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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Tiere helfen Menschen:

Bundesweit erstes Pilotprojekt in einer Bremer Alteneinrichtung

19.10.2005

Hat die Anwesenheit von Meerschweinchen und Kaninchen positive gesundheitliche Auswirkungen auf Senioren? Dieser Frage wird seit Anfang September im AWO-Altenheim Arbergen nachgegangen. Auf Initiative des "Forschungskreises Heimtiere in der Gesellschaft", Bremen, und unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Dr. Stefan Görres, Universität Bremen, wird die Wirkung des Einsatzes von Kleintieren auf die Bewohner des Altenpflegeheims untersucht.


Dass Tiere in der Psycho- und auch Physiotherapie einen positiven und unterstützenden Effekt haben können, ist allgemein bekannt. Auch werden in manchen Alteneinrichtungen bereits Bewohner/innen durch Ehrenamtliche besucht, die z.B. Hunde mitbringen. Eine fundierte wissenschaftliche Studie über den Einsatz von Tieren in Altenpflegeheimen gibt es bislang aber nicht. Das Projekt in Arbergen ist bundesweit die erste Untersuchung dieser Art und damit absolutes Neuland. Die Idee dazu wurde in Bremen geboren und wird in Zusammenarbeit mit dem Verein "Soziales Lernen mit Tieren e.V. Wedemark" und der Unterstützung der Firma Vitakraft und des "Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH)e.V." umgesetzt. Bremen wird mit dieser Untersuchung Vorreiter bei der wissenschaftlichen Fundierung des Einsatzes von Tieren in der Altenpflege.


Das Projekt

Über drei Monate bekommen vier Seniorengruppen des AWO-Altenpflegeheims in Arbergen zweimal in der Woche Besuch von der Kleintierexpertin Cornelia Dress und ihrem Kleintierzoo, bestehend aus Kaninchen und Meerschweinchen. Prof. Dr. Stefan Görres vom "Bremer Institut für angewandte Pflegeforschung (iap)" begleitet das Projekt wissenschaftlich. Dabei untersucht er mit seinen Mitarbeitern die gemeinschaftlichen und individuellen Auswirkungen der regelmäßigen Beschäftigung mit Kleintieren auf die Bewohner/innen und das Pflegepersonal.


Bremens Gesundheit- und Sozialsenatorin Karin Röpke:
"Ich bin gerne Schirmherrin des Projektes 'Heimtiere in Altenheimen'. Bei vielen Menschen, auch bei stillen und in sich gekehrten Menschen, oder bei Kranken, lösen Tiere eine Öffnung aus. Das ist eine wirkliche Steigerung der Lebensqualität und erleichtert oft auch die Kommunikation mit den Mitmenschen."


Auch im Pflegeheim Arbergen machen die Pflegekräfte und die Angehörigen die Erfahrung, dass alte Leute sich auf eine neue Art öffnen, dass sie gelöster sind.