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Die Senatorin für Finanzen

Persönlicher Kontakt ist das beste Mittel gegen Vorurteile

Bürgermeisterin Karoline Linnert zu Besuch in der Fatih-Moschee

19.04.2018
Gemeindemitglieder und Karoline Linnert (zweite von rechts) im prächtigen Gebetsraum der Fatih-Moschee, JPG, 105.3 KB
Gemeindemitglieder und Karoline Linnert (zweite von rechts) im prächtigen Gebetsraum der Fatih-Moschee

Zum zweiten Mal in sechs Monaten wurde die Fatih-Moschee im März Opfer antimuslimische Schmierereien. Als Zeichen der Solidarität mit der Gemeinde besuchte Bürgermeisterin Karoline Linnert am Mittwoch (18. April 2018) die Gemeinde. Sie verurteilte die islamfeindlichen Parolen scharf. „Für hasserfüllte, menschenverachtende Parolen und Schmierereien habe ich kein Verständnis. Bremen ist bunt. Wir sind eine weltoffene Stadt. Ich bin froh über die Vielfalt der hier lebenden Menschen.“ Der Gemeindevorsitzende Zekai Gümüs berichtete von Drohbriefen und Hassmails, die leider keine Einzelfälle seien: „Sogar bei meinem Arbeitgeber wurde ich mit falschen Anschuldigungen diffamiert.“ Vahit Bilmez, Vizepräsident der Islamischen Föderation Bremen, fügte hinzu: „Am meisten sorgen wir uns um die Kinder, die zum Teil sehr verunsichert reagieren.“

Die Gemeindemitglieder betonten, dass sie sich als Teil der Gesellschaft verstehen. Kommentar von Ahmet Koc: „Der Islam gehört zu Deutschland. Das anzuzweifeln ist für Muslime, die Deutschland als ihre Heimat betrachten, hier aufgewachsen sind, arbeiten und Steuern bezahlen, befremdlich.“ Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einig: Persönliche Kontakte sind wichtig. Wenn Menschen sich kennenlernen, miteinander reden, ist das der beste Weg, Vorurteile abzubauen. Eine gute Gelegenheit bieten Moscheeführungen oder gemeinsame Essen während des Ramadans, der am 16. Mai beginnt und bis zum 14. Juni dauert. Eine besonders intensive Zeit für die Gemeinde. In einem großen Zelt wird allabendlich nach Sonnenuntergang gemeinsam gegessen. Vahit Bilmez betont: „Alle sind willkommen. Wir freuen uns über Gäste aller Religionen und Nationalitäten.“

Stolz berichtete Zekai Gümüs über den Fortschritt beim vierstöckigen Moschee-Anbau. „Alles wird ausschließlich aus Spendengeldern finanziert. Deshalb dauert es länger, Stück für Stück wächst der Anbau, immer dann, wenn neue Spenden eingehen.“ Mehr Platz kann die Gemeinde gut gebrauchen, für den geplanten Kindergarten, Wohnraum für StudentInnen und diverse Kursangebote. Ebru Ecevit berichtet, dass für Nähkurse zurzeit kein Platz sei. Angeboten werden aktuell unter anderem Treffen zum Koranübersetzen, zur Vorbereitung auf den neuen Lebensabschnitt nach Beendigung der Schulzeit sowie diverse Nachhilfekurse.

Foto: Pressereferat, Die Senatorin für Finanzen