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Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau

Der Senator für Bau und Umwelt teilt mit: ARGE Weser-Gütebericht 2000, Unterweserbericht 1999

10.10.2001

Einen guten ökologischen Zustand der Weser und ihrer Quell- und Nebenflüsse zu schaffen und die Menschen im Flussgebiet vor Hochwasser zu schützen - dieses ehrgeizige Ziel hat sich die Arbeitsgemeinschaft zur Reinhaltung der Weser (ARGE Weser) zur Aufgabe der kommenden mindestens 10 Jahre gemacht. Die ARGE Weser, der die Länder Bremen, Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen angehören, hat ihr Vorhaben im Aktionsprogrammes Flussgebiet Weser 2000 – 2010 bereits im letzten Jahr veröffentlicht. Mit dem nun aktuell erschienenen Wesergütebericht 2000 stellt die Arbeitsgemeinschaft zur Reinhaltung der Weser (ARGE Weser) die neuesten Ergebnisse ihrer länderübergreifenden Gewässerüberwachung einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Dokumentiert wird die Qualität der Werra, Fulda, Aller und Weser, an deren Ufern insgesamt 11 feste Messstationen betrieben werden.

Anders als noch in den 70er und 80er Jahren stellt sich die Gewässergüte seit einigen Jahren positiv dar. Die Reduzierung der Salzbelastung von Werra und Weser hat einen großen Anteil daran, denn mit Hilfe eines umfangreichen Salzreduzierungskonzeptes im thüringischen Kalirevier konnten die Einleitungen salzhaltiger Abwässer auf Dauer drastisch reduziert werden. So ist es gelungen, die mittleren Chloridkonzentrationen in der Werra von ehemals mehr als 25.000 mg/l um mehr als 90 % auf einen Grenzwert von 2.500 mg/l zu senken. Für die empfindlichen Vertreter unter den Gewässerorganismen wie zum Beispiel die Insektenlarven ist die Reduzierung der Salzbelastung ein Segen, denn auch die Schwankungen der Salzkonzentrationen haben stark abgenommen.

Der besonders für die Fische lebensnotwendige Sauerstoffgehalt wurde im Sommer in der staugeregelten Mittelweser kurzzeitig mit unter 4 mg/l gemessen. Verursacht durch langsame Fließgeschwindigkeiten und die große Erwärmung des Wassers sind solche Phänomene im Sommer hin und wieder zu beobachten. Auch im August 2001 wurde eine vorübergehende Sauerstoffmangelsituation verzeichnet. Sie werden durch das Absterben von Algen noch verstärkt. In diesem Zusammenhang wird auch die Belastung mit Nährstoffen ständig untersucht. Der Gehalt an Ammonium konnte in den letzten Jahren durch den verstärkten Ausbau der Kläranlagen mit Nitrifikationsstufen um etwa 2/3 verringert werden. Im Gegensatz hierzu hat sich die Nitratbelastung nicht merklich verringert. Die Gesamtphosphorgehalte sind seit dem starken Rückgang Ende der 80er Jahre -bedingt durch den Verzicht auf phosphathaltige Waschmittel- etwa gleich geblieben.

Ständig überprüft wird eine umfangreiche Palette von organischen Substanzen, zu denen die Schwerflüchtigen Halogenierten Kohlenwasserstoffe und die Pflanzenschutzmittel gehören. Die Belastung mit diesen Substanzen ist in der Weser und ihren Quellflüssen als gering einzustufen. Einzelne Nachweise von Pflanzenschutzmitteln konnten vor allem in der Hauptanwendungszeit im Frühjahr und Sommer geführt werden.

Über die reine Darstellung der Messergebnisse hinaus geht der im August 2000 in einer Neuauflage erschienene Unterweserbericht 1999. Neben der Beschreibung von Güteuntersuchungen und Abwassereinleitungen stellt er ein speziell auf die tidebeeinflusste Unterweser zugeschnittenes Forum dar, auf dem verschiedene Fachrichtungen ihre Ergebnisse dargestellt haben.

Die Beschreibung der geologischen Entwicklung des Wesertales findet hier genauso Beachtung wie die Betrachtung von Ölunfällen auf der Weser und die Beschreibung der Unterweser als Badegewässer.

Weitere Schwerpunkte setzen zwei Einzelbeiträge zu den Themen Belastung von Gewässerorganismen mit Schwermetallen sowie Eintrag von Tributylzinn-Verbindungen durch Schiffsanstriche.

Wie im Zeitalter der modernen Medien üblich besteht der Unterweserbericht 1999 aus einer 16-seitigen gedruckten Zusammenfassung und einer Langfassung auf CD. Hier sind die Ergebnisse der einzelnen Kapitel detailliert und ausführlich beschrieben.

Die Bemühungen der ARGE Weser um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fließgewässer, die eine Brücke schlagen soll zwischen der Nutzung und der Wiederherstellung und Bewahrung eines guten ökologischen Zustandes, stehen in vollem Einklang mit der neuen EU-Wasserrahmenrichtlinie. Sie schafft einen europaweit gültigen Handlungsrahmen zur Gewässerbewirtschaftung nach der Devise: Global Denken – Lokal Handeln.

Wesergütebericht 2000 und Unterweserbericht 1999 sowie weitere Veröffentlichungen sind erhältlich bei der Wassergütestelle Weser im


 

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