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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Bericht über Kannenberg-Insolvenz in Sozialdeputation

Nur den Sattelhof betreibt der Träger vorerst weiter

15.02.2018

Nach dem am 1. November 2017 das Amtsgericht Walsrode auf den Insolvenzantrag der Akademie Lothar Kannenberg GmbH die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet hatte, hat es mit Beschluss vom 26. Januar 2018 das Insolvenzverfahren endgültig eröffnet und Eigenverwaltung angeordnet. Das teilte Sozialsenatorin Anja Stahmann heute (Donnerstag, 15. Februar) während der Sitzung der Deputation für Soziales, Jugend und Integration mit.

Die Akademie Lothar Kannenberg betreibt inzwischen nur noch die Einrichtung Sattelhof. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens soll diese an einen anderen Träger übergeben werden; dazu werden bereits konkrete Gespräche geführt. Die Einrichtung mit bis zu zehn Plätzen ist derzeit mit acht Jugendlichen belegt.

Weiter in Betrieb bleibt auch die Jugendhilfeeinrichtung „Landgraf“ in Huchting, allerdings unter dem Träger „Wolkenkratzer“, der damit die Verantwortung für 43 unbegleitete Minderjährige übernommen hat. Auch die Einrichtung an der Rekumer Straße in Bremen Nord hat mit der Wildfang GmbH einen neuen Betreiber, allerdings mit einem anderen Konzept und dem Schwerpunkt „Schulverweiger“.

Aufgegeben worden sind inzwischen die einzige Mädcheneinrichtung der Akademie, Villa Vielfalt in Farge, sowie das Zollhaus in Utbremen, die Lorentstraße in Sebaldsbrück und die Horner Eiche. Alle Bewohnerinnen und Bewohner sind in anderen Einrichtungen aufgenommen worden, unter anderem im ehemaligen Hotel Landgraf. Über Nachnutzungen der jetzt leerstehenden Gebäude wird bereits nachgedacht. Am weitesten sind die Überlegungen für die Horner Eiche gediehen, wohin im Laufe des Jahres die Erstaufnahmeeinrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge verlagert werden könnte. Der jetzige Standort in der Steinsetzer Straße, würde wegen seines baulichen Zustandes aufgegeben.

Mit dem Betriebsrat der Akademie Lothar Kannenberg sind inzwischen ein Sozialplan und Interessenausgleich verhandelt worden. Zur Vermittlung der Beschäftigten in den Arbeitsmarkt wurde eine Transfergesellschaft gegründet.

Mit Stand zum Jahresende stehen den Forderungen der Stadtgemeinde Bremen in Höhe von 7,1 Millionen Euro Forderungen der Akademie Kannenberg in Höhe von 3,6 Millionen Euro gegenüber. Bis zum 26. Februar können die Forderungen der Gläubiger angemeldet werden.