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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Gespräch zum Haus am Wall bestätigt: Erhalt der Fassade nicht möglich

18.12.2001

Wischer: Künftig mehr Anstrengung zum Erhalt historischer Bausubstanz

Der geplante Neubau Am Wall wird entsprechend den weit fortgeschrittenen Plänen des Investors gebaut werden. In der Konsequenz wird das Haus Am Wall 139 abgerissen werden müssen. „Auch wenn es bedauerlich ist: So fortgeschritten wie Planungen, Investitionsabsichten und insbesondere auch die Vermietung des Hauses bereits sind, war ein anderes Ergebnis nicht mehr zu erzielen, “ so die Senatorin für Bau und Umwelt, Christine Wischer, nach einem Gespräch mit dem Investor Peter Riggers, an dem auch der Leiter des Landesamtes für Denkmalschutz teilgenommen hatte.

Gegenstand des Gespräches war vor allem die Frage, ob sich das Gebäude oder wenigstens die bestehende Fassade in den Neubau integrieren ließe. Nach intensiver Prüfung stellt sich dies vor allem aufgrund der desolaten Bausubstanz und der unterschiedlichen Geschosshöhen und Gebäudetiefen als nicht machbar dar. Neben dem Wegfall eines Großteils der Tiefgarageneinstellplätze könnte auch die im Neubau vorgesehene Passage zur Herdentorswallstraße nicht realisiert werden. Gegen eine Neuplanung spricht zudem, dass für die Büroflächen schon solvente und auch für Bremen attraktive Nutzer gewonnen werden konnten, die nicht nur auf eine schnellen Einzug, sondern auch auf zusammenhängende Büroflächen hohen Wert legen.

Das Haus Am Wall gilt als Ausdruck einer baulichen Epoche und als letztes aus der Jahrhundertwende in der Straße Am Wall im Abschnitt zwischen Herdentorsteinweg und Bürgermeister-Smidt-Straße. Es steht jedoch weder unter Denkmalschutz noch ist nach Einschätzung der Rechtslage der Erlass einer Erhaltungssetzung möglich. Außerdem bestand unter den Gesprächsteilnehmern Einigkeit darin, dass mit dem vorliegenden Entwurf des Neubaus eine anspruchsvolle und qualitativ hochwertige Architektur realisiert werden wird. Der Investor hatte bereits im August einen Abrissantrag gestellt, der jetzt kurzfristig positiv beschieden wird.

Senatorin Wischer wies nach dem Gespräch darauf hin, dass es dringend erforderlich sei, aus dem Fall Lehren zu ziehen. Wischer: „Im vergangenen Jahrzehnt ist mit Sicherheit nicht genügend geschehen, um die historische Substanz gerade in der Innenstadt ausreichend zu schützen. Wir haben uns mit dem Denkmalpfleger fest verabredet, dieses Defizit jetzt zügig aufzuarbeiten, auch damit Kommune und Investoren ein Mehr an Planungssicherheit gewinnen.“