wir wollen die Kooperation zwischen Jugendhilfe, Justiz, Polizei, Straffälligenhilfe und Jugendamt mit Blick auf die Kinder Inhaftierter stärken und auch Fortbildungen für die Mitarbeitenden aus diesen Bereichen anbieten. Außerdem gibt es nun eine Erstanlaufstelle für Angehörige, denn wenn ein Elternteil inhaftiert wird, sind Kinder und Angehörige plötzlich mittendrin – oft unvorbereitet, ohne Wahl, aber konfrontiert mit vielen Herausforderungen."

Die für die gesamte JVA Bremen mit ihrem Standort in Bremerhaven zuständige Familienbeauftragte Kim Schlangen hat bereits eine Vätergruppe in der JVA Bremen installiert, die sich regelmäßig trifft. "Inhaftierung kann eine Chance zur Reflexion sein. In der Gruppe können die Gefangenen über ihre Vaterrolle sprechen, aber auch über die Entwicklung ihrer Kinder und die Herausforderungen der eigenen Abwesenheit in der Familie", so Schlangen.

Hintergrund:

Die Besuchsräume im Standort Bremen wurden bereits von einem Gefangenen kindgerecht bemalt und erzählen kleine Geschichten von Maskottchen Pico. Auch Freizeitangebote für Familien finden regelmäßig statt. In Bremerhaven macht sich die Justizvollzugsanstalt nun auch auf den Weg zu einem familiensensibleren Strafvollzug. Der Standort ist organisatorisch eine Vollzugsabteilung der JVA Bremen und bietet 101 Haftplätze ausschließlich für männliche erwachsene Gefangene mit bis zu 48 Monaten Freiheitsstrafe und dem Lebensmittelpunkt Bremerhaven.

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Stephanie Dehne, Pressesprecherin bei der Senatorin für Justiz und Verfassung, Tel.: (0421) 361-2344, E-Mail: stephanie.dehne@justiz.bremen.de