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Bundesland Bremen

Paul Klee in Bremen: Kunsthalle thematisiert seine Zeit als Lehrer am Bauhaus

27.11.2003

„Klee im Norden“ – der Titel ist prägnant, die Ausstellung einzigartig: Drei große Museen präsentieren in diesem Winter in einer Ausstellungstrilogie drei einander folgende Werkphasen des bedeutenden Malers, Zeichners und Grafikers (1879-1940). Nach Eröffnung der Schau mit dem Spätwerk des Meisters im Sprengel Museum in Hannover am 23. November steht jetzt die Präsentation in der Bremer Kunsthalle kurz bevor: Ab kommenden Sonntag (30. November) wird hier Klees Schaffen aus den Jahren 1921 bis 1931 beleuchtet, in denen er Lehrer am legendären Bauhaus war. Zu sehen sind mehr als 140 Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken sowie über 60 Skizzenblätter des pädagogischen Nachlasses. Die Hamburger Kunsthalle wird am 12. Dezember die Thematik „Paul Klee 1933“ in den Fokus ihrer Ausstellung rücken.


„Als ich dazu kam, zu unterrichten, musste ich mir genau klar werden über das, was ich meist unbewusst tat“, bekannte Paul Klee, als er 1923 seine Lehrtätigkeit am Bauhaus in Weimar aufnahm. Im Mittelpunkt von Klees Unterricht standen die sinnliche Erfassung von Kunst ebenso wie die Analyse bildnerischer Prozesse. Es ging ihm darum, die Schüler auf der Grundlage einer „Zwiesprache der Kunst mit der Natur“ zu einem eigenständigen. Bildnerischen Denken anzuleiten.



Wintertag kurz vor Mittag, 1922, 6, Ölfarbe auf Papier auf Karton, 29,8 x 45,9 cm, Kunsthalle Bremen © VG Bild-Kunst, Bonn 2003

Die Bremer Ausstellung zeigt die herausragende Rolle, die Paul Klee bis 1931 als Meister am Bauhaus spielte. Klee erarbeitete in den frühen Jahren am Staatlichen Bauhaus eine komplexe Formenlehre, die er bis in die späten Jahre am Bauhaus Dessau immer wieder korrigierte und weiterentwickelte. Ausgehend vom Umgang mit den elementaren formalen Mitteln wie Punkt, Linie und Farbe, gelangte er darin zur Erforschung bildnerischer Phänomene wie Bewegung, Struktur oder Rhythmus. Die Kunsthalle Bremen versucht mit ihrer Ausstellungs-Konzeption die theoretischen Überlegungen offen zu legen und nachvollziehbar werden zu lassen.


Nachdem Klee seinen frühen Unterricht in den „Beiträgen zur bildnerischen Formenlehre“ (1923) aufgezeichnet und zu Teilen in dem „Pädagogischen Skizzenbuch“ veröffentlicht hatte, notierte er seine Kunsttheorie auf über 3800 Blättern. Die Bremer Ausstellung stellt nun über 60 der Skizzenblätter in den Kontext von ausgewählten Gemälden, Zeichnungen und Grafiken. Wer die Ausstellung mit Interesse und genügend Zeit auf sich wirken lässt, wird spannende Zusammenhänge zwischen Paul Klees Theorie und seiner künstlerischen Praxis entdecken. Seine Theoreme lassen sich in dem vorgestellten malerischen und zeichnerischen Werken vielfach nachvollziehen, zum Teil sogar direkt ablesen.


Die Ausstellung „Paul Klee – Lehrer am Bauhaus“ in der Kunsthalle Bremen läuft vom 30.11.2003 bis zum 29.2.2004. Siehe hierzu auch: www.klee-im-norden.de. Weitere Informationen auch bei: Dr. Hermann Wolke, Kunsthalle Bremen, Tel: 0421/3290838