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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

„Wir müssen die Wettbewerbsfähigkeit der Stadthalle stärken“

22.08.2003

Wirtschaftssenator Perschau zu den Konsequenzen aus der aktualisierten Marktanalyse

Die von der Bremischen Bürgerschaft im Juli dieses Jahres debattierte aktualisierte Markt- und Bedarfsanalyse für den Ausbau der Stadthalle liegt jetzt vor. Ihre wesentliche Aussage: An einer Erweiterung der Stadthalle führt kein Weg vorbei, will Bremen als Standort für Konzertveranstaltungen und internationale Sportereignisse weiter in der ersten Liga deutscher Veranstaltungszentren mitspielen. Die Konkurrenzsituation hat sich seit der im März 2002 vorliegenden ersten Studie eher noch verschärft. „Für mich besteht daher kein Zweifel daran, dass wir jetzt rasch die Arbeiten entschlossen fortsetzen müssen. Wir haben allen Grund, die Wettbewerbsfähigkeit der Stadthalle Bremen zu stärken und damit ihre sehr gute Positionierung nicht länger zu gefährden. Das Management der Stadthalle verfügt über große Erfahrung und hohe Kompetenz. Zudem bieten wir die direkte Anbindung an ein attraktives Kongresszentrum und die Messehallen. Unsere Erfolgsaussichten sind gut und deshalb müssen wir jetzt investieren“, erklärte dazu heute Wirtschaftssenator Hartmut Perschau.

Seit der ersten Untersuchung aus dem März 2002 haben sich nach Ansicht der Autoren der Symbios AG „die zentralen Parameter im Wesentlichen nicht verändert … Die generelle Nachfrage ist im Vergleich zum Vorjahr sogar noch gestiegen, die Anzahl von Tourneen im Konzertbereich und gerade bei den Top-Acts hoch wie nie“, heißt es in der Studie. Die Meinung der von Symbios befragten Konzertveranstalter ist eindeutig. Die Aussage von Fritz Rau, Concert Büro GmbH, Altmeister der deutschen Tournee-Veranstalter, steht hier exemplarisch: „Man kann es nicht oft genug sagen: je mehr Halle, je größer die Stadthalle Bremen ist, umso größer sind die Chancen für Bremen auf dem Veranstaltungsmarkt insgesamt. Erweiterung, Sanierung und Modernisierung der Bremer Stadthalle – in Verbindung mit einer deutlichen Erhöhung der Sitzplatzkapazität – ist eine Investition in die Zukunft der Veranstaltungsbranche in Bremen. Bremen muss sich dem Wettbewerb stellen, denn es ist ein Top-Standort im Norden.“

Die Studie verweist darauf, dass insbesondere seit der Eröffnung der ColorLine Arena im vergangenen Jahr in Hamburg ein Abwanderungsprozess festzustellen ist und zahlreiche Veranstaltungen nicht mehr in Bremen stattfinden. Auch für hochrangige internationale Sportveranstaltungen erweist sich die Bremer Stadthalle inzwischen als zu klein. Auch für die Tischtennis-Weltmeisterschaft 2006 ist eine Erweiterung zwingend notwendig. Sollte sie nicht erfolgen, steht deren Durchführung in Bremen in Frage.

Fest steht daher auch, dass lediglich eine Grundsanierung der Stadthalle, wie sie unbestritten erforderlich ist, weder die Abwanderung attraktiver Veranstaltungen aufhalten würde noch die Voraussetzung bildete, um neue Veranstaltungen in Konkurrenz zu anderen Hallen zu akquirieren.

Zur aktuellen öffentlichen Debatte bemerkte Wirtschaftssenator Perschau: „Ohne Zweifel verfügt die Stadthalle über eine herausragende Architektur. Es handelt sich bei dem Gebäude aber unzweifelhaft um einen Zweckbau. Nach fast vierzigjähriger Nutzung ist er den heutigen Anforderungen des Veranstaltungsmarktes sowie den bautechnischen und sicherheitstechnischen Erfordernissen anzupassen.“

Was die Sichtverhältnisse betrifft, so verwies Senator Perschau darauf, dass sie für die neu entstehenden Plätze umfassend geprüft und mehrfach optimiert worden sind. „Tatsache ist, dass die Erschließung der Tribünen und der Besucherkomfort durch den Umbau deutlich verbessert werden. Wir verbessern die Versorgung der Besucher und verkürzen die Wege zu den Garderoben und den Toilettenanlagen. Zudem soll ein Aufzug zur behindertengerechten Erschließung der Tribünen eingebaut werden“, so Senator Perschau.

„Ich habe in Vorgesprächen den Eindruck gewonnen, dass die Große Koalition auch in Sachen Stadthalle keine Zweifel an ihrer Entschlossenheit und Handlungsfähigkeit aufkommen lassen wird“, erklärte Senator Perschau abschließend.