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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Neues Leben für gebrauchte Bauteile

21.02.2003

Bauteilbörse und Bauteillager Bremen eröffnet

Mit einem Mausklick hat die Bremer Senatorin für Bau und Umwelt, Christine Wischer, heute (21.2.2003) den Start für die „bauteilbörse bremen“ gegeben. Ob alte Steine und Dachziegel für den Neubau oder unversehrte Bremer Haus-Türen und Fenster für eine Sanierung: Mit der neuen Börse wollen deren Betreiber dafür sorgen, dass Gebäude in Bremen und Umgebung künftig verstärkt auch mit gebrauchten Bauteilen errichtet und saniert werden. Organisiert wird die Wiederverwendung der gebrauchten Bauteile, die bei Abriss oder Umbau anfallen, vom Verein Alt-Bauteile Bremen. Gefördert wird das Projekt von der Bremer Energie-Konsens, dem Senator für Bau und Umwelt und den Bremer Entsorgungsbetrieben.

„Genutzt werden kann die Börse bequem über das Internet“, erläutert Mitorganisatorin Karin Strohmeier das Konzept. Ziel sei es, möglichst direkt den Kontakt zwischen Anbieter und Interessent herzustellen. Die Börse, die unter www.bauteilboerse-bremen.de erreichbar ist, wendet sich sowohl an Privatleute als auch an Handwerksbetriebe, Abrissunternehmen, Baugesellschaften, Planungsbüros und Behörden.

Neben der Börse unterhält der Verein ab sofort auch das „bauteillager bremen“ auf dem Gelände der Recyclingstation Kirchhuchting. Hier bietet sich die Möglichkeit, die breite Palette der Bauteile eines Gebäudes von Innentüren über Fenster zu Fliesen, Waschbecken oder Handläufe direkt anzusehen, zu kaufen und gleich mitzunehmen. Alle Teile sind gebraucht, günstig und gut, versichern die Betreiber.

Die Senatorin für Bau und Umwelt, Christine Wischer, begrüßt das große Engagement, mit dem die "bauteilbörse bremen" vorbereitet worden ist. Wischer: „Eine solche Initiative kann in effizienter Form nicht einzelbetrieblich erfolgen. Sie muss in der Branche „Baustoffrecycling“ Entsorgungs-unternehmen, Aufbereiter und Verwerter ebenso zusammenführen wie Fachverbände, diverse Gewerke des Handwerks, Architekten, Planer, usw.. Und sie muss auf neue Kunden zugehen, sie muss massiv bei den gewerblichen oder privaten Abnehmern und Nutzern für den Einsatz sekundärer Bauteile und Baustoffe werben. Ich habe den Eindruck, dass jetzt ein erfolgversprechendes Modell entwickelt worden ist. Ich wünsche mir, dass es über die Förderung aus dem Ökologiefonds und in der jetzigen Konstellation mit der Energie Konsens und den Bremer Entsorgungsbetrieben gelingt, ein innovatives und zukunftsfähiges Netzwerk in der Region zu entwickeln, das die wirtschaftlichen und energiepolitischen Ziele erreicht."

Im Schnitt werden in Bremen jedes Jahr rund 100 Gebäude abgerissen, so Vera Litzka, Prokuristin der Bremer Energie-Konsens. „Die Wiederverwendung der dabei anfallenden Bauteile spart wertvolle Rohstoffe und Energie und ist damit ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz,“ erläutert sie das Engagement ihrer Gesellschaft für die Bauteilbörse. Zudem werde der Baustoffmarkt regionalisiert und so die mit dem oft weiten Transportwegen verbundenen Kosten und Umweltbelastungen verringert. Um festzustellen, wie groß die Energieeinsparung und Umweltentlastung tatsächlich ist, werde das Projekt in der zweijährigen Förderphase intensiv wissenschaftlich begleitet.

Für den Betriebsleiter der Bremer Entsorgungsbetriebe, Richard Kluve, gibt es neben der Ressourcen- und Energieeinsparung noch einen weiteren Vorteil: "Ein wichtiges Ziel der Abfallwirtschaft ist die Abfallvermeidung. Die Wiederverwendung von gebrauchten Bauteilen ist ein Signal gegen die Wegwerfmentalität. Denn der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Wir hoffen, dass das Projekt Vorbildcharakter hat und viele Nachahmer findet".

Damit die Wiederverwertung möglichst reibungsfrei abläuft, baut der Verein zur Zeit ein Bauteil-Netzwerk auf. Es entsteht durch die Verbindung regionaler Partner, die im Baubereich tätig sind. Die Netzwerkpartner sollen alle Dienstleistungen rund um die gebrauchten Bauteile - Ausbau, Transport, Aufarbeitung und Wiedereinbau - abdecken. Das Angebot an günstigen, qualitativ guten Bauteilen wird, so die Hoffnung, den Sanierungsmarkt beleben. Davon profitiere dann jeder Netzwerkpartner - ob es sich um Handwerksbetriebe, Abrissunternehmen oder Planungsbüros handelt.

Wer wiederverwendbare Bauteile hat oder weiß, dass sie anfallen werden, sollte sich frühzeitig bei der Bauteilbörse melden. Gegen eine Gebühr wird das Bauteil dann in den Materialkatalog aufgenommen. „Wer einen Abriss plant, sollte sich vorher bei uns melden – vielleicht kann er durch ein Angebot in der Bauteilbörse seinen Abfall zu Kapital machen“, so Mitorganisatorin Ute Dechantsreiter. Für alle Fragen rund um die Wiederverwendung stehen am Börsentelefon fachlich versierte Beraterinnen und Berater zur Verfügung.

bauteilbörse bremen
www.bauteilboerse-bremen.de
Börsentelefon: 0421-57 96 088
Mo, Mi, Fr: 9:00 –12:00 Uhr
Di, Do: 9:00 –15:00 Uhr

bauteillager-bremen
Obervielander Straße 43, 28259 Bremen.
Öffnungszeiten:
Mo, Di, Mi: 8:30 –12:00 Uhr
12:30 –17:00 Uhr;
jeden 1. und 3. Samstag im Monat 9:00 –13:00 Uhr.

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Bei Rückfragen: bauteilbörse bremen
Karin Strohmeier, Tel.: 0421/ 5961552