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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport

Senatorin Stahmann: Kosten für Ausbildung gerecht verteilen

Bremen prüft Voraussetzungen für ein Ausgleichsverfahren in der Altenpflegeausbildung

04.06.2014

Das Land Bremen prüft in diesen Tagen die Voraussetzungen für ein Ausgleichsverfahren in der Altenpflegeausbildung. Ziel ist es, alle Träger von ambulanter und stationärer Altenpflege an den Ausbildungskosten zu beteiligen, auch wenn sie selber nicht ausbilden.

Ein solches Ausgleichsverfahren ist ohne gesetzliche Änderungen möglich und in Bremen bereits von 2008 bis 2011 angewandt worden. Die Einführung des Ausgleichsverfahrens ist allerdings an enge rechtliche Vorgaben gebunden. Voraussetzung ist der Nachweis, dass ein Mangel an Ausbildungsplätzen und damit Fachkräften besteht beziehungsweise droht. Diesen Nachweis muss die Sozialbehörde erbringen. "Dazu genügt nicht die allgemeine Erkenntnis, dass Pflegefachkräfte rar sind", sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen. Neben der Prognose über die Zahlen der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren sei unter anderem eine genaue Bestandsaufnahme der Beschäftigungssituation in der Altenpflege erforderlich. Die Sozialbehörde führt diese Befragung in diesen Tagen in allen stationären und teilstationären Einrichtungen der Altenpflege sowie bei allen ambulanten Pflegediensten durch.

"Wir wollen den Bedarf an Pflegekräften langfristig decken und dabei sicherstellen, dass alle Träger der Altenpflege sich entsprechend ihrer Größe an den Kosten beteiligen", sagte Senatorin Anja Stahmann. Schließlich profitierten alle von qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch wenn sie selber keine Auszubildenden gewinnen könnten und daher nicht ausbilden, oder wenn sie die Voraussetzungen zum Ausbilden nicht erfüllten. "Die Kosten für die Ausbildung sind nicht unerheblich. Das Ausgleichsverfahren kann ein Stück Gerechtigkeit und Zukunftssicherung im sensiblen Bereich der Pflege schaffen."

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird mit der Zahl der hochbetagten Menschen über 80 Jahre in den kommenden Jahren stetig zunehmen. Das zeigt sich unter anderem am "Greying-Index", also dem Anteil der über Achtzigjährigen unter allen Menschen über 65 Jahren. Liegt der "Greying-Index" in Bremen derzeit noch unter 40 Prozent, wird er bis zum Jahr 2020 auf über 50 Prozent steigen. Mehr als die Hälfte aller Frauen und Männer im Renten- und Pensionärsalter wird dann bereits älter als 80 sein.

Nach den Daten der Pflegestatistik 2011 arbeiteten in Pflegeeinrichtungen im Land Bremen rund 1.900 staatlich anerkannte Altenpflegefachkräfte, 1.200 Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie etwa 720 staatlich anerkannte Altenpflegehilfskräfte.