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Sonstige

Paula Modersohn-Becker: Berlin – Worpswede – Paris

Museen Böttcherstraße, Paula Modersohn Becker Museum, vom 23. März bis 6. Juli 2014

26.02.2014
Paula Modersohn-Becker, Halbakt einer Italienerin mit Teller in der erhobenen Hand, Herbst 1906, Privatbesitz, gif, 66.2 KB
Paula Modersohn-Becker, Halbakt einer Italienerin mit Teller in der erhobenen Hand, Herbst 1906, Privatbesitz

Im Leben Paula Modersohn-Beckers (1876 – 1907) zeichnen sich drei wesentliche Stationen ab, die für den Schaffensprozess der Malerin von essentieller Bedeutung waren: das großstädtische Berlin, das beschauliche Worpswede und die brodelnde Künstlermetropole Paris. An diesen Orten empfing sie die Impulse, die sie zu ihrer eigenen, unverwechselbaren Bildsprache am Beginn der Moderne führten. Anhand ihrer großen Figurenkompositionen, Porträts und Selbstporträts aus den verschiedenen Stationen zeigt die Bremer Ausstellung Paula Modersohn-Beckers Karriere als Wegbereiterin der Moderne.
Die Schau in der Bremer Böttcherstraße vereint vom 23. März bis 6. Juli 2014 Werke aus dem Bestand des Paula Modersohn-Becker Museums mit bedeutenden Leihgaben aus anderen Museen und selten ausgestellten Stücken aus Privatsammlungen. Eine Ausstellung in Kooperation mit den Worpsweder Museen anlässlich des Jubiläums "Worpswede – 125 Jahre Gegenwart - Das Künstlerdorf feiert Geburtstag."

Berlin
Im April 1896 beginnt die damals 20-Jährige einen Kurs an der »Zeichen- und Malschule des Vereins der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen« in Berlin. Aus den zunächst geplanten vier Wochen werden schließlich knapp zwei Jahre, in denen sich Paula Becker leidenschaftlich dem akademischen Studium widmet. Der künstlerische Nachlass aus dieser Zeit ist beachtlich, so sind ca. 150 Arbeiten erhalten, von denen ein Teil in der Ausstellung zu sehen sein wird. Die ausgewählten Zeichnungen lassen bereits die genialen Züge ihres reiferen Werks erkennen.

Worpswede
Im Anschluss an die Berliner Studienzeit zieht es die angehende Künstlerin im September 1898 in das Künstlerdorf Worpswede. Verzaubert von der Landschaft und der bäuerlich-herben Atmosphäre entwickelt sie hier – zunächst zaghaft – ihre ganz eigene Formensprache, die ihrer Zeit voraus war. Unter den Bewohnern findet sie »entzückende Modelle«, die sie in ihren Bildern festhält. Mit ihrer fortschrittlichen Malweise eckt sie jedoch nicht nur bei ihren Eltern sondern auch bei den hiesigen Künstlerkollegen an, sodass sie bereits im folgenden Jahr selbstbewusst feststellt: »Meine Ziele werden sich mehr und mehr von den Euren entfernen.«

Paris
Ihre Selbstsicherheit erleidet kurz vor Weihnachten 1899 einen harten Schlag: Die junge Malerin stellt zwei Bilder und einige Studien in der Kunsthalle Bremen aus, die einer vernichtenden Kritik Arthur Fitgers zum Opfer fallen. Entmutigt und unverstanden macht sich Paula Becker auf, um in Paris neue Inspiration zu finden – eine Entscheidung, die ihr Leben verändern und ihre Kunst revolutionieren wird. Insgesamt vier Mal weilt sie in der Stadt der Kunst, kehrt aber zwischenzeitlich immer wieder nach Worpswede zurück.

Ihre Bilder zeugen nun zunehmend von der einzigartigen Verknüpfung dieser beiden so unterschiedlichen Lebensstationen. Auf der Suche nach der großen Einfachheit der Form vereint Paula Becker meisterhaft ihre in Paris gefestigte moderne Bildsprache mit der erdigen Farbigkeit und den schweren Formen der Moorlandschaft. So spricht aus ihren monumentalen Worpsweder Motiven zugleich das avantgardistische Paris des angehenden 20. Jahrhunderts. In dieser eigenwilligen Kombination liegt der geniale Pioniergeist Paula Modersohn-Beckers begründet.

Publikation
Zur Ausstellungseröffnung erscheint eine Publikation, die im Museumsshop erhältlich sein wird.

Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11–18 Uhr zu besichtigen.
Öffnungszeiten an Feiertagen: Karfreitag: 13–18 Uhr, Ostersonntag: 11–18 Uhr, Ostermontag: 13–18 Uhr, 1. Mai: 13–18 Uhr, Himmelfahrt: 13–18 Uhr, Pfingstsonntag: 11–18 Uhr, Pfingstmontag: 13–18 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene: € 6, ermäßigt € 4, Kinder bis 6 Jahre: frei, Familien (zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder): € 15, Gruppen (ab 10 Personen): € 4 p. P., Führung: € 60 zzgl. Eintritt p. P., Schulklassen: € 1,50 p. P.
Ermäßigter Eintritt bei Vorlage einer Eintrittskarte aus den Bremer Museen:
Wer eine Eintrittskarte zum vollen Preis in einem der beteiligten Museen erwirbt, erhält bei ihrer Vorlage am gleichen und am Folgetag in den Partnermuseen eine ermäßigte Eintrittskarte. Sonderausstellungen sind u. U. ausgeschlossen. Beteiligt sind: Focke-Museum, Gerhard-Marcks-Haus, Kunsthalle Bremen, Museen Böttcherstraße, Übersee-Museum, Weserburg und Wilhelm Wagenfeld Haus.

Um €1 ermäßigter Eintritt bei Vorlage der Weser-Kurier AboCard.
Ermäßigter Eintritt bei Vorlage der ArtCard.

Eine Pressevorbesichtigung findet am Freitag, 21. März 2014, um 11.30 Uhr statt.

Foto: Museen Böttcherstraße, Bremen