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Der Senator für Inneres

Großeinsatz für ehrenamtliche Rettungskräfte im Überflutungsgebiet

12.08.2003

Am Sonnabend findet in Bremen Übung zur Deichverteidigung „Links der Weser“ statt
Innensenator Röwekamp: Katastrophenschutz muss regelmäßig auf den Prüfstand

Knapp elf Monate nach der Bremer Großübung „Starke Hanseaten“ beginnen die Feuerwehren sowie zahlreiche Einheiten freiwilliger Hilfsorganisationen aus der Hansestadt mit einer Reihe von Katastrophenschutzübungen.

Den Auftakt bildet am kommenden Sonnabend (16. August) das Thema „Deichverteidigung“ am linken Weserufer in Höhe Seehausen/Hasenbüren. Unter der Leitung des Senators für Inneres und Sport proben rund 200 Rettungskräfte den Ernstfall: Ein gebrochener Deich muss mit Sandsäcken ausgebessert werden und im Überflutungsgebiet müssen vermisste und eingeschlossene Personen gerettet werden.

In der ersten Septemberhälfte stehen bei zwei weiteren Übungen in Norddeutschland unter anderen das Thema Brandverhütung und –bekämpfung im Vordergrund: Die Feuerwehr Bremen beteiligt sich an der alle zwei Jahre stattfindenden Übung auf dem Gelände des Flughafen Bremen; außerdem nimmt die Berufsfeuerwehr gemeinsam mit Kräften der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Szenario „Schiffsbrandbekämpfung“ in Wilhelmshaven teil.

Bremens Innensenator Thomas Röwekamp nimmt die Übungen zum Anlass, auf die Bedeutung der Arbeit der Hilfs- und Rettungsdienste hinzuweisen: „Trotz der momentanen Hitzewelle sind Katastrophen wie das Oder- und Elbehochwasser nicht vergessen. Daher müssen große Schadenslagen immer wieder geübt werden – auch, um das Zusammenspiel verschiedener Einheiten und Organisationen in der Praxis zu proben!“

Der Senator erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die größte Katastrophenschutzübung Norddeutschlands „Starke Hanseaten“ vom September vergangenen Jahres: „Nicht nur die gute Vorbereitung und professionelle Durchführung hat den Erfolg dieser Großübung ausgemacht, sondern auch die akribische Nachbereitung, um Schwachpunkte zu entdecken und gemeinsam mit allen Beteiligten künftig Fehlerquellen zu vermeiden,“ so Röwekamp. „Nur wenn wir den Ernstfall unter realen Bedingungen immer wieder üben, können wir die Qualität unseres Brand- und Katastrophenschutzes langfristig sichern.“

Innensenator Thomas Röwekamp dankt vor allem den vielen Freiwilligen bei den Wehren und Hilfsorganisationen für ihr Engagement. „Meinen Mitarbeitern und allen ehrenamtlichen Helfern wünsche ich viel Erfolg bei der Deichverteidigungsübung am kommenden Wochenende.“

Das Übungszenario am Hasenbürener Deich
Die Deichverteidigungsübung am Hasenbürener Deich in Bremen-Seehausen ist eine ganztägige Veranstaltung des Senator für Inneres und Sport mit insgesamt fast 200 Teilnehmern. Zum Einsatz kommen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Arsten, Neustadt, Huchting, Strom und Seehausen, des THW, der DLRG, des Sanitäts- und Betreuungsdienstes und des Deichverbands „Links der Weser“.

Die Übungsthemen am 16. August umfassen:

  • Überprüfung der Alarmierungswege
  • Feststellung der Einsatzbereitschaft von Katastrophenschutzeinheiten
  • Rettung und Bergung von Personen nach Unglücksfällen
  • Ärztliche- sanitäts- und betreuungsdienstliche Weiterversorgung
  • Technische Hilfeleistung nach einem Unglücksfall
  • Einsatz einer technischen Einsatzleitung
  • Durchführung von Deichverteidigungsmaßnahmen
  • Versorgung der Einsatzkräfte über einen längeren Zeitraum

Die Übungs-Lage:
Äußerst stark anhaltende Regenfälle und seit Tagen anhaltender Sturm aus Nordwest hat die Weser extrem ansteigen lassen und an einigen Stellen die Deiche bereits überschwemmt. In dem Gebiet des Hasenbürener Yachthafens ist der Deich plötzlich gebrochen und hat das Hinterland überflutet.

Davon betroffen ist ein Naturschutzgebiet, in dem sich an diesem Tag der Studiengang Biologie aufhält. Rund 20 Studenten und zwei Dozenten werden plötzlich vom Wasser eingeschlossen und können sich nicht selbständig retten. Über Handy haben sie gemeldet, dass sie orientierungslos und stark unterkühlt bis zum Bauch im Wasser stehen. Zu diesem Zeitpunkt steigt das Wasser noch stündlich um 10 cm. Ein Dozent habe sich von der Gruppe gelöst um Hilfe zu holen, danach gilt er als vermisst. Es ist damit zu rechnen das er ertrunken ist. Konkrete Ortsangaben konnten nicht in Erfahrung gebracht werden, die Handy -Verbindung wurde unterbrochen und ist inzwischen noch nicht wieder aktiviert.