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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Senatorin Stahmann dankt 350 Freiwilligen für ihren Einsatz bei der Integration von Zugewanderten und Flüchtlingen in Bremen

„Integration ist eine Daueraufgabe, ehrenamtliches Engagement bleibt unverzichtbar“

14.02.2019

Rund 350 Ehrenamtliche, die Zugewanderte, Flüchtlinge und Asylbewerber begleiten, hat Sozialsenatorin Anja Stahmann heute (Donnerstag, 14. Februar 2019) mit einem Senatsempfang in der Oberen Rathaushalle geehrt. „Integration ist keine Einbahnstraße“, sagte sie. „Menschen können sich nur integrieren, wenn sie auf eine Gesellschaft treffen, die offen für sie ist. Diese Offenheit kann niemand von oben verordnen. Für eine solche offene Gesellschaft stehen die ungezählten Ehrenamtlichen, die sich in diesem Bereich für andere einsetzen. Sie ebnen Zugewanderten den Zugang zur Stadtgesellschaft. Dafür danke ich Ihnen allen im Namen unserer Stadt.“ Besonders hob die Senatorin hervor, dass viele zugewanderte Bremerinnen und Bremer inzwischen selber zu den Ehrenamtlichen gehören, die bei der Integration unterstützen. „Sie kennen einerseits die Probleme der Zuwanderer beim Einleben und sind andererseits Vorbild und Beispiel dafür, dass jede und jeder in Bremen seinen Platz finden kann – ganz gleich, woher er oder sie stammt.“

Senatorin Anja Stahmann begrüßt die ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuerinnen und -betreuer in der Oberen Rathaushalle, JPG, 156.8 KB
Senatorin Anja Stahmann begrüßt die ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuerinnen und -betreuer in der Oberen Rathaushalle

„Heute kommen nicht mehr so viele Menschen neu zu uns wie noch im Jahr 2015“, sagte die Senatorin weiter. Aber jede und jeder einzelne sei genauso angewiesen auf lebenspraktische Unterstützung und Empathie, und das über einen langen Zeitraum: „Wir erleben, wie schwer es ist, sich in der Fremde zu orientieren, Ämter und Behörden, Kita und Schule aufzusuchen – manche trauen sich erst gar nicht aus ihrem Wohnheim. Wie erleichternd muss es da sein, sich nicht allein gelassen zu fühlen, jemanden zu haben, der die vielen geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze in der neuen Heimat vermittelt oder der einfach nur zuhört.“ Integrationslotsen, Mentorinnen, Mentoren, Patinnen und Paten, Sprachmittler und die vielen anderen Ehrenamtlichen spielten daher eine besondere Rolle bei der Integration: „Unterstützung bei Behördengängen oder beim Ausfüllen von Formularen, gemeinsamer Sport, die unverbindliche Begegnungen in Sprachcafés oder die ganz verbindliche Aufnahme eines unbegleiteten Minderjährigen – es gibt so vieles, womit Ehrenamtliche Bremen zu einer lebenswerten Stadt für Menschen aus aller Welt machen.“

Wie viele Bremerinnen und Bremer sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, lasse sich nicht einmal schätzen. „Es sind auf jeden Fall immer noch sehr viel mehr, als hier heute versammelt sind“, sagte die Senatorin, „auch wenn das Thema Zuwanderung von den Titelseiten der Zeitungen weitgehend verschwunden ist.“ Viele seien schon seit Jahren dabei und böten damit oftmals das Gerüst für andere, die ein Engagement in jüngerer Zeit aufgenommen hätten.

Hintergrund:
Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber, die in Bremen Schutz gesucht haben, ist in den vergangenen drei Jahren beständig zurückgegangen. Insgesamt hat das Land im vergangenen Jahr 1.358 Menschen über das Erstaufnahmesystem aufgenommen. Das ist weniger als ein Siebtel des Zuzugs aus dem Jahr 2015, als Bremen 10.274 Menschen aufgenommen hat, aber es sind immer noch fünf- bis sechsmal so viele wie vor dem Syrienkrieg. So hat Bremen im gesamten Jahr 2009 nur 248 Menschen aufgenommen. Darüber hinaus sind im Jahr 2018 knapp 1.000 Familienangehörige angekommen. Im Jahr 2018 stammte jeder zweite Asylbegehrende in Bremen aus einem der drei Länder Syrien, Afghanistan oder Iran.

Foto: B.Schneider