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Der Senator für Inneres | Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Menschen in prekären Lebenslagen benötigen akzeptierte Aufenthaltsorte

Neuer Treffpunkt ab September an der Gustav-Deetjen-Allee

09.09.2019

An der Gustav-Deetjen-Allee, nahe der ÖVB-Arena, ist ein neuer Treffpunkt entstanden, wo Streetworker im regelmäßigen Austausch mit Obdachlosen sein werden. "Die kleine Gruppe an Sitzgelegenheiten soll den Menschen einen festen Platz im öffentlichen Raum geben", sagt Senatorin Stahmann. "Wir haben eine weitere Anlaufstelle geschaffen, wo der Zugang zu Betreuung und damit zu staatlichen Hilfeleistungen sichergestellt ist." Neben Streetworkern sind der Kontaktpolizist und der Ordnungsdienst eng eingebunden.

Etwa 500 Menschen leben in Bremen auf der Straße. Viele von ihnen fallen überhaupt nicht auf, andere ziehen Aufmerksamkeit auf sich durch Alkohol- und Drogenkonsum an belebten Plätzen, in Parks oder auf Spielplätzen.

Dabei kommt es gerade im Bahnhofsumfeld immer wieder zu Konflikten zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen. Im Rahmen des "Sicherheitsprogramms Bremer Hauptbahnhof" arbeiten Fachleute aus den verschiedenen Behörden eng zusammen, um für Menschen in prekären Lebenslagen Hilfsangebote zu schaffen und gleichzeitig einheitliche Regeln durchzusetzen.

Neben den städtischen Angeboten zur Unterbringung sowie zur medizinischen und hygienischen Versorgung gilt es auch, Räume zu schaffen, an denen sich wohnungslose Menschen tagsüber draußen aufhalten können. So wurde im Frühjahr der neue Szenetreff vor dem Gustav-Deetjen-Tunnel eröffnet, der über eine Finanzierung von Aktion Mensch von der Inneren Mission betreut und von den Wohnungslosen gut angenommen wird.

Auch der an der Nordseite des Bahnhofs gelegene Nelson-Mandela-Park wird gerne von Menschen in schwierigen Lebenslagen aufgesucht. Hierdurch entstanden in der Vergangenheit Konflikte mit anderen Nutzern, die durch den neuen, akzeptierten Platz entschärft werden sollen. Das vereinzelte Übernachten und Konsumieren von Alkohol wird hier toleriert, solange andere nicht belästigt werden. "Polizei und Ordnungsdienst dulden jedoch nicht, wenn im Park Drogen konsumiert oder gehandelt werden. Sie schreiten auch ein, wenn Zelte oder ähnliche Lager aufgeschlagen werden", erklärt Innensenator Ulrich Mäurer.