Sie sind hier:

Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Senatorin Rosenkötter verleiht 6. Bremer Tierschutzpreis

07.12.2009

Auszeichnung für Tierschutz-Initiativen / Langjährige Helferinnen geehrt

Die Spannung war groß, als heute (7. Dezember) der Bremer Tierschutzpreis im Kaminsaal des Rathauses vergeben wurde. Fünf Bremer Tierschutz-Initiativen waren eingeladen, um Anerkennung und Preisgeld entgegenzunehmen. Ausgezeichnet wurden außerdem vier Bremerinnen, die sich seit Jahren ehrenamtlich für Tiere engagieren.


„Viele Bremerinnen und Bremer, ob jung oder alt, widmen sich dem Tierschutz. Tiergerechte Haltung, Hilfe für wildlebende Tiere, pädagogische Tierhaltungsprojekte – all das sind Initiativen, die wir in Bremen brauchen und die Mensch und Tier helfen. Ich danke allen ehrenamtlich Tätigen in diesem Bereich ganz herzlich für ihr Engagement“, sagte Senatorin Rosenkötter anlässlich der Preisverleihung.


Die Preise gingen an folgende Projekte:


Erster Preis: Tierhaltung im Bremer Jugendstrafvollzug.
Die Tierhaltung im Bremer Jugendstrafvollzug hat wegen ihrer Lage auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt in Oslebshausen bisher in der Öffentlichkeit wenig Beachtung erfahren. Initiator und praktischer Leiter ist der Justizvollzugsbeamte Herr Marc Recht, der hier seine Kenntnisse und Fähigkeiten mit großer Begeisterung und intensivem persönlichen Engagement zur Anwendung bringt. Auf dem großzügig bemessenen und luftigen Areal werden Tiere aufgenommen und fortdauernd betreut, die zuvor nicht artgerecht gehalten wurden oder nicht mehr „erwünscht“ waren. Es begann im Jahre 2005 mit Hühnern; dann folgten Hängebauchschweine, u. a. aus dem Bremer Tierheim und zwei Ziegen. Auch 10 Hühner - Fortnahmen des LMTVet – fanden hier eine neue Heimat. Die Haltungsbedingungen wurden dank der Fachkunde optimal gestaltet und werden, wenn neue Tiere hinzukommen, baulich erweitert. Neu- und Umbauten, Instandhaltung sowie Pflege und Fütterung der Tiere werden unter Herrn Rechts Leitung und Führung von jugendlichen Insassen der JVA sichergestellt. Beeindruckend ist auch, dass sich die Tierhaltung ausschließlich aus privaten Futter- und Geldspenden, sowie dem Verkauf der eigenen Eier finanziert.


Zweiter Preis: „Tierisches Klassenzimmer“ des Bremer Tierschutzverein e. V.
In einem umfunktionierten Blockhaus auf dem Gelände des Tierschutzvereins haben Schüler und Jugendliche die Möglichkeit Schweine, Hühner und Schafe hautnah zu erleben und sich ein Bild von intensiver Tierhaltung in der Landwirtschaft zu machen. Dabei können sie verschiedene, auch in der Kritik stehende Haltungssysteme wie z. B. die sogenannte Kleinvoliere für die Gruppenhaltung von Legehennen kennen lernen und erfahren durch die enge des Raumes und die nachgestellten Licht- und Geräuschsituationen eine realistische Vorstellung von der Atmosphäre in den Ställen intensiver Tierhaltung. Unter dem Stichwort „Tierschutz im Einkaufskorb“ werden Alternativen aufgezeigt.


Stadtteilfarm Huchting e. V.
Die Stadtteilfarm Huchting wurde bereits im Jahre 2008 als eine der ersten Begegnungsstätten in Deutschland in das „bundesweite Netzwerk Begegnungshöfe der Stiftung Bündnis Mensch & Tier“ aufgenommen. Das Netzwerk schafft eine tiergerechte Alternative zu Zoobesuchen, Streichelgehegen und privater Tierhaltung. Dabei soll auf der Grundlage der nachgewiesenen artgerechten Tierhaltung ihren Besuchern der achtsame Umgang mit den Tieren vermittelt werden. Vor Ort leistet die Stadtteilfarm mit ihren Haupt- und Ehrenamtlichen, FÖJlern (Freiwilliges Ökologisches Jahr) und Mitarbeitern, die sich auf eine Wiedereingliederung ins Berufsleben vorbereiten und mit ihren vielfältigen generationsübergreifenden Angeboten einen großen Beitrag zum präventiven Tierschutz und ist ein Vorzeigeobjekt.



Dritter Platz: Papageienschutz-Centrum Bremen e. V.
Das Papageienschutz-Centrum betreibt in Bremen-Findorff ein naturnahes Fluggehege für zur Zeit 58 Papageien, die in Folge ihrer Haltung als Haustiere körperliche Schädigungen erlitten haben oder Verhaltensstörungen zeigen. Realisiert wurde dieses bislang einzigartige Papageienschutzprojekt in Deutschland durch die aufwändige Umgestaltung und Renovierung der Gewächshäuser einer ehemaligen Gärtnerei. Dies war nur möglich durch den Einsatz privater Mittel, Spenden und etwa 10.000 Stunden ehrenamtlicher Eigenarbeit. Es ist gelungen, den Papageien eine Umgebung zu schaffen, die soweit wie möglich ihren natürlichen Verhaltensweisen und Bedürfnissen entspricht. Angegliedert an die Flughallen befindet sich ein Informations- und Ausstellungsraum, in dem durch wechselnde Ausstellungen und Informationsveranstaltungen über den Papageienschutz und die Arbeit des Vereins informiert wird.


"Wild & Frei" Katzenhilfe Bremerhaven e. V.
Dieser Verein wurde 1998 von einer kleinen Gruppe Tierschützern gegründet, um sich den im Bremerhavener Fischereihafen wildlebenden Katzen anzunehmen. Die Hauptaufgabe besteht darin, die heimatlosen Katzen zu füttern, tierärztlich versorgen zu lassen und vor allem durch Kastrationen die Population einzuschränken. Weiter müssen immer wieder ausgesetzte Jungtiere eingefangen und vermittelt werden; für die Zwischenzeit sind Pflegeplätze vonnöten, die zumeist auch von den aktiven Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. Durch Organisation von Flohmärkten und anderen Aktivitäten werden Spenden eingeworben, um z. B. den Jahresverbrauch von ca. 15.000 Dosen Nassfutter und 1200 kg Trockenfutter zu sichern. Seit der Vereinsgründung ist es durch das kontinuierliche Bestandsmanagement gelungen, die Zahl der Fischereihafen-Katzen von über 300 Tieren auf ca. 120 zu reduzieren. Eine weitere Verringerung des Katzenbestandes ist das Ziel, obwohl an den Versorgungsplätzen immer wieder Katzen ausgesetzt werden.