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Senatskanzlei

Theologieprofessor Jürgen Moltmann mit Empfang im Bremer Rathaus geehrt

15.04.2016

Der international bekannte Theologieprofessor Jürgen Moltmann feierte in diesen Tagen seinen 90. Geburtstag (8. April 2016). Der auch im hohen Alter stets präsente und aktive Jürgen Moltmann blickt zurück auf eine überaus erfolgreiche und vielfach ausgezeichnete Laufbahn als Universitätsprofessor. Generationen von Theogiestudentinnen und –studenten hat der führende Religionsethiker mit seinem Werk inspiriert.

Vom 15. bis 17. April richtet die Bremische Evangelische Kirche zu Ehren von Jürgen Moltmann eine Festveranstaltung aus. Den Anfang bildete ein Senatsempfang mit rund 250 Gästen am heutigen Freitag, 15. April 2016, durch Bürgermeister Carsten Sieling im Bremer Rathaus. Die Laudatio hielt Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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Bürgermeister Carsten Sieling, Theologieprofessor Jürgen Moltmann, Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland und Renke Brahms, Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche

Bürgermeister Sieling ging in seiner Begrüßungsrede auf die Bremer Zeit im Wirken Jürgen Moltmanns ein. "Sie haben Ihre ersten Erfahrungen als Theologe, Pastor und Seelsorger bei den ‚einfachen Leuten‘ in Ihrer Gemeinde in Wasserhorst gesammelt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie durch diese Zeit in wohlverstandenem Sinn ‚geerdet' wurden, und so nahe bei den Menschen waren und dadurch deren Bedürfnisse und Fragen an Gott zu verstehen gelernt haben. Ich denke, gerade auch diese Erfahrung, lieber Herr Moltmann, das Leben mit den einfachen Menschen, hat Ihre "Theologie der Hoffnung" geprägt, mit der Sie weltberühmt wurden. Sie haben für viele der ethischen Dimension des Glaubens – und damit auch der Kirche - ein Gesicht gegeben. Auch deshalb ist es uns eine Freude, Sie heute mit diesem Empfang im Bremer Rathaus für Ihr Wirken zu ehren."

Renke Brahms würdigte die von Moltmann formulierte Theologie der Hoffnung und Befreiung. Sie sei hochaktuell für Bremen als "Hort der Freiheit und ‚hospitium ecclesiae‘, als Zuflucht für Glaubensflüchtlinge". Diese Gedanken werde die Bremische Evangelische Kirche in und mit der Stadt weiter aufnehmen, insbesondere "im kommenden Jahr des Reformationsjubiläums und damit aktuell die Flüchtlingsfrage unserer Tage und eine Willkommenskultur aus evangelischer Verantwortung zum Thema machen."

Seine Tätigkeit begann Jürgen Moltmann vor über sechzig Jahren als Seelsorger und Pastor in der in der Wümmeniederung gelegenen kleinen evangelischen Kirchengemeinde Wasserhorst. Weitere Stationen waren Wuppertal und Bonn, bevor er an der Universität Tübingen (1967 bis 1994) seine Hauptwirkungsstätte fand. Mit seinem Buch "Theologie der Hoffnung" erfuhr Moltmann 1964 schlagartig internationale Anerkennung. Seine politische Theologie und seine Überzeugungskraft haben das Denken und Handeln in der deutschen Gesellschaft mitgeprägt. Auch international wurde Moltmann ein wichtiger Gesprächspartner in den verschiedenen befreiungstheologischen Aufbrüchen in Lateinamerika, Korea und Afrika. In der kommenden Woche erscheint sein neues Buch "Hoffnung für eine unfertige Welt", in dem er aktuelle Fragen mit dem Blick eines überzeugten Christen auf die Zukunft unserer Gesellschaft verbindet.

Am morgigen Sonnabend, dem 16. April, findet im Domkapitelhaus das Symposium „Ewigkeit und ewiges Leben“ statt. Den Abschluss bilden am Sonntag, 17. April, um 10 Uhr ein Fest-Gottesdienst und Begegnung in Jürgen Moltmanns alter Kirche in Wasserhorst. Die Predigt hält Pastor Renke Brahms, Schriftführer in der Bremischen Evangelischen Kirche.

PDF 1: (pdf, 129.7 KB) Grußwort von Heinrich Bedford-Strohm
PDF 2: (pdf, 13.9 KB) Grußwort von Pastor Renke Brahms

Foto: BEK, Michael Bahlo