Sie sind hier:
  • Erinnerungen gesucht: Bremer Kindheit,Jugend und Schule im Nationalsozialismus

Sonstige

Erinnerungen gesucht: Bremer Kindheit,Jugend und Schule im Nationalsozialismus

02.03.2000

Die Schulgeschichtliche Sammlung Bremen teilt mit:

"Die Aufsatzhefte möchte ich nicht aufbewahren". "Jetzt kann ich Ihnen die Fotos ja zeigen". "Wir sind leider ausgebombt". Diese und ähnliche Sätze hören die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulgeschichtlichen Sammlung Bremen häufig, wenn sie Zeitzeugen nach Erinnerungsstücken aus der Zeit des Nationalsozialismus fragen. Und doch bringen Besucher immer wieder wertvolle Erinnerungen ins Museum mit. Anlässlich der Wiedereröffnung der Sonderausstellung "Aufbruch und Gleichschaltung –Lebendige Reformpädagogik und ihr Ende 1933" bekam die Sammlung zum Beispiel das Foto eines Jungen im Vorschulalter mit Wimpel und Hakenkreuzfahne und das "Handbuch für Pimpfe".

Für das kommende Jahr plant die Schulgeschichtliche Sammlung Bremen eine Ausstellung zum Thema "Bremer Kindheit, Jugend und Schule im Nationalsozialismus" und möchte daher ihren bisherigen Bestand erweitern. Gesucht werden Schulbücher und Hefte, Tagebuchnotizen aus der Kinderlandverschickung, Berichte über Unterrichtsausfall wegen Luftalarm, über Nächte im Bunker, Erinnerungsstücke aus der Zeit beim Deutschen Jungvolk und im Jungmädelbund, in der Hitlerjugend und beim BDM. Von hohem dokumentarischen Wert sind für die Arbeit der Sammlung Fotos als Luftschutzhelfer, Flakhelfer, beim Kriegshilfsdienst, beim Reichsarbeitsdienst und zum Bereich Schüler und Lehrer als Soldaten.

Mit den Gegenständen und Fotos verbinden sich viele Erlebnisse: Welche Auswirkungen auf das Schulleben und den Alltag hatten die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, die Verfolgung der jüdischen Mitbewohner und der Beginn des Zweiten Weltkriegs? Die Schulgeschichtliche Sammlung möchte diese Erinnerungen in persönlichen Gesprächen festhalten und für ihre Museumsarbeit bewahren.

Die Schulgeschichtliche Sammlung bittet die Bremerinnen und Bremer, in Familienalben und Dokumentenmappen, im Bücherschrank und in Kästen im Keller oder auf dem Dachboden nach solchen Erinnerungsstücken zu suchen. Ansprechpartner in der Sammlung sind Ursula Carr, Jürgen Engler und Ilse Rohleder. Sie sind unter Telefon 361-3030 zu erreichen und verabreden gern einen Termin mit den Zeitzeugen. Die Schulgeschichtliche Sammlung Bremen befindet sich im Schulgebäude Auf der Hohwisch 61-63.