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Senatskanzlei

Ein neues Dach für das UNESCO-Welterbe Bremer Rathaus – Dachsanierung am 4. April 2016 gestartet

04.04.2016
Die
Die "Kupferscharen" genannten Platten, die im Laufe der Jahrzehnte eine grüne Patina angenommen haben, sind stellenweise – auch aufgrund von Beschädigungen etwa durch Bombensplitter während des 2. Weltkrieges – porös

Es regnet rein ins UNESCO-Welterbe Bremer Rathaus. Die Folge: Das auch unter Denkmalschutz stehende Haus braucht ein neues Kupferdach. Das rund 1.300 Quadratmeter große Dach des 1405 bis 1408 errichteten Alten Rathauses war zuletzt um das Jahr 1925 komplett neu eingedeckt worden. Die dabei verwendeten und "Kupferscharen" genannten Platten, die im Laufe der Jahrzehnte eine grüne Patina angenommen haben, sind stellenweise – auch aufgrund von Beschädigungen etwa durch Bombensplitter während des 2. Weltkrieges – porös, weshalb hier Regenwasser eindringt. Die schadhaften Stellen können nur schwer geortet werden. Das hat zur Folge, dass die Schäden nicht zuverlässig behoben werden können. Es besteht die große Gefahr, dass durch das unkontrolliert eindringende Wasser letztendlich der wertvolle Dachstuhl und die darunter liegende Obere Rathaushalle Schaden nehmen. Zur Rettung der wertvollen und historischen Bausubstanz ist deshalb keine Reparatur sondern eine komplette Neueindeckung notwendig.

Durch unkontrolliert eindringendes Wasser besteht die Gefahr, dass der wertvolle Dachstuhl und die darunter liegende Obere Rathaushalle  Schaden nehmen, JPG, 39.5 KB
Durch unkontrolliert eindringendes Wasser besteht die Gefahr, dass der wertvolle Dachstuhl und die darunter liegende Obere Rathaushalle Schaden nehmen

Die Arbeiten haben heute (4. April 2016) begonnen. Nachdem die Baustelle – mit den erforderlichen Materiallagern auf dem Grasmarkt und am Schoppensteel – eingerichtet ist, wird an den beiden seitlichen Fassaden sowie an der Schauseite zum Marktplatz ein 18 Meter hohes Gerüst aufgestellt. Der Blick auf die Fassade sowie die Skulptur der Bremer Stadtmusikanten bleiben dabei ebenso erhalten wie die Zugänge zum Ratskeller und zur Unteren Rathaushalle. Die Beflaggung des Rathauses erfolgt während der Bauzeit an drei temporär aufgestellten Flaggenmasten auf dem Grasmarkt.

Weil der Platz auf dem Marktplatz aufgrund der vorhandenen Straßenbahnschienen sehr knapp ist, wird das Baugerüst zum Teil auf den Rathausbalkonen errichtet. Auf dieser Plattform und mithilfe mobiler Gerüstteile werden die alten Kupferbahnen demontiert. Im Anschluss können die neuen Kupferscharen an Ort und Stelle gebracht und miteinander verbunden werden. Die konservatorische Vorgehensweise sowie die Ausführung aller Arbeiten sind mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt.

Die Kosten für die Dachsanierung liegen bei rund 1,1 Mio. Euro. Sie werden aus dem Etat für laufende Baumaßnahmen von Immobilien Bremen finanziert. Ein Zuschuss aus dem Denkmalpflegeprogramm des Bundes wurde beantragt, die Entscheidung über die Höhe der Summe wird in Kürze erwartet.

Die vertraute grüne Farbe des Kupferdachs wird sich nach einhelliger Expertenmeinung erst in rund 20 Jahren wieder bieten, JPG, 160.3 KB
Die vertraute grüne Farbe des Kupferdachs wird sich nach einhelliger Expertenmeinung erst in rund 20 Jahren wieder bieten

Die Maßnahmen sollen im Oktober 2016 abgeschlossen sein. Die vertraute grüne Farbe des Kupferdachs wird sich aber nach einhelliger Expertenmeinung erst in rund 20 Jahren wieder den Betrachterinnen und Betrachtern bieten.
Was mit den "ausgedienten" Kupferplatten geschieht wird noch entschieden. Die besterhaltenden und wiederverwertbaren Stücke werden für Reparaturarbeiten am Dach des Neuen Rathauses eingelagert. Für die übrigen Kupferteile werden unter Einbeziehung der vorhandenen Vorschläge aus der Bevölkerung Ideen für Souvenirs entwickelt.

Weitere Informationen zum Welterbe Bremer Rathaus gibt es auf den folgenden Seiten:
www.rathaus.bremen.de/unesco
www.unesco.de/kultur/welterbe/welterbe-deutschland/bremen

Ansprechpartner für die Medien: Senatspressestelle | Peter Lohmann, Tel. (0421) 361-2193

Fotos: Senatspressestelle