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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Pakt zur Erhaltung natürlicher Lebensräume

07.07.2003

Umweltminister aus sieben Anliegerländern unterzeichnen Vereinbarung zum Schutz der Weser in Bad Karlshafen

Das Hessische Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz teilt mit:


„Die Weser ist der einzige Strom, den Deutschland mit keinem Nachbarland teilt, dessen Schutz also allein in nationaler Verantwortung liegt“, sagte der Hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel heute (7.7.2003) anlässlich der Unterzeichnung einer Vereinbarung von sieben Anliegerländern zum Schutz der Weser. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie, die im Dezember 2000 in Kraft getreten ist, fordert, dass die Ober- und Unterlieger aus dem gesamten Flusseinzugsgebiet gemeinsam an Plänen für eine nachhaltige Bewirtschaftung arbeiten. Die Umweltminister aus den sieben Weseranrainer-Ländern Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben daher heute in der hessischen Weserstadt Bad Karlshafen eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet und damit die Flussgebietsgemeinschaft Weser gegründet, die die „ARGE Weser“ ablöst. Hessen hat für die nächsten vier Jahre den Vorsitz in dieser länderübergreifenden Arbeitsgruppe.


„Unser Ziel ist, dass möglichst viele natürliche Lebensräume in und an den Weserzuflüssen wieder hergestellt werden. Nachdem die Wasserqualität der Weser wieder für Fische ausreichend ist, kann jetzt auch die Wiederansiedlung der Wanderfische angegangen werden. Neben der Schaffung von geeigneten Laichgebieten in den Nebenflüssen muss vor allem die Durchgängigkeit des Hauptstromes zügig sichergestellt werden“, betonte der Hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel in Bad Karlshafen. Hessen werde sich als Weser-Oberlieger in den vier Jahren seines Vorsitzes schwerpunktmäßig der Verbesserung der Gewässerstruktur widmen. Er sei zuversichtlich, so Dietzel, dass durch diese Schutzmaßnahmen die Wanderfische wieder im Flussgebiet der Weser heimisch würden. „Ich wünsche mir, dass dann auch die nachhaltige Nutzung dieser Ressourcen wieder möglich wird und Diemel-Lachs oder Hamel-Stör Eingang auf die Speisekarten der lokalen Gastronomie finden werden.“


Die Weser zählte noch im 19. Jahrhundert zu den fischreichsten europäischen Gewässern. Durch den Bau von Talsperren und Stauwehren wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Bestand an Wanderfischen wie Lachs, Meerforelle und Stör massiv beeinträchtigt. Aber auch für die standorttreuen Weserfische wurde das Überleben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die starke Verschmutzung und vor allem durch die Versalzung der Weser immer schwieriger. Diese wesentlich verringert zu haben, ist der größte Erfolg der „Arbeitsgemeinschaft zur Reinhaltung der Weser“ (kurz ARGE Weser), in der die fünf größten Weseranlieger seit Jahrzehnten kooperativ zum Schutz der Weser zusammenarbeiten.


Die notwendige fachliche und organisatorische Unterstützung dabei kam von der „Wassergütestelle Weser“, Hildesheim. Deren zehnjährige engagierte Arbeit wurde beim Festakt in Bad Karlshafen entsprechend gewürdigt. Leiter Simon Henneberg wies in seinem Rückblick darauf hin, dass die Schutzmaßnahmen der letzten Jahre eine Erfolgsbilanz für die Weser und ihre Bewohner seien. Durch die Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung „Flussgebietsgemeinschaft Weser“ wird die Gütestelle in „Geschäftsstelle“ umbenannt. „Die gute Zusammenarbeit zum Wohle des Flussgebietes Weser wird auch zukünftig fortbestehen“, so Hessens Umweltminister Dietzel abschließend.