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Sonstige

Ein Jahrzehnt im Einsatz mit und für Bremens Bürgerinnen und Bürger

Zwei Preisverleihungen, ein Programm zum 10. Geburtstag der Bürgerstiftung Bremen

17.09.2012

Die Bürgerstiftung Bremen ist zehn Jahre alt! Grund genug für die Initiatoren, diesen Geburtstag am heutigen Montag (17.09.2012) mit interessierten Bremerinnen und Bremern sowie Wegbegleitern im Rathaus feierlich zu begehen – dem Ort, an dem die Stiftung 2002 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Bürgermeister Jens Böhrnsen betonte in seinem Grußwort unter anderem, dass die Bremer Bürgerstiftung ein Signal sei, ein Anreiz und eine Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger, sich zu engagieren, etwas für die Stadt und ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger zu tun, oder auch durch Zustiftungen und Spenden zu helfen. Seit zehn Jahren verstehe es die Bürgerstiftung, anderen Mut zu machen und aktiv zu sein, wenn es um das Wohl der Stadt geht. In diesen zehn Jahren habe sich die Stiftung zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, was nicht zuletzt auf das Engagement ihrer Mitglieder, des Stiftungsrates und des Vorstandes der Bürgerstiftung Bremen zurückzuführen ist. Böhrnsen: "Dafür möchte ich Ihnen danken."

v.l.: Andreas Hüchting, Vorstand Deutsche KindergeldStiftung Bremen, Berthold Frick, Vorstandsvorsitzender Deutsche KindergeldStiftung Bremen, Alexander Künzel, Vorstand Bürgerstiftung Bremen, Dr. Hans-Christoph Hoppensack, Vorstandsvorsitzender Bürgerstiftung Bremen, Eva Maria Haverland, Projektleiterin Caritas-Verband Bremen-Nord, Heinz Dargel, Caritas-Verband Bremen-Nord, Thomas Bretschneider, Geschäftsführer Martinsclub Bremen, und Bürgermeister Jens Böhrnsen. (Foto: Bremer Heimstiftung), JPG, 172.0 KB
v.l.: Andreas Hüchting, Vorstand Deutsche KindergeldStiftung Bremen, Berthold Frick, Vorstandsvorsitzender Deutsche KindergeldStiftung Bremen, Alexander Künzel, Vorstand Bürgerstiftung Bremen, Dr. Hans-Christoph Hoppensack, Vorstandsvorsitzender Bürgerstiftung Bremen, Eva Maria Haverland, Projektleiterin Caritas-Verband Bremen-Nord, Heinz Dargel, Caritas-Verband Bremen-Nord, Thomas Bretschneider, Geschäftsführer Martinsclub Bremen, und Bürgermeister Jens Böhrnsen. (Foto: Bremer Heimstiftung)

Im Mittelpunkt der Feierstunde im Festsaal des Rathauses standen zwei offizielle Preisverleihungen. Den Bürgerstiftungspreis Hilde Adolf 2012 der Bürgerstiftung Bremen erhielt das Projekt „Inklusive Stadt Bremen“ des Martinsclub Bremen. Erstmals vergeben wurde darüber hinaus der Preis der Deutschen KindergeldStiftung. Er ging an das Projekt „Sprachpartnerschaften“ des Caritasverbandes Bremen-Nord. Beide Preise sind mit 3.000 Euro dotiert – im Falle des Bürgerstiftungspreises Hilde Adolf gestiftet von der Bremer Tageszeitungen AG.

Rund um die Preisverleihungen führte Moderator Andreas Hoetzel die Anwesenden durch ein vielfältiges Programm: Christine Wangler und Kolja Burmester, Studierende der Hochschule für Künste Bremen, zeigten ihren Animationsfilm „Bremen gemeinsam bewegen“. Für Musik sorgte das Jugendstreichorchester „Flitzebögen“, und Andreas Hoetzel bat Gesundheitswissenschaftlerin Professor Dr. Annelie Keil sowie Marie Hoppe, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft für Bündnis 90 - Die Grünen, zu einer Talkrunde mit dem Titel „Bremen auf dem Weg zur Bürgerstadt“ auf das Podium. Der „Markt der Möglichkeiten“ bot mit verschiedenen Präsentationen auf Roll-Ups überdies Gelegenheit, mit ehemaligen Preisträgern ins Gespräch zu kommen und sich zu ihren Projekten zu informieren.

Zehn Jahre Bürgerstiftung Bremen
Die Bürgerstiftung Bremen wurde 2002 als Stiftung bürgerlichen Rechts von der Freien Hansestadt Bremen errichtet. Seither engagiert sich die Stiftung mit und für Menschen dieser Stadt, möchte ihnen Mut machen und Unterstützung bieten, um das Gemeinwohl Bremens auch selbst in die Hand zu nehmen. Unter anderem vergibt sie dazu jährlich den Bürgerstiftungspreis Hilde Adolf und würdigt auf diese Weise vorbildliche Projekte der Freiwilligenarbeit sowie der Bürgerbeteiligung. Rund 110 fremde sowie eigene Projekte konnte die Bürgerstiftung Bremen bereits fördern – mit etwa 900.000 Euro. Zudem gelang es in den vergangenen zehn Jahren mit Hilfe zahlreicher Unterstützer aus den Reihen Bremer Bürgerinnen und Bürger, das Stiftungsvermögen von ursprünglich 200.000 Euro auf 450.000 Euro zu erhöhen. Darüber hinaus verwaltet die Bürgerstiftung Bremen inzwischen zwei Stiftungen als Treuhänderin: die Deutsche KindergeldStiftung und die Horner Sportstiftung. „Ein erfolgreicher Weg liegt hinter uns“, zieht Dr. Hans-Christoph Hoppensack, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Bremen, Resümee. „Wir freuen uns darüber, dass wir so vielen engagierten Menschen dieser Stadt Begleiter und Unterstützer sein durften – und auch darüber, dass unsere Stiftung in ihrem Ziel, Bremen auf dem Weg zur Bürgerstadt voran zu bringen, zahlreiche Initiativen als Partner und Mitstreiter gefunden hat. Ihnen gilt heute unser besonderer Dank.“ Für ihre künftige Arbeit hat sich die Bürgerstiftung Bremen vor allem folgende inhaltliche Arbeits- und Förderschwerpunkte gesetzt: „Zusammenleben von Kulturen und Generationen“, „Bürgerverantwortung und Bürgerbeteiligung“, „Zivilcourage und Gewaltprävention“.

Preisträger des Bürgerstiftungspreises Hilde Adolf 2012: Netzwerker und Projekttüftler
Jeder Bürger wird – so wie er ist – akzeptiert und hat am gesellschaftlichen Leben seiner Stadt voll und ganz teil. Das ist der Grundgedanke, der hinter dem Begriff „Inklusion“ steckt. Daran, dass sich Bremen ein Stück weiter in diese Richtung entwickelt, arbeiten derzeit die Initiatoren des Projektes „Inklusive Stadt Bremen“ vom Martinsclub Bremen. Bereits 2011 starteten sie mit einer ersten Phase ihres Projektes, holten Bewohner und Akteure verschiedener Stadtteile in Workshops zusammen und berieten mit ihnen, wie sich das Ziel Inklusion in die Tat umsetzen lässt. „Dabei ging und geht es nicht nur um behinderte Menschen, sondern um jeden von uns“, erläuterte Thomas Bretschneider, der Geschäftsführer des Martinsclub. Das Ergebnis: Sechs konkrete Vorhaben, die nun in einer zweiten Projektphase von 13 engagierten Kooperationspartnern gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden. Dazu gehören etwa eine Internetplattform, die Nutzern ein Forum bietet, sich zu ihren Erfahrungen mit Barrierefreiheit in Bremen auszutauschen, ein Nachbarschaftstreff mit inklusiven Angeboten oder ein Expertenteam aus jungen Menschen mit und ohne Behinderungen, die zu verschiedenen Anlässen auf das Thema Inklusion aufmerksam machen und sensibilisieren wollen. „Im Wesentlichen ist es die Überlegung, Teilhabe statt Fürsorge zu fördern und die Entwicklung eines professionellen Anbieters wie des Martinsclub zu einem Motor für vielfältige Netzwerke im Stadtteil, die überzeugt haben“, erklärte Alexander Künzel, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Bremen, zum Juryentscheid für dieses Projekt. „Hier nutzen die Initiatoren einfach eine Rezeptur, die stimmt.“ Thomas Bretschneider freut sich über diese Wertschätzung: „Für diesen Ansatz wollen wir auch das Preisgeld einsetzen und hoffen, dass wir noch viele weitere Menschen dafür gewinnen können, unsere Projekte zu begleiten und sich zu engagieren.“

Preisträger des Preises der Deutschen KindergeldStiftung: Sprachenentdecker und -vermittler
Sich einmal wöchentlich für zwei Stunden treffen und einfach miteinander reden – das ist es, was die ehrenamtlichen Bremerinnen und Bremer sowie die Jugendlichen mit Migrationshintergrund tun, die im Rahmen des Projektes „Sprachpartnerschaften“ aufeinandertreffen. „Es greift ein Problem auf, das viele Migrantinnen und Migranten kennen“, betonte Eva Maria Haverland, die das Projekt aus dem Jugendmigrationsdienst des Caritasverbandes Bremen-Nord betreut. „Sie lernen zwar Deutsch, haben in ihrem Alltag aber nur wenige Möglichkeiten, das Gelernte einzusetzen. In ihrer Familie sprechen sie meistens ihre Herkunftssprache.“ Genau hier setzen die zehn bis zwölf Monate dauernden Sprachpartnerschaften an. Ein System, von dem die jungen Teilnehmer aus anderen Ländern in mehrfacher Hinsicht profitieren. „Ihre Sprachpartner öffnen ihnen die Türen zur deutschen Gesellschaft und ihr Bekannten- oder Freundeskreis erweitert sich allmählich“, erzählte die Projektleiterin. In den vergangenen zwei Jahren bildeten sich 24 Sprachpartnerschaften. Einige davon haben über das Projekt hinaus bis heute Bestand. „Daraus sind echte Freundschaften entstanden“, beschrieb Eva Maria Haverland. Ein Projekt, das die Vorstandsmitglieder der Deutschen KindergeldStiftung schnell für sich einnahm. „Hier wird greifbare Integrationsarbeit geleistet. Die Jugendlichen erfahren, dass sie willkommen sind und wie sie Beziehungen zu Menschen, die hier leben, aufbauen können. Auch die Ehrenamtlichen können viel mitnehmen und erfahren darüber hinaus Wertschätzung durch regelmäßige Fortbildungen zu interkultureller Kommunikation“, begründete Andreas Hüchting, Vorstandsmitglied der Deutschen KindergeldStiftung, die Wahl. „Es ist toll, dass dieses Projekt prämiert wurde, denn es war nicht klar, ob wir es fortführen können“, erklärte dazu Eva Maria Haverland, „doch dank der KindergeldStiftung ist das nun möglich“.

Bürgerstiftung Bremen: Staatsrat a.D. Dr. Hans-Christoph Hoppensack, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Bremen, Tel. 0421/ 445567, E-Mail christoph.h@nord-com.net
Deutsche KindergeldStiftung: Andreas Hüchting, Vorstandsmitglied der Deutschen KindergeldStiftung, Tel. 0172/4009131, E-Mail a.huechting@deutsche-kindergeldstiftung.org