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Senatskanzlei

Trauer um Martin Bialystock

24.01.2020

Mit tiefem Bedauern und großer Anteilnahme hat Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte auf die Nachricht vom Tode Martin Bialystocks reagiert. Der 96-jährige gebürtige Bremer Jude ist am Donnerstag (23. Januar 2020) in Israel verstorben. Just an dem Tag, an dem in Israel in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an den 75. Jahrestag der Befreiung der Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 gedacht wurde und in Bremen die zentrale Gedenkveranstaltung des Senats zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus stattfand.

Bürgermeister Bovenschulte: „Wir trauern um Martin Bialystock. Trotz Verfolgung und Vertreibung durch das NS-Regime hat er bis ins hohe Alter den Kontakt nach Bremen nie verloren. Im November 2009 war er Ehrengast der Gedenkfeier am Mahnmal für die Opfer der Novemberpogrome 1938 in der Dechanatstraße. Außerdem waren er, seine Tochter und sein Enkel Yuval Dvir Ehrengäste bei der „Nacht der Jugend“ im Bremer Rathaus.“

1938  –  Terror – Plünderungen – Mord | Foto aus dem Staatsarchiv Bremen , jpg, 146.7 KB
1938 – Terror – Plünderungen – Mord | Foto aus dem Staatsarchiv Bremen

Den Eltern von Martin Bialystock gehörte einst das „Herrenbekleidungsgeschäft Adler“ Am Brill. Das Geschäft wurde vom NS-Regime geplündert. Seine Familie wurde ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet, ihm selbst gelang die Flucht. In Bremen erinnern "Stolpersteine" an seine Familie.

Der Bürgermeister weiter: „Martin Bialystock ist seiner Heimatstadt immer verbunden geblieben. Als Zeitzeuge hat er jungen Menschen von seinem Leid erzählt, hat von seinem Leben berichtet damit sich Unterdrückung, Hass und Verfolgung nicht wiederholen. Wir werden sein Andenken und seine Verdienste für die Versöhnung in Ehren halten. Sein Leben erinnert uns daran, dass wir alle Tag für Tag aufs Neue gefordert sind, uns für eine menschliche, freie und friedliche Gesellschaft einzusetzen.“

Hintergrund:
Über die Pogromnacht in Bremen und das Schicksal der Familie Bialystock berichtet ein sehenswerter Filmbeitrag von Radio Bremen:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/pogromnacht-bialystock-juden-bremen-100.html?fbclid=IwAR1vlOYl2hIkvbVhepiMA6c9sxs70nYn-pfin-t3mWkXcTgyMxf6oVy3oAA