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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Senator Günthner: Bremische Häfen mit bestem Ergebnis aller Zeiten

Bremen und Bremerhaven steigern Seegüterumschlag 2011 auf 81,3 Mio. Tonnen – Rekordzahlen bei Containern – Autoumschlag wächst um etwa 25 %

21.12.2011

Die bremischen Häfen erwarten 2011 einen Gesamtumschlag von 81,3 Mio. Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr mit einem Umschlag von 68,9 Millionen Tonnen bedeutet dies eine Umschlagssteigerung von etwa 18 Prozent. „Mit diesem erstklassigen Ergebnis haben unsere Häfen einen neuen historischen Umschlagsrekord erzielt. Die Folgen der globalen Wirtschaftskrise des Jahres 2009 sind damit endgültig überwunden“, sagte Häfensenator Martin Günthner am Mittwoch (21.12.2011). Der Umschlag des bisherigen Rekordjahres 2008 (74,5 Mio. Tonnen) wurde um über 9 % übertroffen. „Das Ergebnis zeigt, dass das Leistungsangebot unserer Häfen in Bremerhaven und Bremen überzeugt.“

Günthner hob hervor, dass der Umschlagsrekord deutlich mache, dass auch künftig in die Leistungsfähigkeit der Häfen investiert werden müsse. „Leistungsfähige Verkehrswege sind die Voraussetzung für das weitere Wachstum in unseren Häfen und damit für mehr Beschäftigung“, so Günthner. Das Land Bremen werde in den kommenden Jahren erhebliche Anstrengungen unternehmen, um Engpässe auf der Hafeneisenbahn zu beseitigen. Der Bau und Erhalt leistungsfähiger seewärtiger Zufahrten und Hinterlandanbindungen bleibe eine zentrale Aufgabe des Bundes und der Deutschen Bahn AG. „Es ist gemeinsame Auffassung aller norddeutschen Länder, dass hier mehr passieren muss“, so Günthner.

Bei der Jahrespressekonferenz der bremischen Häfen konnte Günthner ausgezeichnete Zahlen vorlegen. In Bremerhaven werden 2011 etwa 67,3 Mio. Tonnen Gesamtumschlag erwartet, in Bremen-Stadt wird mit 13 Mio. Tonnen gerechnet. Der Massengutumschlag wird auf 9,9 Mio. Tonnen prognostiziert. Auf Basis der Zwanzig-Fuß-Einheiten (TEU = Standardcontainer) wird für 2011 in den bremischen Häfen ein Umschlag von rund 5,9 Mio. TEU erwartet. Dies entspricht einem Zuwachs von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die bremischen Häfen bleiben mit 62,6 Mio. Tonnen containerisiertem Stückgut, auch 2011 der viertgrößte Containerhafen in Europa.
Für das Jahr 2011 wird mit einem Automobilumschlag von etwa 2 Mio. Fahrzeugen gerechnet. Dieser Umschlagszuwachs von rund 30 % gegenüber dem Vorjahr basiert in erster Linie auf den erheblichen Absatzzuwächsen deutscher Automobilhersteller in Übersee. Insgesamt wird im Umschlagssegment nicht containerisiertes Stückgut ein Ergebnis von 8,8 Mio. Tonnen erwartet.
Am Kreuzfahrtterminal Bremerhaven sind 2011 (etwa 42 Schiffsankünfte) 51.000 Passagiere abgefertigt worden. Das Kreuzfahrtgeschäft in Bremerhaven musste den insolvenzbedingten Ausfall eines Kunden und die Stornierung fest disponierter Abfertigungen verkraften. Die Akquisition für den modernen Kreuzfahrtterminal Bremerhaven gestaltet sich durch die derzeitige schlechte Erreichbarkeit von touristischen Zielen durch Baumaßnahmen auf der BAB 1 schwierig.

74.000 Beschäftigte mit hafenabhängigen Tätigkeiten

Wie groß die Bedeutung der maritimen Logistik für den Arbeitsmarkt im Land Bremen ist, zeigt ein Gutachten („Beschäftigungseffekte der bremischen Häfen“), das die Hafengesellschaft bremenports 2011 an eine vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) geführte Gutachtergruppe vergeben hat. Erstmals seit 1998 wurde eine solche Untersuchung vorgelegt.

Im Kernbereich, bei der sogenannten „direkten hafenabhängigen Beschäftigung“, ist ein Anstieg von 23.400 (1998) auf 32.900 Arbeitsplätze zu verzeichnen. Dies ist ein Zuwachs von etwa 40 %. Etwa 24.000 weitere Personen arbeiten in der „hafenbezogene Wirtschaft“ (im- und exportierende In-dustrieunternehmen sowie Groß- und Einzelhandel). Somit sind etwa 57.000 Personen (Basisjahr 2010) direkt hafenabhängig beschäftigt. Weitere 17.000 Arbeitnehmer sind den „indirekt hafenabhängig Beschäftigten“ zu zurechnen. Insgesamt werden für die bremischen Häfen 74.000 Beschäftigte als hafenabhängig identifiziert.

Gutachten der vergangenen Jahre ermittelten eine höhere Anzahl von direkt und indirekt hafenabhängigen Beschäftigten. Diese Diskrepanz entsteht durch einen veränderten (vorsichtigeren) Ansatz innerhalb der Gruppe der aus Hafentätigkeiten abgeleiteten Beschäftigungseffekte. Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen wird die Ergebnisse der neuen Arbeitsplatzstudie Anfang 2012 den zuständigen Fachgremien vorstellen.

OTB – Zukunftsprojekt am Weserufer

Als wichtigstes Investitionsprojekt der kommenden Jahre bezeichnete Senator Günthner den neuen Offshore-Terminal Bremerhaven (OTB), der bis 2015 am Bremerhavener Weserufer entstehen soll. „Dieses Projekt hat entscheidende Bedeutung für unser Ziel, die Seestadt zu einem führenden europäischen Zentrum der Windenergieanlagenproduktion und -logistik zu entwickeln“, sagte Günthner.
Für die Suche nach Investor und Betreiber läuft bei bremenports derzeit ein Konzessionsverfahren. Die Konsortien, die sich 2011 beworben hatten, sind inzwischen aufgefordert worden, ein erstes Angebot abzugeben. „Ende November 2011 wurden die Vergabeunterlagen – Aufforderung zur Abgabe erster Angebote – an die Bewerber versandt“, sagte bremenports-Geschäftsführer Holger Banik. Später werden zwei Bieter aufgefordert, ein letztgültiges Angebot abzugeben. Eine Zuschlagserteilung wird für Ende 2012 / Anfang 2013 erwartet.
Der OTB soll bei einer Größe von etwa 25 Hektar und 500 Metern Kajenlänge zwei bis drei Liegeplätze für Offshore-Errichterschiffe bieten, die die Großkomponenten an Bord nehmen und sie zu den entstehenden Windparks in der Nordsee bringen. Die Gesamtkosten belaufen sich voraussichtlich auf etwa 200 Mio. Euro und sollen von einem privaten Investorenkonsortium getragen werden.

Neuer Umweltfaktor bei den Hafengebühren

Bremen wird ab 01.01.2012 eine Umweltkomponente bei den Hafengebühren einführen. Bemessungsgrundlage dieses Umweltanreizes ist der "ESI" (Environmental Ship Index), dieser soll als internationaler Standard Schiffsemissionen vergleichbar machen. Ab sofort können Schiffseigner und Reeder ihre Schiffe im Rahmen von ESI kostenlos einstufen lassen. Aufgrund dieser Daten bekommen die Schiffe eine Zertifizierung, die als Grundlage für einen umweltbezogenen Rabatt der Raumgebühr genutzt werden kann.
Damit gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt bei unserer greenports-Initiative“, so Senator Günthner. Ziel ist es, dass Schiffe mit besonders niedrigen Emissionswerten weniger Raumgebühr zahlen, als diejenigen die die Umwelt stärker belasten. Der ESI stellt fest, welche Schiffe bessere Emissionswerte aufweisen, als die von der IMO (International Maritime Organisation) festgelegten Richtwerte für Stickstoff- und Schwefeloxide. Die Höhe der Einstufung (ESI-Punkte) richtet sich dann nach den ermittelten Werten.