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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Senatorin Vogt veranstaltet Ausbildungsgipfel

"Wir brauchen kluge und engagierte junge Menschen als Fachkräfte und engagierte Unternehmen, die diese ausbilden"

24.06.2021

Gerichtet ist er an alle jungen Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen: Gemeinsam mit ihren Partnerinnen und Partnern des Ausbildungsbündnisses "Ausbildung: innovativ" hat Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, am heutigen Donnerstag (24. Juni 2021) einen Ausbildungsgipfel veranstaltet. Gerichtet ist er aber auch an alle Lehrkräfte, die die jungen Menschen auf dem Weg zu einer Ausbildung begleiten, alle Eltern der jungen Menschen und alle Unternehmen, die Ausbildung anbieten oder darüber noch nachdenken.

Gemeinsam mit den anwesenden Fachleuten für Ausbildung hat Senatorin Vogt die aktuellen Folgen der Pandemie auf den Ausbildungsmarkt in Bremen und Bremerhaven, sowie die neuen Richtlinien der Bundesförderungen für Ausbildung bewertet. Das Ziel des Gipfels ist es, notwendige Maßnahmen des Landes zur Unterstützung der Unternehmen und der Auszubildenden zielgenau auszurichten und gegebenenfalls neue Handlungsbedarfe zu identifizieren, die auch in diesem und den folgenden Jahren notwendig sein werden.

Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa: "Als Arbeitssenatorin möchte ich junge Menschen dabei unterstützen, auch unter schwierigen Bedingungen eine umfassende duale Ausbildung zu erhalten und diese erfolgreich abschließen zu können. Ein Ausbildungsabschluss ist von zentraler Bedeutung, um sich langfristig den eigenen Lebensunterhalt sichern zu können und ein Sprungbrett für die berufliche Karriere. Sie entscheidet auch mit über die klimabedingte, wirtschaftliche Umgestaltung. Dafür brauchen wir kluge und engagierte junge Menschen als Fachkräfte und zugleich engagierte Unternehmen, die diese ausbilden. Mit dem Ausbildungsgipfel setzen alle wir gemeinsam ein Zeichen für das Engagement für Ausbildung. Gemeinsam können wir den begonnenen Sommer 2021 zu einem 'Sommer der Ausbildung' machen."

Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven sagt: "Entgegen dem Bundestrend ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze im Land Bremen im Vorjahresvergleich deutlich gestiegen. Aktuell gibt es noch über 2.000 offene Ausbildungsplätze. Die große Zahl der freien Stellen zeigt, dass die Unternehmen quer über alle Branchen hinweg auch nach der Corona-Pandemie wieder verstärkt Fachkräfte benötigen. Die Einstellungsbereitschaft ist hoch, doch es gestaltet sich für die Unternehmen sehr schwer geeignete junge Menschen zu finden, die eine Ausbildung beginnen möchten. Der Fachkräftemangel ist ein großes Geschäftsrisiko für die Wirtschaft in Bremen und Bremerhaven, es ist daher auch eine wichtige Aufgabe, jetzt in die Qualität der berufsbildenden Schulen in Bremen und Bremerhaven zu investieren."

Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: "Die aktuellen Ausbildungsmarktdaten der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven sind bezogen auf das Verhältnis von gemeldeten Bewerbern zu gemeldeten Ausbildungsplätzen besser als in manchem früheren Nicht-Corona-Jahr. Auch in Pandemiezeiten zeigen die Unternehmen eine hohe Ausbildungsbereitschaft und folgen dem Grundsatz: 'Die Nachwuchskräfte von heute sind die Fachkräfte von morgen.' Sicher erfordert die Ausbildungsplatzsuche einen erhöhten Aufwand von den Jugendlichen. Die Chancen, mit Hilfe der Berufsberatung eine Ausbildung zu finden, sind trotz Corona aber gut."

Die Handwerkskammer Bremen verzeichnet aktuell in ihrer Lehrstellenbörse rund 200 freie Ausbildungs- und über 130 Praktikumsplätze, darunter auch viele in anspruchsvollen technischen Gewerken. Andreas Meyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Bremen: "Das Handwerk hat sich auch in der Pandemie als krisenfest gezeigt, in vielen Gewerken sind die Auftragsbücher voll. Handwerksbetriebe bieten sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze. Das gesamte Handwerk steht in den kommenden Jahren vor hoch anspruchsvollen Aufgaben. Handwerksbetriebe in Bremen und Bremerhaven installieren zum Beispiel schon heute grüne Technologie, die wir dringend für den Klimaschutz benötigen. Um diese Herausforderung auch langfristig bewältigen zu können, benötigen sie dringend auch leistungsfähige und motivierte Auszubildende, die sowohl mit dem Schraubenschlüssel als auch mit Notebook und Spezialsoftware gut umgehen können. Insgesamt bietet das Handwerk jungen Menschen riesige Chancen, sich beruflich zu verwirklichen und aufzusteigen. Karriere – bis hin zum eigenen Chef – ist auch im Blaumann möglich."

Ingo Schierenbeck, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer: "In der Coronakrise ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Land Bremen im Jahr 2020 auf ein historisches Tief gesunken. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben sich dadurch für junge Menschen verschlechtert. Wir begrüßen, dass der Senat vor diesem Hintergrund zusätzliche außerbetriebliche Ausbildungsstellen geschaffen hat. Denn eine abgeschlossene Berufsausbildung sichert die beruflichen Zukunftschancen für junge Menschen. Auch wenn der Staat in der Krise unterstützend eingreift, muss aber am Ende klar sein: Ausbildung gehört in den Betrieb und Fachkräftesicherung ist Aufgabe der Unternehmen. Außerdem ist die berufliche Ausbildung attraktiver zu gestalten. Neben einer modernen Ausstattung der Berufsschulen zählen dazu ein Auszubildenden-Ticket für den ÖPNV und ein Auszubildenden-Wohnheim. Solche Angebote, die es für Studierende schon lange gibt, müssen auch für Auszubildende selbstverständlich werden."

Cornelius Neumann-Redlin, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände im Land Bremen: "Digitale Formate der beruflichen Orientierung haben sich inzwischen vielfach bewährt und werden sicherlich auch zukünftig fester Bestandteil der beruflichen Orientierung bleiben! Denn sie bieten den Unternehmen die Chance, eine Vielzahl an Schülerinnen und Schülern gleichzeitig zu erreichen und ihnen die Möglichkeiten und die Vielseitigkeit der dualen Ausbildung näherzubringen und sie dafür zu begeistern! Unser Dank gilt allen Unternehmen, die sich dieser Herausforderung angenommen haben und weiterhin den Kontakt zu den jungen Menschen halten."

Annette Düring, Regionsgeschäftsführerin der DGB Region Bremen-Elbe-Weser: "Mit einer dualer Ausbildung entwickeln sich gute Lebensperspektiven. Alle Betriebe brauchen Fachkräfte, dafür müssen sie diese ausbilden. Gerade jetzt ist die Zeit dafür. Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie fragil unser Ausbildungssystem ist. In Zukunft müssen wir stärker daran arbeiten, dass sich alle finanziell an der Ausbildung beteiligen."

Für Auskünfte und Beratungen zur Berufsausbildung steht die Hotline der Berufsberatung 0421 178 1245 montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und zusätzlich donnerstags von 14 bis 16.30 Uhr zur Verfügung. Natürlich kann auch der eService auf der Website www.jugendberufsagentur-bremen.de für die Kontaktaufnahme genutzt werden.

Das Ausbildungsbüro in der Handelskammer berät und vermittelt junge Menschen in Ausbildung: www.handelskammer-bremen.de/ausbildungsbuero

Zur beruflichen Orientierung von Schülerinnen und Schülern führen Handelskammer, Handwerkskammer, Unternehmensverbände und Bildungssenatorin/LIS zusammen mit rund 15 Unternehmen am 6. Juli einen "Online-Tag der Ausbildung" für Schulen durch.

Die Mitarbeiter des Projekts Passgenaue Besetzung von Ausbildungsplätzen der Handwerkskammer Bremen beraten und vermitteln Jugendliche, die eine Ausbildung im Handwerk suchen. Freie Ausbildungs- und Praktikumsplätze finden sich auch in der Lehrstellenbörse des Handwerks: www.hwk-bremen.de/ausbildung

Ansprechpartner für die Medien:
Christoph Sonnenberg, Stellvertretender Pressesprecher bei der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Tel.: (0421) 361-82909, E-Mail: christoph.sonnenberg@wae.bremen.de