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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Senatorin Stahmann bilanziert Sprach- und Integrationsmittler-Projekt

55 "Sprinter"-Kräfte unterstützen Geflüchtete beim Einleben in eigenen Wohnraum

20.09.2018

Mit dem Umzug eines Geflüchteten aus einer Gemeinschaftsunterkunft in eine selbst angemietete Wohnung ist das Einleben in die Gesellschaft noch lange nicht abgeschlossen. Es kommen Briefe vom Vermieter, Energieversorger oder von Behörden, Gespräche müssen geführt werden mit Schule, Kindergarten und dem Arzt. Zudem steht die Suche nach Aus- und Fortbildungsplätzen an, beziehungsweise der Berufseinstieg. Um Menschen in dieser Phase zu unterstützen, hat Bremen im Jahr 2015 das Projekt "Sprint Wohnen" ins Leben gerufen, die Sprach- und Integrationsmittler. 55 Sprinter sind inzwischen im Einsatz, allein in den ersten sechs Monaten des Jahres waren sie über 17.000 Mal gefragt. "Die Sprinter sind eine ganz wichtige Brücke in unsere Gesellschaft", sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport.

"Viele Sprinterinnen und Sprinter haben selbst Fluchterfahrung", betonte die Senatorin. "Aus einer vergleichbaren Lebenssituation heraus entstehen Anknüpfungspunkte, die unsere Gesellschaft anders gar nicht bieten könnte." Beschäftigt werden die Sprach- und Integrationskräfte über den Beschäftigungsträger "Förderwerk". Sie sind also derzeit ohne berufliche Perspektive auf dem regulären Arbeitsmarkt – obwohl viele von ihnen eine hohe fachliche Qualifikation in ihren Heimatländern erworben haben. Senatorin Stahmann: "Die Sprinter wachsen selber an ihrer neuen Aufgabe und qualifizieren sich damit auch weiter für den hiesigen Arbeitsmarkt."

Die Anbindung an das Förderwerk und die damit verbundenen Finanzmittel der Bundesagentur für Arbeit und der Europäischen Union halten die Kosten für das Projekt aus Bremischer Sicht gering. Sie liegen bei 340.000 Euro jährlich, 100.000 davon bringt die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport auf, 240.000 der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen. Der Rahmen ist das Landesprogramm LAZLO, das Bremen gemeinsam mit den Jobcentern Bremen und Bremerhaven trägt. Es schafft sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse und ist zunächst bis Jahresende angelegt. "Wir hoffen natürlich auf eine Fortsetzung dieses für die Integration in beide Richtungen wirksamen Programms. Es hilft den neu Ankommenden beim Einleben und verschafft denen, die schon etwas länger hier sind, wichtige Berufserfahrungen", sagte Senatorin Stahmann. "Die Gespräche im Senat werden dazu bereits geführt."

Das Projekt "Sprint Wohnen" betreut Menschen in ganz Bremen. Die Standorte liegen in Huchting, wo 21 Kräfte verortet sind, in Vegesack mit 14 und in der Vahr mit 20 Sprinterinnen und Sprintern. An allen drei Standorten gibt es Kräfte, die sie anleiten und unterstützen.