Bremen bietet ab Sommer wieder allen Kindern einen Kitaplatz. Dank einer neuen Zusammenarbeit der Ressorts Kinder und Bildung sowie Arbeit, Soziales, Jugend und Integration erhalten Kinder geflüchteter Familien dabei künftig leichter Zugang zu Kita-Plätzen. Neben den rund 190 Kindern, die schon einen Platz erhalten haben, wurden 50 weitere Kinder aus Geflüchtetenunterkünften bereits fest angemeldet, rund 40 weitere befinden sich in aktiver Vermittlung. Ziel ist es, alle Kinder in die Kitas zu bringen, insbesondere Kinder mit Sprachförderbedarf.
Der Senator für Kinder und Bildung, Mark Rackles, hebt hervor: "Unsere Qualitätsoffensive für Bremen beginnt schon in der Kita, denn die Kita funktioniert wie ein Sprungbrett: Hier erwerben Kinder die Grundlagen, die sie für ihren weiteren Bildungsweg brauchen. Das geschieht nicht in isolierten Übungen am Tisch, sondern beim Spiel im gemeinsamen Alltag. Unsere Fachkräfte schaffen dafür jeden Tag die passenden Gelegenheiten. Je früher Kinder diese Erfahrungen machen können, desto besser sind ihre Startbedingungen in der Schule."
Für die Sprachförderung und Sprachbildung in den Kitas stellt der Senator für Kinder und Bildung den Trägern in der Stadtgemeinde Bremen im Jahr 2026 insgesamt 7,7 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, Dr. Claudia Schilling, betont: "Jedes Kind soll die gleichen Chancen auf Bildung, Teilhabe und eine gute Entwicklung erhalten, unabhängig von seiner Herkunft oder seiner Lebenssituation. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Sozialressort und der Bildungsbehörde zeigt, was wir gemeinsam erreichen können: Mehr Kinder kommen früher in die Kita, lernen die deutsche Sprache. Sie können soziale Erfahrungen machen, Freundschaften schließen und die Welt entdecken. Das ist ein wichtiger Beitrag für gelingende Integration."
Frühkindliche Bildungsangebote werden in Bremen noch immer nicht von allen Familien gleichermaßen genutzt. 2025 lag die Betreuungsquote in Krippen bei 32,8 Prozent, im Elementarbereich bei 88,2 Prozent. Besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien, aus zugewanderten Familien oder aus Familien mit Sprachbarrieren besuchen seltener eine Kita. Das gilt auch für viele Kinder von Geflüchteten. Dadurch entstehen Bildungsnachteile oft schon vor dem Schuleintritt.
Neben dem weiteren regionalen Ausbau von Kita-Plätzen setzt Bremen deshalb verstärkt darauf, Familien den Zugang zur Kindertagesbetreuung zu erleichtern. Unter dem Titel "Alle Kinder in die Kitas" verfolgt der Senat seit Sommer 2025 das Ziel, mehr Familien für frühkindliche Bildungsangebote zu erreichen und bestehende Hürden abzubauen. Am Donnerstag (4. Juni 2026) hat der Senator für Kinder und Bildung dem Ausschuss "Frühkindliche Bildung" der Deputation für Kinder und Bildung ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgestellt.
Kern der neuen Zusammenarbeit der Ressorts Kinder und Bildung sowie Arbeit, Soziales, Jugend und Integration ist die systematische Anmeldung von Kindern aus dem Unterbringungssystem für Geflüchtete . Ziel ist es, geflüchteten Kindern frühzeitig den Zugang zu einem Kita-Platz zu ermöglichen und Familien bei der Anmeldung aktiv zu unterstützen.
Darüber hinaus hat der Senator für Kinder und Bildung die Kita-Anmeldung insgesamt vereinfacht. Die Informationsmaterialien wurden vollständig überarbeitet und mit QR-Codes ergänzt, die direkt zum mehrsprachigen Kita-Portal führen. Zusätzlich erklären acht kurze Videos auf der Internetseite des Senators für Kinder und Bildung den Anmeldeprozess Schritt für Schritt. Ergänzend steht
Eltern weiterhin ein telefonischer Beratungsservice zur Verfügung.
Neu ist außerdem die Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die Familien vor Ort bei der Nutzung des Kita-Portals unterstützen. Nach einer Informationsveranstaltung im Quartiersbildungszentrum Morgenland in Gröpelingen im Jahr 2025 fanden im April 2026 zwei Online-Schulungen mit insgesamt mehr als 40 Teilnehmenden statt. Aufgrund der hohen Nachfrage besteht derzeit eine Warteliste. Weitere Schulungen sind nach den Sommerferien 2026 vorgesehen.
In Gröpelingen wurde zudem im Frühjahr ein Kita-Anmeldekiosk eröffnet. Dort erhalten Eltern Unterstützung bei der Anmeldung ihrer Kinder für einen Kita-Platz. Das Angebot unter Federführung der Senatskanzlei richtet sich besonders an Familien, die neu in Deutschland sind, wenig Deutsch sprechen oder Hilfe bei der Nutzung des Kita-Portals benötigen. Künftig soll der Anmeldekiosk auch in weiteren Stadtteilen angeboten werden.
Außerdem sollen Kinderärztinnen und Kinderärzte Familien künftig noch stärker über die Möglichkeiten der Kindertagesbetreuung informieren und auf freie Angebote aufmerksam machen.
Mit Unterstützung der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz und dem Gesundheitsamt Bremen sollen Kinderärztinnen und Kinderärzte Familien zukünftig noch gezielter über die Möglichkeiten der Kindertagesbetreuung informieren und auf freie Angebote aufmerksam machen. Geplant ist, dass im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U 7 Eltern auf Angebote bei der Kitaplatzsuche hingewiesen werden. Vor Ort in der Kinderarztpraxis sollen interessierte Eltern dabei unterstützt werden, ihre Kontaktdaten für den Kita-Anmeldekiosk einzutragen. So soll die Kontaktaufnahme zwischen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für die Kitaanmeldung und den Eltern vereinfacht werden.
Weitere Informationen, die Schritt-für-Schritt-Anleitung sowie die Erklärvideos zur Nutzung des Kita-Portals stellt der Senator für Kinder und Bildung auf seiner Internetseite zur Verfügung:
www.bildung.bremen.de/sie-suchen-einen-betreuungsplatz-fur-ihr-kind
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