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Die Senatorin für Wissenschaft und Häfen

Projekt der Universität Bremen mit dem Norddeutschen Wissenschaftspreis 2020 ausgezeichnet

Senatorin Dr. Schilling: "Die Auszeichnung zeigt, wie wichtig Kooperationen für wissenschaftlichen Fortschritt sind"

25.11.2020

Seit 2012 verleihen die norddeutschen Länder zunächst jährlich, seit 2018 alle zwei Jahre, den Norddeutschen Wissenschaftspreis für herausragende Forschungskooperationen. Unter den für die Runde in 2020 insgesamt 14 eingereichten Beiträgen im Bereich der Naturwissenschaften haben die Wissenschaftsministerinnen und -minister der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, der Freien Hansestadt Bremen, der Freien und Hansestadt Hamburg sowie Schleswig-Holstein heute (25. November 2020) die Preisträger für das Jahr 2020 ausgewählt.

Die Entscheidung fiel auf die Kooperationen "Geodäsie und Klimaforschung – Wechselwirkung zwischen Kohlenstoff- und Wasserkreislauf" der Universität Bremen in Zusammenarbeit mit der Universität Hannover und dem DLR Institut für Satellitengeodäsie und Inertialsensorik (Hannover und Bremen). In diesem Projekt sollen mit Hilfe von Satellitendaten und Modell-Untersuchungen zu CH4-Emissionen und CO2-Aufnahme, Klimavorhersagen verbessert werden können.

Bremens Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling: "Ich freue mich sehr, dass ein Projekt unter der Federführung der Universität Bremen mit dem Norddeutschen Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurde. Ich gratuliere Herrn Prof. Dr. Claus Lämmerzahl und seinem Team in Bremen sowie seinen Kooperationspartnern an der Universität Hannover und dem DLR Institut für Satellitengeodäsie und Inertialsensorik sehr herzlich. Das Thema ‚Geodäsie und Klimaforschung – Wechselwirkung zwischen Kohlenstoff- und Wasserkreislauf’ besitzt eine enorme gesellschaftliche Relevanz. Die Auszeichnung zeigt einmal mehr, wie wichtig Kooperationen für den wissenschaftlichen Fortschritt sind."

Ebenfalls wurde das „DASHH - Data Science in Hamburg, Helmholtz Graduate School for the Structure of Matter“ der Universität Hamburg in Kooperation mit Universitäten und Einrichtungen in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wie unter anderem dem DESY, und den Helmholtz-Zentren in Geesthacht und Braunschweig, ausgezeichnet.

Schleswig-Holstein hat in diesem Wettbewerbsjahr den Vorsitz in der Norddeutschen Wissenschaftskonferenz und organisiert damit auch den Wissenschaftspreis. Vorgeschlagen wurden die beiden Kooperationen durch ein wissenschaftliches Auswahlgremium. Der Wissenschaftspreis ist mit einem Preisgeld von je 125.000 Euro ausgestattet, im kommenden Jahr soll – soweit das Pandemiegeschehen es zulässt- die Preisübergabe im kleinen Rahmen nachgeholt werden.

Kurzbeschreibung der Wettbewerbsbeiträge:

Geodäsie und Klimaforschung – Wechselwirkung zwischen Kohlenstoff- und Wasserkreislauf

Der gegenwärtige Klimawandel macht sich durch eine globale Erwärmung der unteren Atmosphäre bemerkbar. Diese Erwärmung ist zu einem großen Teil auf die durch den Menschen verursachte Zunahme der Treibhausgase CO2 und CH4 in der Atmosphäre zurückzuführen. Die Erwärmung hat unter anderem Auswirkungen auf die globalen Zirkulationsmuster, den Wasserkreislauf und die natürlichen Austauschprozesse von CO2 und CH4 mit der Biosphäre. Für Klimavorhersagen und Maßnahmen zur Begrenzung der Erwärmung ist es wichtig, die mögliche Veränderung der Austauschprozesse zu verstehen. In diesem Vorhaben soll mit Hilfe von Satellitendaten (GRACE/GRACE Follow-On, Sentinel5p, GOSAT, OCO2) und Modellen untersucht werden, wie a) die CH4-Emissionen in Feuchtgebieten und b) die CO2-Aufnahme von Pflanzen von den Wasserständen abhängen.

Für die atmosphärischen Konzentrationen liefern sowohl die CH4-Emissionen aus Feuchtgebieten als auch die CO2-Aufnahme durch Pflanzen große Beiträge, so dass selbst kleine Änderungen starke Auswirkungen auf die atmosphärischen Konzentrationen hätten. Aus diesem Grund haben die vorgeschlagenen Untersuchungen das Potential sehr wichtige Beiträge zu liefern, die in Klimavorhersagen berücksichtigt werden sollten.

DASHH - Data Science in Hamburg, Helmholtz Graduate School for the Structure of Matter

DASHH (Data Science in Hamburg - Helmholtz Graduate School for the Structure of Matter) ist eine Graduiertenschule, die durch Zusammenarbeit zahlreicher Partnerinstitutionen (DESY, UHH, TUHH, HSU, HZG, HZI, MPSD, European XFEL, HAW) im norddeutschen Raum innovative und interdisziplinäre Kooperationsprojekte fördert. Ziel ist die Nutzung von Methoden der Informatik und angewandten Mathematik zur Erweiterung unseres Verständnisses der Struktur und Funktionsweise von Materie in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Wir bilden eine zukünftige Generation von Data & Information Scientists aus, die den kommenden Herausforderungen der Datenverarbeitung, -auswertung und -speicherung gewachsen ist. DASHH bietet Promovierenden zahlreiche Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Weiterbildung und schafft eine Grundlage für Austausch und Wissenstransfer. Die Graduiertenschule ist wegweisend für die Entwicklung neuer kooperativer Ansätze. Diese sind essenziell, um aus den komplexen und heterogenen Daten der Strukturbiologie, der Teilchenphysik, der Materialwissenschaften und der Wissenschaft mit ultrakurzen Röntgenlichtpulsen Wissen über die Prozesse der Natur zu erlangen.

Ansprechpartner für die Medien:
Sebastian Rösener, Pressesprecher bei der Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Tel.: (0421) 361-83155, E-Mail: sebastian.roesener@swh.bremen.de