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Senatskanzlei

Länderübergreifende Kooperation in LEADER

Landrat Lütjen und Bürgermeister Dr. Sieling besiegeln Schulterschluss

30.06.2016

Der Landkreis Osterholz ist auch in der derzeitigen EU-Förderperiode 2014 – 2020 wieder LEADER-Region. Dadurch stehen in den kommenden Jahren rund 2,4 Millionen Euro EU-Fördermittel zur Verfügung. In einer niedersachsenweit einmaligen Kooperation wurde nun auch das Bremer Blockland in die LEADER-Region aufgenommen. Über diesen Schulterschluss informierten heute Landrat Bernd Lütjen und der Bremer Bürgermeister Dr. Carsten Sieling in einer symbolischen Torfkahnfahrt über die Wümme.

Bürgermeister Carsten Sieling (2. v. r.) und Landrat Bernd Lütjen (3. v. r.) mit Begleitung während der Torfkahnfahrt; mit im Bild: Ortsamtsleiter/Blockland Heinrich Schumacher (stehend), jpg, 171.2 KB
Bürgermeister Carsten Sieling (2. v. r.) und Landrat Bernd Lütjen (3. v. r.) mit Begleitung während der Torfkahnfahrt; mit im Bild: Ortsamtsleiter/Blockland Heinrich Schumacher (stehend)

"Es war für uns bereits eine Besonderheit, dass mit der LEADER-Region 'Kulturlandschaften Osterholz' das gesamte Kreisgebiet umfasst ist. Nun sind wir aber noch einen Schritt weitergegangen", so Landrat Bernd Lütjen. Es sei darüber hinaus erfreulicherweise gelungen, auch die Ländergrenzen zu überschreiten. "Mit der Zusage des Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz können wir nun das Bremer Blockland in unserer LEADER-Region begrüßen", freut sich Landrat Lütjen. Nach seiner Kenntnis sei dies niedersachsenweit einmalig.

Das freut auch den Bremer Bürgermeister Dr. Carsten Sieling. "Das Blockland ist Bremens flächenmäßig größter aber zugleich mit 400 Einwohnern kleinster Ortsteil. Er ist stark landwirtschaftlich geprägt, aber gleichzeitig als Naherholungsziel und fahrrad-touristisch hoch interessant", so Bürgermeister Sieling. Daher freue er sich, dass nun beide Regionen gemeinsam vorangebracht werden können. Die verbindende Achse sei vor allem der Tourismus. "Tourismus macht vor Ländergrenzen keinen Halt", verdeutlicht er. Zum Beispiel würden viele Urlauber und Erholungssuchende den Blocklander Deich in Richtung Lilienthal oder umgekehrt in Richtung Bremen mit dem Rad befahren. Daher sei es richtig, administrative Grenzen zu überwinden. Die LEADER-Kooperation sei hierfür ein gutes Beispiel.

Durch die Aufnahme als LEADER-Region erhält das Bremer Blockland nun ebenso wie Landkreis, Stadt, Gemeinden und weitere Akteure aus der Region die Gelegenheit, für konkrete Projekte vor Ort Zuschüsse von bis zu 80 Prozent zu erhalten. Prozesse und Projekte vor Ort können so von den jeweiligen Akteuren aktiv mitgestaltet werden. Das Regionale Entwicklungskonzept (REK) für die Region konzentriert sich dabei auf fünf mögliche Handlungsfelder, in denen in den kommenden Jahren Projekte durchgeführt werden können. In das Konzept sind sowohl die Erfahrungen der vorangegangenen Förderperiode als auch eine Stärken- und Schwächenanalyse sowie die übergeordnete Regionale Handlungsstrategie (RHS) für das Gebiet des Amts für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg eingeflossen. Wichtige weitere strategische Zielsetzungen des Landkreises, z.B. aus den mit dem Kreistag geschlossenen Kontrakten, der Energiewende Osterholz 2030, dem Sonderprogramm Demografie und dem Masterplan Zukunft! werden umfassend berücksichtigt.

Konkret sollen Projekte in folgenden Handlungsfeldern gefördert werden:

  • Klimaschutz und Energie
  • Regionale Wirtschaftsentwicklung, Landwirtschaft und Innovation
  • Demografie
  • Umweltschutz, Natur- und Moorschutz
  • Tourismus, Kultur, Freizeit und Regionalmarketing

Mit einer gemeinsam finanzierten zusätzlichen Regionalmanagementstelle soll der kreisweite Energiewendeprozess gefördert werden. Die Handlungsfelder zeigen bereits erste Anknüpfungspunkte zwischen dem Landkreis Osterholz und dem Bremer Blockland. "Durch die annähernd gleiche Struktur und der Gemeinsamkeit des Tourismus gehe ich davon aus, dass in den kommenden EU-Förderjahren gemeinsam tolle Projekte auf den Weg gebracht werden können", ist sich Landrat Lütjen sicher.

Die Beschlussfassung über die Förderung von Projekten obliegt der in einer für LEADER-Regionen zu bildenden Lokalen Aktionsgruppe (LAG). Dieser gehören neben Kreis, Stadt und Gemeinden auch weitere Partner aus Wirtschaft und Soziales an. Auch das Ortsamt des Bremer Blocklandes hat mit Heinrich Schumacher dort einen festen Sitz. Antragsteller für LEADER-Projekte können neben der öffentlichen Hand auch private Initiatoren sein. Sämtliche Projektanträge werden einem festgelegten Kriterienkatalog unterzogen und können eine prozentuale Förderung zwischen 30 und 80 Prozent erhalten. Bei öffentlichen Projekten, die den Regelfall darstellen, erfolgt die Kofinanzierung grundsätzlich durch die beantragende Gemeinde, in einzelnen Fällen mit Unterstützung durch den Landkreis und ggf. weiteren Gemeinden. Bei kreisweit besonders bedeutsamen Projekten soll die Kofinanzierung gemeinsam von allen getragen werden. Die Antragsbearbeitung und Abwicklung des Programms werden von der Kreisverwaltung sichergestellt. In den ersten beiden Antragsrunden sind insgesamt 12 Projektanträge eingegangen, wovon alle von der LAG positiv beschieden und bereits 8 vom Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg bewilligt wurden. Die ersten Projekte befinden sich aktuell in der Umsetzung.

Über LEADER

LEADER ist die Abkürzung des französischen "Liaison entre actions de développement de l'économie rurale" und wird übersetzt mit "Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raums". LEADER ist ein methodischer Ansatz der Regionalentwicklung, der es lokalen Akteuren ermöglicht, regionale Prozesse mit zu gestalten. So kann das Potenzial einer Region viel besser genutzt werden und erheblich zur Entwicklung der Region beitragen. Zentral in LEADER sind die sogenannten Lokalen Aktionsgruppen (LAGs). Mit der Förderung von Projekten in ausgewählten LEADER Regionen wird die nachhaltige Entwicklung in den ländlichen Gebieten unterstützt.

Foto: Landkreis Osterholz