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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Übergangswohnheim für Geflüchtete in Osterholz kann bezogen werden

Senatorin Stahmann: Übergangswohnheime sind weiter unverzichtbar

07.10.2016

Im Osterholzer Ortsteil Tenever hat die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, Anja Stahmann, heute (Freitag, 7. Oktober 2016) ein neues Übergangswohnheim in die Trägerschaft der Inneren Mission übergeben. Die Einrichtung aus fünf doppelstöckigen Container-Wohngebäuden für bis zu 150 Geflüchtete wird den Betrieb in diesen Tagen aufnehmen. "Auch wenn das Thema Flucht inzwischen die Schlagzeilen nicht mehr so beherrscht wie vor einem Jahr, brauchen wir weiterhin angemessenen Wohnraum", sagte Senatorin Stahmann. Zwar seien die Turnhallen geräumt und sämtliche Großzelte inzwischen abgebaut, "aber zu viele Menschen leben noch immer unter sehr beengten Verhältnissen in Notunterkünften wie Gewerbe- oder Leichtbauhallen, verbunden mit erheblichen Einschränkungen in der Privatsphäre. Das mag für eine Weile zumutbar sein, aber das ist kein Dauerzustand." Für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner sei das Übergangswohnheim an der Neuwieder Straße daher eine bedeutende Verbesserung.

Wohncontainer für 150 Menschen sind jetzt an der Neuwieder Straße aufgestellt und können demnächst bezogen werden. Derzeit werden noch Restarbeiten erledigt.  , JPG, 49.2 KB
Wohncontainer für 150 Menschen sind jetzt an der Neuwieder Straße aufgestellt und können demnächst bezogen werden. Derzeit werden noch Restarbeiten erledigt.

Auf dem von der Gewoba gepachteten, circa 5.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Andernacher / Ecke Neuwieder Straße, werden die Geflüchteten in Zweibettzimmern wohnen. "Es ziehen Familien und Alleinstehende ein, für ihre Versorgung sind sie selbst verantwortlich", sagte die Senatorin. Sanitärbereiche und Küchen nutzen die Bewohner eines Hauses jeweils gemeinsam, außerdem verfügen alle Häuser über einen Gemeinschaftsraum.

Jedes der fünf Gebäude ist aus 28 Wohncontainern zusammengesetzt, das Obergeschoss ist mit außenliegenden Treppen zugänglich. "In Abstimmung mit Stadtplanung und Bauordnung ist eine Gestaltung entstanden, die sich an den Straßenverlauf anlehnt, die vorhandene Gestaltung des Geländes berücksichtigt und nicht mit Einschränkungen für die Nutzung des angrenzenden Freigeländes verbunden ist", erläutert Peter Hoffmann, Leiter der Abteilung Projektsteuerung Bau bei Immobilien Bremen (IB), Anstalt öffentlichen Rechts (AöR). In der Regie von IB ist der Container-Bau entstanden. In einem der fünf Gebäude sind im Erdgeschoss Verwaltung und Wachdienst untergebracht sowie das Waschhaus mit den Waschmaschinen. Die Betreuung ist mit 3,75 Vollzeitstellen gewährleistet, außerdem ist abends und am Wochenende ein Sicherheitsdienst vor Ort.

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Die Planungs- und Bauzeit hat zehn Monate betragen, so IB-Projektsteuerer Peter Hoffmann. Die 170 Container mit einer Brutto-Geschossfläche von 2.550 Quadratmetern seien innerhalb von acht Wochen montiert worden. Die Wärmedämmung der Container-Bauten entspreche den Vorschriften der Energie-Einsparverordnung für Neubauten. Die durch das Bremer Architektenbüro Feldschnieders+Kister BDA geplanten Häuser sind mit Satelliten-TV und einer Zentralheizung in jedem Gebäude ausgestattet. Eine zentrale Brandmeldeanlage sorgt für die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner.

Hintergrund: Plätze und Einrichtungen für Geflüchtete in Bremen
Insgesamt verfügt die Stadtgemeinde Bremen nunmehr über 30 Übergangswohnheime mit zusammen rund 3.500 Plätzen. Darüber hinaus stehen rund 2.500 weitere Plätze in 17 Notunterkünften zur Verfügung. Das Land stellt zudem rund 1.300 Plätze in Einrichtungen der Erstaufnahme zur Verfügung. Derzeit leben rund 1.900 Menschen in Notunterkünften oder der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes.

Bis zum Jahresende werden voraussichtlich 800 Plätze in Übergangswohnheimen bezugsfertig werden. Zum Vergleich: Zu Beginn des Jahres 2013 gab es in Bremen drei Übergangswohnheime mit zusammen 755 Plätzen sowie die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung mit circa 250 Plätzen. Vorrang habe allerdings weiterhin der Umzug in eine eigene Wohnung, sagte Senatorin Stahmann. Seit Anfang 2014 haben rund 3.800 Geflüchtete eine selbst angemietete Wohnung in Bremen bezogen.

Knapp 3.700 kurzzeitig genutzte Notplätze sind indes wieder aufgelöst worden. Das betrifft unter anderem rund 1.100 Plätze in Turnhallen und 1.850 in Zelten sowie mehrere hundert Plätze in der Messe- und der Eissporthalle sowie in Jugendherbergen. Insgesamt waren bis zu 25 Immobilien vorübergehend und behelfsmäßig für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt worden.

Bis Ende September 2016 hat das Bundesland Bremen 2.797 Geflüchtete aufgenommen, davon knapp 2.250 in der Stadt Bremen und gut 550 in der Stadt Bremerhaven. Zum Vergleich: In den ersten neun Monaten des Jahres 2015 hatte das Land Bremen bereits 5.475 Geflüchtete registriert und untergebracht. Derzeit registriert das Land Bremen pro Monat rund 200 Geflüchtete. Bundesweit stammen nach wie vor die meisten Asylbegehrenden aus Syrien (14,02 Prozent). Es folgen Antragstellerinnen und Antragsteller aus den Ländern Irak (9,05 Prozent), Afghanistan (8,78 Prozent), Eritrea (7,11 Prozent), Nigeria (4,32 Prozent), Iran (4,18 Prozent), Armenien (3,44 Prozent), Somalia (3,39 Prozent), Albanien (3,18 Prozent) und Aserbaidschan (3,13 Prozent).

Fotos: Pressereferat der Senatorin