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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Bremer Antwort auf Kyrill: 'partnerschaft umwelt unternehmen' wächst auf 82 Mitglieder

31.01.2007

„Die Botschaft des Windes lautet, dass Klimaschutz Aufgabe Nummer eins werden muss.“ Was Hubert Weinzierl, Präsident des Deutschen Naturschutzrings, in den derzeit stürmischen Zeiten proklamiert, wird bei der ’partnerschaft umwelt unternehmen’ schon seit Jahren beispielhaft praktiziert. Die Betriebe der Bremer Umweltinitiative haben das Ziel, die Umwelt durch Ressourcenschonung, mehr Energieeffizienz und weniger Treibhauseffekt nachhaltig zu schützen. Und die Zahl der aktiven Mitglieder steigt stetig: Mit dem Beitritt der HBE Holding Bremer Entsorgung GmbH & Co. KG, der Bremerhavener Dock GmbH (Bredo), der Busser Technologie GmbH, der Elektrotechnik Jantzen GmbH, der energy & meteo systems GmbH, der Hermann Pitzner GmbH – Technischer Großhandel und der Walter Ruff GmbH ist die ’puu’ seit ihrer Gründung im Jahr 2003 auf nunmehr 82 Unternehmen angewachsen. Die sieben Neuen wurden am 31. Januar im Club zu Bremen in den Kreis umweltbewusster Partner aufgenommen.

„Die Zeichen, die uns die Natur derzeit gibt, machen für mich erneut deutlich: Klima- und Umweltschutz gehen uns alle etwas an“, sagte Staatsrätin Christine Kramer anlässlich der Beitrittsveranstaltung. „Ob international tätige Konzerne, mittelständische Unternehmen oder kleine Handwerksbetriebe – jeder sollte seinen Möglichkeiten entsprechend ökologisch wirtschaften. Viele Unternehmen im Land Bremen tun es bereits, wie die ‚puu’ belegt, aber es müssen noch mehr werden.“ Kramer zeigte sich hoch erfreut darüber, dass unter den sieben Neuen auch Betriebe sind, die beweisen, dass man selbst mit Umweltschutz im Kleinen Großes bewirken kann. Denn neben weiteren Technologieunternehmen, die den Innovationsstandort Bremen / Bremerhaven mit zukunftsweisenden Entwicklungen stärken, sind Firmen dabei, die mit einfachen Mitteln und ohne technische Investitionen Prozesse ökologisch optimiert haben. Kramer: „Von ihnen können wir lernen, und ich hoffe, dass ihr Umweltengagement Vorbild für andere wird.“

Vorgestellt: Ein Müllheizwerk, eine Reparatur-Werft und fünf Dienstleister in den Bereichen Energiemeteorologie, Werkzeug- und Anlagenbau.

Eine Vorreiterrolle im aktiven Klimaschutz nimmt zum Beispiel die HBE Holding Bremer Entsorgung GmbH & Co. KG ein: Deren hundertprozentige Tochter ANO betreibt das nach EMAS und ISO 14001 zertifizierte Müllheizwerk mit Sekundärbrennstoffaufbereitung und eigenem Labor zur Eingangskontrolle, Qualitätssicherung und Überwachung. ANO ist ein anerkannter Entsorgungsfachbetrieb, der sein festgeschriebenes Umweltmanagementsystem konsequent umsetzt. So konnte die CO2-Emission entscheidend gesenkt werden. Die ANO tut aber noch mehr für die Umwelt: Im Mai 2003 wurde das Dach des Annahmebunkers begrünt, kurze Zeit später entstand ein Feuchtbiotop auf dem Werksgelände. In den nächsten Jahren sind Investitionen zur ökologischen Abschlämm- und Reinigungswasseraufbereitung geplant.

Auch der auf die Reparatur von Schiffen spezialisierten Bremerhavener Dock GmbH (Bredo) gelingt es vorbildlich, Ökonomie und Ökologie unter einen Hut zu bringen. Innerbetriebliche Prozesse werden kontinuierlich auch im Hinblick auf ihre Umweltleistungen verbessert. Zudem unterstützt das Unternehmen umweltrelevante Forschungsprojekte, zum Beispiel im Bereich signifikanter Energieeinsparungen im Dockbetrieb und kooperiert dabei mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Mehr noch: Bredo hat auch am Projekt „Green Dock“ zur Einführung eines Umweltmanagementsystems teilgenommen und sich im Rahmen einer Beratung zum produktionsintegrierten Umweltschutz, kurz PIUS, mit der Frage beschäftigt, wie produktionsbedingte Umweltbelastungen bereits während der Fertigungsphase reduziert werden können und geht damit über die gesetzlichen Anforderungen im Bereich Umweltschutz weit hinaus.

Die energy & meteo systems GmbH zeigt ihren Kunden, wie sich erneuerbare Energien noch effizienter in die Stromversorgung einbinden lassen. Mit wegweisender Technologie versorgt das Unternehmen die Energiewirtschaft mit wertvollen meteorologischen Daten. Dazu gehört zum Beispiel das von energy & meteo systems entwickelte System „Previento“ zur präzisen Windleistungsvorhersage. Auf Grundlage von Wetterdaten internationaler Wetterdienste prognostiziert „Previento“ die zu erwartende Einspeisung von Windstrom für die nächsten vier Tage, so dass Windenergie kalkulierbar und damit auch verlässlicher wird. Der innovative und zukunftorientierte Charakter des Projekts überzeugte auch im Wettbewerb um den Bremer Umweltpreises Nordwest 2006: es wurde ausgezeichnet mit dem Sonderpreis Energie im Bereich Regenerativer Energie.

Mit der Busser Technologie GmbH, einem Anlagenhersteller für die Lebensmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie, der Elektrotechnik Jantzen GmbH, einem Spezialisten für die Installation und Instandhaltung von industriellen und gewerblichen Anlagen, der Hermann Pitzner GmbH, einem technischen Großhandel, sowie der Walter Ruff GmbH, einem Fachberater für Präzisionswerkzeuge, hat die ‚puu’ vier Unternehmen gewonnen, die mit einem besonderen Managementsystem arbeiten: mit EcoStep. Das für Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern entwickelte System umfasst neben Qualitätssicherung und Arbeitsschutz auch den Bereich Umweltschutz. So zeigt es den Unternehmen neben prozessoptimierenden Potenzialen auch vielfältige Möglichkeiten, energieeffizienter und ressourcenschonender zu handeln. EcoStep ist auf die Optimierung betrieblicher Abläufe in kleinen und mittleren Betrieben zugeschnitten, der bürokratische Aufwand bei der Einführung ist auf ein Mindestmaß reduziert. Mit dem System ist eine anschließende Zertifizierung nach internationalen Standards nur noch ein kleiner Schritt.

Weitere Informationen zur ’partnerschaft umwelt unternehmen’: Koordinierungsstelle ’partnerschaft umwelt unternehmen’ c/o RKW Bremen e.V., Telefon 0471/308 31 31 oder unter www.puu-online.de. Die ’partnerschaft umwelt unternehmen’ ist eine Gemeinschaftsinitiative des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr und des RKW Bremen e.V. in Kooperation mit der BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH, der Bremer Investitions-Gesellschaft mbH und der Bremer Energie-Konsens GmbH, gefördert durch die Europäische Union. Ziel der ’puu‘ ist es, mit einem Zusammenschluss umweltaktiver Unternehmen die Vorreiterrolle des Landes Bremen beim nachhaltigen Umweltschutz weiter auszubauen.