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Der Senator für Inneres

Gemeinsam gegen Gewalt am Rande von Fußballspielen

Vorbereitungen von Polizei und Fanbeauftragen auf das Spiel Werder - HSV

07.05.2010

Anlässlich der Bundesligaspiels zwischen dem Hamburger SV und dem SV Werder Bremen hat die Bremer Polizei gemeinsam mit den Fanbeauftragten beider Vereine ein Konzept ent-wickelt, dass dazu beitragen soll, Konflikte und gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen gegnerischen Fangruppen zu reduzieren.
Die gewalttätigen Auseinandersetzungen am Rande von Fußballspielen haben in der jüngs-ten Vergangenheit deutlich zugenommen. Es ist nicht mehr nur die 1. Bundesliga, die mit diesen Problemen zu tun hat, sondern diese reichen bis in die 3. Liga und in die Regionalligen. In der Saison 2008/2009 fanden in Bremen in der 1. und 3. Bundesliga sowie der Regionalliga insgesamt 53 Begegnungen statt. Darüber hinaus wurden noch 9 Pokalbegegnungen ausgetragen.
Im Verlauf der Spielzeit 2008/09 wurden insgesamt 117 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Insgesamt wurden 633 freiheitsentziehenden Maßnahmen durch die Polizeien durchgeführt. In der Saison 2008/09 wurden insgesamt 21 Personen im Zusammenhang mit den Spielen verletzt, darunter 2 Unbeteiligte und 6 Polizeibeamte.
Die Einsatzbelastung der Polizeien Bremen erreichte in der Saison 2008/09 einen Wert von 54.176 Einsatzstunden. Das entspricht der Jahresarbeitszeit von ca. 32 Polizeibeamten. Al-lein die Kosten für die geleisteten Arbeitsstunden belaufen sich in Bremen auf ca. 1,2 Millionen Euro.
Bei den letzten drei Heimspielen gegen den HSV gab es 245 Ingewahrsamnahmen und Festnahmen, 39 Strafanzeigen und sieben Verletzte, darunter auch ein Hamburger Fan, der vor dem Halbfinalspiel im UEFA-Cup durch einen pyrotechnischen Gegenstand ein Auge verloren hat. Bei den drei Spielen wurden jeweils 400 bis 650 Polizeikräfte eingesetzt.

„Um die Belastung für die Polizei, aber vor allem auch für die Mehrheit der friedlichen Fans und die Bürgerinnen und Bürger zu senken, gilt es neuen Strategien zu entwickeln, Strate-gien, die in erster Linie zur Deeskalation und zu einer Entlastung der Polizei führen“, sagte der Senator für Inneres und Sport, Ulrich Mäurer. Deswegen habe die Polizei im Vorfeld der Begegnung Kontakt zu den Fanbeauftragten beider Vereine aufgenommen und mit ihnen eine Reihe von Maßnahmen vorbereitet, die der Deeskalation dienen sollen.
„Wir müssen vor allem die Gefahren, die aus Fanmärschen entstehen, nachdrücklich unter-binden“, erläuterte Mäurer. „Aus Fanmärschen heraus werden häufig Straftaten verübt. Die polizeiliche Kontrolle erfordert einen starken Kräfteeinsatz. Darüber hinaus stellen Fanmärsche zudem eine Provokation für die Heimfans dar und können so zu einer Gewalteskalation beitragen, durch die auch Unbeteiligte und Anwohner beeinträchtigt werden.“

Durch den Transport der Fans, insbesondere der Risikofans mit Bussen oder Bahnen vom Hauptbahnhof bis in Stadionnähe können nach Ansicht des Senators die Probleme gemil-dert werden.
Außerdem ist es sinnvoll, in Stadionnähe zentrale Treffpunkte mit gastronomischen Einrich-tungen für gegnerische Fans zu schaffen. Ggf. ist bei dem gastronomischen Angebot und dem „Ambiente“ der regionale Aspekt der Gästemannschaften ebenfalls zu berücksichtigen, so dass diese Fans sich in gewisser Weise „heimisch“ fühlen.
Diese Aspekte sind in die Vorbereitungen für das Spiel Werder gegen den HSV eingeflos-sen. Die Maßnahmen wurden von der Polizei gemeinsam mit den Fanbeauftragten geplant und werden jetzt an die Fans über einen Brief der Polizei kommuniziert.

Anlage:
Brief der Polizei Bremen an die HSV-Fans (pdf, 182.9 KB)