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Senatskanzlei

Mahnmal am Bunker Valentin soll für die Zukunft nachdenklich machen

Bürgermeister Carsten Sieling und Bürgerschaftspräsident Christian Weber legen Kränze zum 35. Jahrestag nieder

17.09.2018

35 Jahre nach der Errichtung des Mahnmals „Vernichtung durch Arbeit“ am Bunker Valentin haben Bürgermeister Dr. Carsten Sieling und Bürgerschaftspräsident Christian Weber am Sonntag (16. September) Kränze am Gedenkort niedergelegt. Das Mahnmal erinnert an die KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter, die beim Bau des U-Boot-Bunkers den Tod fanden.

Bürgerschaftspräsident Christian Weber, Marc Hivernat, Christel Trouvé und Bürgermeister Dr. Carsten Sieling legen am 16.09.2018 Kränze ab am Mahnmal am Denkort Bunker Valentin, JPG, 197.2 KB
Bürgerschaftspräsident Christian Weber, Marc Hivernat, Christel Trouvé und Bürgermeister Dr. Carsten Sieling legen am 16.09.2018 Kränze ab am Mahnmal am Denkort Bunker Valentin

„Das Mahnmal ist Ausdruck der Erinnerung an die Zwangsarbeiter und Anerkennung der Schuld, die die Stadt Bremen und ihre Bürgerinnen und Bürger damals auf sich geladen haben“, sagte Carsten Sieling in seiner Ansprache. „Gleichzeitig ist es Ausdruck einer bremischen Stärke, nämlich der Bereitschaft, sich kritisch mit der Geschichte der Stadt auseinanderzusetzen.“ Es helfe auch den nachfolgenden Generationen, aus dem Vergangenen zu lernen und sie „für die Zukunft nachdenklich zu machen“. Allen Formen von Rassismus und Menschenverachtung, von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Homophobie sei auch heute entschieden entgegenzutreten. „Das ist eine der Lehren dieses Ortes und eine der Botschaften dieses Mahnmals. Es mag 35 Jahre alt sein, aber es ist heute aktueller denn je“, so der Bürgermeister.

Bürgermeister Sieling spricht zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gedenkveranstaltung am Mahnmal Bunker Valentin, JPG, 207.1 KB
Bürgermeister Sieling spricht zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gedenkveranstaltung am Mahnmal Bunker Valentin

Bürgerschaftspräsident Christian Weber erinnerte in seiner Rede an seinen Aufenthalt in der französischen Stadt Murat, aus der im Juni 1944 120 Männer und Frauen deportiert und unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Deutschland verfrachtet worden waren. Viele von ihnen mussten im KZ-Außenlager Bremen-Farge beim Bau des U-Boot Bunkers Valentin Zwangsarbeit leisten. Weber hatte sich 2014 bei den Bürgerinnen und Bürgern von Murat für die Verbrechen entschuldigt, die ihre Vorfahren, Verwandten, Nachbarn und Freunde in Bremen erdulden mussten.

Ehrengäste der Gedenkveranstaltung, die unter anderem von der Bremer Landeszentrale für politische Bildung organisiert wurde, waren Marc Hivernat und Petra Mglej. Marc Hivernat ist der Enkel von Marius Hivernat, der im Juni 1944 aus Murat deportiert und am 16. Dezember 1944 im Alter von 48 Jahren in Bremen-Farge gestorben war. In seiner Rede rief Hivernat dazu auf, die pädagogische Arbeit am Denkort Bunker Valentin zu verstärken. Petra Mglej erinnerte in ihrer Ansprache an ihren Vater, den Bremer Künstler Fritz Stein, der das Mahnmal 1983 erschaffen hat.

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