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Sonstige

„Ein Schub in den Unternehmen“

27.08.2003

Norddeutscher Mittelstandstag versammelt Unternehmer

Die HVG (Messe Bremen) teilt mit:

„In der Krise haben sich viele der Bequemlichkeit des Zweifels hingegeben, doch die Zukunft hat begonnen. Wir müssen uns heute der elektronischen Medien bedienen, weil sie Transparenz ermöglichen. Wenn wir uns nicht bewegen, dann bewegen sich andere.“ Hartmut Perschau, Bremens Senator für Wirtschaft und Häfen sprach am Mittwoch, den 27. August, vor vollem Haus im Messe Centrum Bremen. Der Norddeutsche Mittelstandstag lud zu Information und Diskussionen im Rahmen der Fachmesse Mittelstandonline. „Erfreulicherweise ist jetzt ein Schub in den Unternehmen zu beobachten – Die Online-Zugänge und der Einsatz von E-Business haben stark zugenommen“, sagte Perschau.

Der Norddeutsche Mittelstandstag - Ein Forum mit Gästen aus ganz Norddeutschland und namhaften Referenten. Prof. Dr. h.c. Lothar Späth beispielsweise sprach über internationales Benchmarking, das Deutschland klare Standortnachteile bescheinige. „Wenn sich ein Autohersteller nach einem Produktionsstandort umsieht, dann guckt er sich an, wo ist die beste Logistik, Lohnkosten, Knowhow, Steuern, Händlernetz. Da wird der sich für Dublin oder Barcelona entscheiden, aber nicht für Deutschland.“ Dies liege an hohen Produktionskosten und mangelnder Flexibilität.

„Die Wertschöpfung pro Bürger muss einfach riesengroß sein“, so der frühere Ministerpräsident Baden Württembergs. In der Bundesrepublik müsse man in die Zukunft investieren und zwar indem man Innovation, Forschung und Bildung fördere. Diese ausgebildeten Leute müssten dann auch hier gehalten werden „Es gibt kein Land, das so viele Nobelpreisträger hervor gebracht hat, die in den USA leben“, sagte Späth. Junge Unternehmer sollten dadurch gefördert werden, in dem man ihnen beispielweise in den ersten zwei Jahren die Steuern erlässt. „Deutschland ist ein Leistungsland . Wir sollten hier nicht Deutschland sucht den Superstar anbieten, sondern Deutschland sucht den Superunternehmer.“ Die Leute seien durchaus willig, doch das derzeitige System sein kompliziert und verstrickt und halte junge dynamische Leute davon ab, das zu tun, was sie eigentlich können. „Wenn die was machen wollen, müssen sie erst zum Rechtsanwalt, zum Steuerberater, zum Finanzamt, zum Notar.“

Die Unternehmer müssten Druck auf die Gesellschaft ausüben, um ein anderes Klima für Leistung und Arbeit zu erzeugen. „Wir müssen wieder Spaß an der Leistung haben, damit wir uns die anderen Späße leisten können.“

Die Mittelstandonline öffnet noch einmal am Donnerstag, 28. August von 10 bis 18 Uhr ihre Pforten.