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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Pflegestützpunkte sollen ausgebaut werden

Unabhängige Beratung zu Fragen der Pflege künftig auch im Süden und Westen

24.11.2020

Das System der Pflegestützpunkte in der Stadt Bremen soll um zwei Standorte erweitert werden, je einer im Bremer Westen und im Bremer Süden. Ein entsprechendes Modellprojekt mit einer Laufzeit von zunächst drei Jahren hat der Senat heute (24. November 2020) auf Vorschlag von Sozialsenatorin Anja Stahmann beschlossen. Die Finanzierung der Pflegestützpunkte, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommune sowie der Pflegekassen in den oftmals komplexen Fragen der Pflege beratend tätig sind, teilen sich das Land und die Stadtgemeinde sowie die Kranken- und Pflegekassen.

"Hintergrund für die probeweise Ausweitung des Angebots ist die Erfahrung, dass die bestehenden Pflegestützpunkte in Bremen-Nord und in der Vahr zwar aus ihrem unmittelbaren Einzugsgebiet gut aufgesucht werden, aber kaum aus den weiter entfernt liegenden Stadtteilen", sagte die Senatorin. Von den knapp 14.000 Kontakten der Pflegestützpunkte im Jahr 2019 seien nur jeweils fünf Prozent aus dem Bremer Westen und dem Bremer Süden gekommen. Anja Stahmann: "Je weiter die Wege sind, desto weniger nehmen die Menschen sie auf sich." Von den neuen Beratungsstellen verspreche sie sich "eine bessere Abdeckung der elementar wichtigen Beratungsleistung über das gesamte Bremer Stadtgebiet".

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen solle die Außenstelle im Bremer Süden im zweiten Quartal 2021 auf zwei Standorte aufgeteilt werden. Vorgesehen sind dabei das Bürger- und Sozialzentrum Huchting (BUS) und das Quartierszentrum am Cambrai-Dreieck in Huckelriede. Ein geeigneter Standort im Bremer Westen sei noch nicht gefunden, der Starttermin könne deshalb noch nicht genauer angegeben werden. Im Jahr 2023 solle die Entwicklung der Beratungszahlen ausgewertet werden, bevor über eine dauerhafte Finanzierung entschieden wird, sagte Senatorin Stahmann.

"In den Pflegestützpunkten beraten und helfen Mitarbeiter der Krankenkassen und der Sozialbehörde mit ihrem gebündelten Wissen, damit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die passende Hilfe finden. Die Pflegestützpunkte und deren Außenstellen sind eine gute Ergänzung zur Beratung und Unterstützung, die die Kassen in allen Stadtteilen Bremens anbieten", sagte Torsten Barenborg, Leiter des Verbands der Ersatzkassen (vdek) in Bremen. Olaf Woggan, Vorstandsvorsitzender der AOK Bremen/Bremerhaven, betonte: "Pflegebedürftige und ihre Angehörigen suchen Orientierung, Informationen und konkrete Hilfen, damit sie mit der belastenden Situation gut umgehen können. Diese Unterstützung bieten neben den Pflegekassen auch die Pflegestützpunkte, denn dort finden Betroffene auch einen unkomplizierten Zugang zu Selbsthilfe- und Angehörigengruppen."

"Die Pflegestützpunkte beraten kostenlos, neutral, unabhängig und individuell", betonte Senatorin Stahmann. Themen der Beratung können unter anderem sein: Pflege zu Hause und in einer Pflegeeinrichtung, hauswirtschaftliche Versorgung, Finanzierung von Pflege und Hilfen sowie Antragstellung bei Kassen und Behörden, Finanzierung der stationären Pflege, Leistungen der Pflegeversicherung, Angebote zur Entlastung pflegender Angehöriger, Rechtliche Vorsorge (Vollmacht, Patientenverfügung, gesetzliche Betreuung) sowie der Schwerbehindertenausweis.

Die Pflegestützpunkte der Stadtgemeinde Bremen haben ihre Anlaufstellen derzeit in Vegesack, Breite Straße 12d, und in der Vahr, Berliner Freiheit 3.

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-4152, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de