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Der Senator für Inneres

Innenstaatsrat Böse: Meldequote zeigt spürbar nach oben

28.06.2001

Erfreulicher Trend der vergangene Monate – Statistisches Landesamt legt "Bremen in Zahlen 2001" vor

Die Stadt Bremen hat im vergangenen Halbjahr fast 600 neue Einwohner gewonnen. Diese erfreuliche Zahl aus dem Melderegister gab der Staatsrat beim Senator für Inneres, Kultur und Sport, Dr. Kuno Böse, heute bekannt. Das Einwohnermelderegister der Hansestadt zählte im November 2000 noch 536.985 Bürgerinnen und Bürger; seitdem ist diese Zahl kontinuierlich angestiegen auf 537.563 gemeldete Bremer im April 2001.

"Nach jahrelangem Rückgang der Bevölkerungszahlen scheint sich hier eine Trendwende anzudeuten, die sicher auch etwas mit unseren Aktivitäten zur Gewinnung von Neubürgern zu tun hat", erklärte Staatsrat Böse am Mittwoch. "Der Senator für Inneres, Kultur und Sport arbeitet zusammen mit dem Stadtamt sehr intensiv daran, den Service für die Bürger zu verbessern." Besonders hob Kuno Böse das Meldemobil an der Universität Bremen hervor, welches sich jeweils zu Beginn des letzten Winter- und Sommersemesters als voller Erfolg erwiesen hat. "Dadurch haben bislang 500 Studierende ihren Hauptwohnsitz nach Bremen verlegt. Wir sehen, dass sich Flexibilität und Kundenorientierung der öffentlichen Verwaltung auszahlen – und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht." Der Staatsrat erinnerte daran, dass "uns jeder Neubürger über den Länderfinanzausgleich rund 6000 Mark an zusätzlichen Steuereinnahmen einbringt."

"Die jüngsten Statistiken bestärken uns darin, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen," so Dr. Böse mit Blick auf die Einrichtung des BürgerServiceCenter-Mitte in der Innenstadt sowie die Vorbereitungen für Lokale Dienstleistungszentren in den Stadtteilen.



Neues Bremen-Portrait "Bremen in Zahlen 2001" erarbeitet

Das Statistische Landesamt hat soeben ein aktuelles Daten-Bild über das Land Bremen in einer neugestalteten 52-seitigen Broschüre vorgelegt. Es trägt den Titel "Bremen in Zahlen 2001" und beinhaltet eine Vielzahl von Grafiken, Schaubildern und Diagrammen. Betrachtet wird die demografische, gesellschaftliche und politische Wirklichkeit eines der ältesten Teilstaaten Deutschlands aus 20 verschiedenen Perspektiven. Damit wird auch Kennern des kleinsten Bundeslandes manch überraschender Aspekt geboten. So wird daran erinnert, dass allein zwischen 1881 und 1914 rund 3,8 Millionen Menschen über Bremerhaven ausgewandert sind, mehr als aus jeder anderen deutschen Hafenstadt.

Da "Bremen in Zahlen 2001" auf den Zahlen des Jahres 2000 basiert, sind die oben erwähnten Trends der Meldequote hier noch nicht enthalten. Die Zahl der Einwohner ist nach den Ergebnissen des aktuell verfügbaren Mikrozensus zwischen 1999 bis 2000 erneut leicht um 0,3% auf 664.400 gesunken. Jedoch hat sich der so genannte "Wanderungsverlust", also die Differenz zwischen Zuzügen nach und Fortzügen aus Bremen binnen Jahresfrist halbiert: von -3.300 (1999) auf -1760 im vergangenen Jahr.

Auffälligerweise stieg demgegenüber die Zahl der Haushalte in der gleichen Zeit an, und zwar von rund 348.000 auf 356.900. Auch wenn Stichprobenergebnisse bekanntlich "Unsicherheitsspielräume" enthalten, muss davon ausgegangen werden, dass der Trend zum Allein-Wohnen (160.000 auf 168.000 Einpersonenhaushalte) in städtischen Raum unvermindert anhält, so die Statistiker.

Erneut bestätigt sich, dass Haushalte mit Kindern mittlerweile einen Minderheiten-Status in Deutschland besitzen. Vor allem Großstädte werden in immer deutlicherem Maße zu "kinderfreien Siedlungsräumen", so das Statistische Landesamt. So leben in nicht einmal mehr jedem vierten (24,5%) der mehr als 350.000 Haushalte in Bremen und Bremerhaven Kinder.

Die Altersgliederung der Bevölkerung führt die folgenreiche Veränderung der Bevölkerungsstrukturen vor Augen. Die sich schon jetzt auf dem Arbeitsmarkt abzeichnenden Mangelsituationen werden demnach in Zukunft wahrscheinlich drastisch zunehmen. Denn die Generation der 5 Jahre und jüngeren Bremer und Bremerhavener Bürger ist mit 31.000 nur annähernd halb so zahlreich wie jene der Babyboomjahre (30 bis 35-jährige) mit circa 58.000.

Die Zahl der im Lande Bremen lebenden Ausländer ist in etwa konstant (79.000) geblieben. Auch wenn ihre Gesamtzahl leicht im Rückgang begriffen ist, so stellen unter diesen die Bremer mit türkischem Pass mit weitem Abstand (30.300) die größte Gruppe, gefolgt von jenen aus dem ehemaligen Jugoslawien (7.800), Polen (5 000) und Portugal (2.600).


Eine kleine Auswahl weiterer Daten und Fakten des Statistischen Landesamtes:

  • Großes Interesse besteht weiterhin am Bau von Einfamilienhäusern. Die Zahl der Genehmigungen ist im Jahr 2000 im Lande Bremen auf über 800 Gebäude gestiegen. Rückgänge gab es hingegen bei Wohngebäuden mit 3 und mehr Wohnungen, und zwar von 97 auf 52.

  • Insgesamt sind im Lande Bremen 3.155 Ärzte und 528 Zahnärzte tätig.

  • Von den 3.938 im Jahre 2000 verstorbenen Einwohnern erlitten 719 einen Herzinfarkt, von diesen waren 397 männlichen und 322 weiblichen Geschlechts.

  • Die Zahl der Schüler an allgemeinbildenden Schulen ist auch im Jahr 2000 leicht (-0,4%) gesunken, wobei insbesondere die Grundschulen und integrierten Gesamtschulen zu den Schulgattungen mit rückläufigen Zahlen gehörten.

  • Mit 26.538 Studierenden an den Hochschulen des Landes und der Aussicht auf eine kräftige Steigerung durch Aufnahme des Lehrbetriebes an der Internationalen Universität Bremen im Herbst dieses Jahres darf sich Bremen durchaus auch als „Hochschulland“ mit sehr eigenem Profil bezeichnen.

  • Die Zahl der hier erfolgreich abgelegten Prüfungen belief sich (im Jahr 1999) auf 2.733.

  • Das wissenschaftliche und künstlerische Personal wird von 2.869 Professoren, Assistenten, Dozenten und wissenschaftlichen/künstlerischen Mitarbeitern gebildet; von diesen waren 1.985 hauptamtlich beschäftigt.


Die große, sich quantitativen Messungen eher entziehende Bedeutung der kulturellen Aktivitäten des Sozialgebildes Großstadt läßt sich an den durchweg wachsenden Zahlen der Besucher von Museen, Theatern und anderen Darbietungsinstituten belegen. Auch wenn gerade auf diesem Gebiet gesellschaftlichen Lebens die größere Zahl durchaus nicht zwangsläufig im Quervergleich die größere Bedeutung signalisiert, so darf doch darauf hingewiesen werden, dass das erst am 9. September 2000 eröffnete Universum Science Center in den wenigen Monaten dieses Jahres rund 178.000 Besucher aufwies. Ein solches Ergebnis darf in Zeiten angeblicher Ferne der jüngeren Menschen von den Naturwissenschaften schon erstaunen.


Die Beschäftigtenstatistik signalisierte bereits 1999 (2. Vj.) erstmals einen leichten Anstieg der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Er hat sich später und im Jahr 2000 nachdrücklich bestätigt.


Erstmals seit langen Jahren beginnen sich offensichtlich auf dem Gebiet der Sozialleistungen Tendenzen der Entspannung abzuzeichnen. Um mehr als 50 Millionen DM verringerten sich die Bruttoausgaben für Sozialhilfe und um 2 Millionen jene für Wohngeld.


Die ökonomische Basis Bremens bildet nach wie vor der Außenhandel, wobei auch das Produzierenden Gewerbe wie in keinem anderen Bundesland auf das Ausland ausgerichtet ist. Rund die Hälfte der erstellten Industrieproduktion wird im Ausland verkauft.


Die Zahl der angekommenen Seeschiffe hat sich erneut – diesmal um 6% - erhöht, und die der umgeschlagenen Güter sogar um sehr beachtliche 24%. Dies sind Veränderungs- und Wachstumsraten, wie sie ansonsten nur in den Wiederaufbaujahren festgestellt werden konnten.


Viele weitere Informationen aus „Bremen in Zahlen 2001“ ermöglichen eine aktuelle Einschätzung der Situation des Landes Bremen ebenso wie die Veränderung seiner wesentlichen Strukturen.


"Bremen in Zahlen 2001" ist als Broschüre oder als CD-ROM zum Preis von jeweils 5,00 DM im Statistischen Landesamt Bremen, An der Weide 14-16, 28195 Bremen, E-mail: office@statistik.bremen.de, erhältlich und in Kürze im Internet unter http:/www.bremen.de/info/statistik einzusehen. Weitere Informationen erhalten Sie unter Tel.-Nr. (0421) 361 – 6070, Fax-Nr. (0421) 361 – 6168.