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Senatskanzlei

Das Schiff kann kommen – abgehängtes historisches Modellschiff macht Platz für die "Cui Bono"

Die Vorbereitungen zur Installation von Hew Locke in der Oberen Rathaushalle anlässlich der Ausstellung "Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit" in der Bremer Kunsthalle haben begonnen

18.07.2017

Das vermutlich älteste der vier historischen Schiffsmodelle (entstanden um 1600) in der Oberen Rathaushalle wurde heute (Dienstag, 18. Juli 2017) von Handwerkern in einer aufwändigen Aktion abgehängt. Es macht Platz für ein Werk des international bekannten Künstlers Hew Locke. Im Rahmen der kommenden Ausstellung der Kunsthalle Bremen "Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit" (ab 5. August bis 19. November 2017) wird der Künstler ein neues Schiff, die "Cui Bono", an diese Stelle hängen. Es ist das größte Modellschiff, das er je gebaut hat.

Alexey Hübscher, Hausmeister im Rathaus (re.), und der Holzrestaurator Manfred Hübner aus Bremen, hängten heute in der Oberen Rathaushalle das rund 250 kg schwere historische Modellschiff einer Fregatte aus dem 17. Jahrhundert ab. Aufgestellt auf einer Stellage kann es hier von den Gästen des Rathauses ab dem 4. August bis zum 19. November aus einer ganz unüblichen Perspektive besichtigt werden. Foto: Senatspressestelle
Alexey Hübscher, Hausmeister im Rathaus (re.), und der Holzrestaurator Manfred Hübner aus Bremen, hängten heute in der Oberen Rathaushalle das rund 250 kg schwere historische Modellschiff einer Fregatte aus dem 17. Jahrhundert ab. Aufgestellt auf einer Stellage kann es hier von den Gästen des Rathauses ab dem 4. August bis zum 19. November aus einer ganz unüblichen Perspektive besichtigt werden. Foto: Senatspressestelle
Fotocredit: Hew Locke, Cui Bono, 2017,  Holz, Messing, Stoff, Seile, Metalldraht, Leinwand, Acrylfarbe, Ölfarbe und Mixed Media, 390 × 400 × 100 cm © VG Bild Kunst, Bonn 2017
Fotocredit: Hew Locke, Cui Bono, 2017, Holz, Messing, Stoff, Seile, Metalldraht, Leinwand, Acrylfarbe, Ölfarbe und Mixed Media, 390 × 400 × 100 cm © VG Bild Kunst, Bonn 2017

"Cui Bono" (2017) von Hew Locke in der Oberen Rathaushalle
Hew Locke hatte sich bei seinem Besuch in Bremen im November 2016 von der über 600 Jahre alten Architektur der Oberen Rathaushalle und insbesondere von den historischen Schiffsmodellen und Heinrich Vogelers Gestaltung der Güldenkammer inspirieren lassen. Diese Details und die Ornamente des Jugendstils zitiert er in seiner Installation. Wie die historischen Gegenstücke, sogenannte Orlog- oder Kriegsschiffe, die im Mittelalter die hanseatische Flotte begleiteten, verweist auch Lockes Schiff auf die Reichtümer, die der maritime Handel der Bremer Kaufmannschaft ermöglichte. Der Name "Cui Bono" ist ein lateinischer Ausdruck und bedeutet so viel wie „Wem nützt es“ oder "Wem zum Vorteil?" und gibt Hinweise auf eigentliche Motive und Handelnde in einem Geschehen. Diese Thematik wird die neue Ausstellung der Kunsthalle aufnehmen. Erstmals untersucht damit ein deutsches Kunstmuseum seine Geschichte auf die Spuren der Kolonialzeit und die Verflechtungen von Handelsgeschichte, Mäzenatentum und Sammlungsgeschichte.

Julia Binter (im Bild) ist die Kuratorin der Ausstellung
Julia Binter (im Bild) ist die Kuratorin der Ausstellung "Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit". Sie nahm die heutige Gelegenheit war, um für den Künstler Hew Locke einige Fotos von der Abhängung des Orlogschiffes aufzunehmen als Orientierung für die Hängung der "Cui bono" in der ersten Augustwoche. Foto: Senatspressestelle

Das abgehängte Modellschiff stellt eine Fregatte aus dem 17. Jahrhundert dar. Laut den Unterlagen der Rathausverwaltung hängt es seit April 1876 in der Oberen Rathaushalle. Dort kann es nun zusammen mit dem Modell „Cui bono“ von Hew Locke während der laufenden Ausstellung in der Kunsthalle (5.8. – 19.11.2017) anlässlich der regulären Rathausführungen der Bremer Touristik Zentrale (BTZ) besichtigt werden. Termine gibt es ganzjährig in der Regel von Montag bis Sonntag um 11, 12, 15 und 16 Uhr, sowie sonntags um 11 und 12 Uhr. Für Gruppen nach Absprache. Preis: 5,50 Euro pro Person, buchbar über die BTZ www.bremen-tourismus.de/ueberblick/tc-965