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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Erste Geflüchtete aus Griechenland-Kontingent kommen in Bremen an / Fünfköpfige Familie aus Afghanistan

24.07.2020

Eine Maschine mit Kindern und ihren Familien aus Aufnahmelagern in Griechenland ist heute Vormittag (Freitag, 24. Juli 2020) auf dem Flughafen Kassel gelandet. An Bord des Fluges aus Athen war auch eine fünfköpfige Familie mit drei Kindern aus Afghanistan, die in Bremen aufgenommen wird. Die Familie ist direkt auf dem Rollfeld vom Flugzeug in einen Bus für die Familien nach Niedersachsen und Bremen umgestiegen.

Insgesamt sind mit dem Flug 85 Personen eingereist, medizinisches Personal hat die Passagiere begleitet. Die Bus-Transfers von Kassel in die aufnehmenden Bundesländer hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) organsiert. Die Einreisenden, durchweg kranke und verletzte Kinder mit ihren Familien oder Minderjährige ohne Begleitung Sorgeberechtigter, werden in neun Bundesländern aufgenommen. Neben Bremen sind das Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hamburg und Berlin. Bis Ende August werden in wöchentlichen Flügen knapp 1.000 Menschen aus den griechischen Lagern in Deutschland erwartet. Wegen der großen Aufnahmebereitschaft der Bundesländer wird Bremen nicht die 40 Personen aufnehmen, die ursprünglich vorgesehen waren, sondern knapp die Hälfte. Das entspricht dem doppelten Anteil nach dem Königsteiner Schlüssel, der unter anderem Grundlage ist für die Verteilung von Geflüchteten unter den Ländern der Bundesrepublik (für Bremen: 0,96 Prozent).

"Ich bin froh, dass die humanitäre Aufnahme trotz der Pandemie nun endlich in Gang kommt, auch wenn es im Moment nur ein Rinnsal ist gemessen an dem, was Europa leisten müsste und auch könnte", sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport. "Wir werden uns nun zuallererst der vielfältigen gesundheitlichen Belange der jungen Familie annehmen." Die Kinder seien 13, neun und sechs Jahre alt, vier der fünf Familienmitglieder seien unmittelbar auf medizinische Versorgung angewiesen.

Alle Einreisenden haben bereits in Griechenland einen Asylantrag gestellt; sie durchlaufen das Asylverfahren trotzdem in Deutschland, sagte Senatorin Stahmann. Regelungen, die die Durchführung des Asylverfahrens in dem Land erfordern, in dem ein Flüchtling erstmals den Boden der Europäischen Union betreten hat, seien ausgesetzt. Im Übrigen sei eine Privilegierung der aus den griechischen Lagern aufgenommenen Menschen durch das BAMF – etwa im Sinne einer Verfahrensbeschleunigung – nicht vorgesehen. "Mit dieser Entscheidung folgt das BAMF dem Gleichbehandlungsgrundsatz." Das solle auch dazu beitragen, etwaigen Unmut bei anderen Antragstellerinnen und Antragstellern zu vermeiden.

Alle Einreisenden wurden seit Mittwoch auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 getestet, durchweg mit negativem Befund. In Bremen werden sie erneut getestet und bis zum Vorliegen der Ergebnisse separat untergebracht.

Ansprechpartner für die Medien:
Dr. Bernd Schneider, Pressesprecher bei der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport, Tel.: (0421) 361-4152, E-Mail: bernd.schneider@soziales.bremen.de