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Sonstige

Beunruhigt, umgetrieben, immer auf der Suche Veranstaltungsreihe widmet sich Klaus Mann

18.02.2000

Dem ältesten Sohn Thomas Manns, Klaus Mann, widmen jetzt Stadtbibliothek und Volkshochschule eine gemeinsame Veranstaltungsreihe, die an drei Sonnabenden in der Bibliothek Neustadt stattfindet. Klaus Mann wurde mit der "Mephisto"-Rezeption ab 1981 wieder entdeckt und avancierte mittlerweile zum Kultautor. "Immer schweifend, immer ruhelos, beunruhigt, umgetrieben, immer auf der Suche", so hat er sich selbst in seiner Autobiographie charakterisiert und hinzugefügt, sein Leben sei "die Geschichte eines Schriftstellers, dessen primäre Interessen in der ästhetisch-religiös-erotischen Sphäre liegen, der aber unter dem Druck der Verhältnisse zu einer politisch verantwortungsbewussten, sogar kämpferischen Position gelangt". Zur entscheidenden Zäsur für diese Entwicklung wurde der Machtantritt der Nazis, der ihn 1933 das Land verlassen und bald zu einem Repräsentanten der ins Exil getriebenen deutschen Schriftsteller werden ließ. Klaus Mann, geboren 1906, nahm sich 1949 in Cannes das Leben.


Die von Almut Straßburg-Grönzin und Erwin Miedtke konzipierte Veranstaltungsreihe startet am Sonnabend, 26. Februar mit "Ruhe gibt es nicht, bis zum Schluss", einem Vortrag und einer Lesung des Hamburger Germanisten Dr. Uwe Naumann. Am darauffolgenden Sonnabend (4. März) liest der Schauspieler Peter Pagel aus dem autobiographischen Werk von Klaus Mann. Unter dem Titel "Die schlimmen" zeichnet. Irmela von der Lühe, Professorin für Neuere Deutsche Literatur in Göttingen, in ihrem Vortrag am 11. März die privaten und politischen, die familiären und literarischen Dimensionen einer Geschwisterbeziehung nach, in der sich Lebens- und Zeitgeschichte unseres Jahrhunderts spiegeln.