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Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

Naturschutzgebiet Eispohl-Sandwehen in Blumenthal wird erweitert

Mehr Platz für Kammmolche, Moorfrösche und Wasserlobelien

07.02.2014
Heideweiher, jpg, 53.1 KB
Heideweiher

Das Naturschutzgebiet Eispohl-Sandwehen in Bremen-Nord wird erweitert. Mit der neu unter Schutz gestellten Erweiterungsfläche wird das Naturschutzgebiet beinahe drei Mal so groß sein wie zuvor. Das Verfahren, um diese Verordnung nach dem Bremischen Naturschutzgesetz zu erlassen, ist abgeschlossen und die Verordnung kann dem Senat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Das hat der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr gestern der Deputation berichtet.
"Mit dieser Erweiterung schützen wir eine selten gewordene Heide- und Dünenlandschaft mit vielen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Ein großes Naturschutzgebiet in einer Großstadt einzurichten, ist immer etwas Besonderes", sagte Umweltsenator Joachim Lohse zum Bericht.

Die bestehende Fläche des Naturschutzgebietes "Eispohl-Sandwehen" ist 12,4 Hektar groß. Hinzu kommt jetzt eine nördlich angrenzende, von der EU-Kommission als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) anerkannte Fläche sowie benachbarte Waldflächen. Damit wird das Naturschutzgebiet auf 35,4 Hektar vergrößert.

Die unter Schutz gestellte Fläche prägen feuchte und trockene Heidegebiete, Binnendünen und nährstoffarme Sand- und Moorgewässer. Seltene Arten wie der streng geschützte Kammmolch, der Moorfrosch, die Knoblauchkröte oder die Zauneidechse leben dort. Es gibt etwa 25 verschiedene Libellenarten, dutzende Wildbienenarten und Blauflügelige Ödlandschrecken. Außerdem kommen viele sehr seltene Pflanzenarten wie Reinweißer Hahnenfuß, Wasser-Lobelie, Lungen-Enzian oder Mittlerer Sonnentau vor. Im Erweiterungsgebiet sind Waldbestände einbezogen, in denen störungsempfindliche Vogelarten wie Wespenbussard und Kolkrabe brüten.

Eine solche Heide- und Dünenlandschaft sowie viele der dort heimische Arten kommen in Bremen und Umgebung nur an dieser Stelle vor. Erst im Landkreis Cuxhaven oder in der Lüneburger Heide findet man Ähnliches. Die bestehenden Wege durch das Naturschutzgebiet bleiben öffentlich zugänglich.

Foto: Umweltbehörde Bremen, Andreas Nagler