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Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Wohnen für Hilfe – Senioren und Studierende unter einem Dach

Sozialsenatorin Anja Stahmann gibt den Startschuss für ein neues Projekt

13.01.2014

Das Projekt "Wohnen für Hilfe" ist heute (13. Januar 2014) an den Start gegangen. Es bringt wohnungssuchende Studierende und Seniorinnen oder Senioren zusammen: Ältere Menschen mit leer stehenden Räumen vermieten ein oder zwei Zimmer an Studierende und erhalten als Gegenleistung etwas Unterstützung im Alltag. Mit der feierlichen Vergabe von Zertifikaten an die beteiligten Organisationen und Verbände hat Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen den Startschuss für das Projekt gegeben.

Rund 130.000 ältere Menschen über 65 leben in der Stadt Bremen, 43 Prozent der älteren Menschen und sogar 60 Prozent der über 85-Jährigen leben allein. "Ehemalige Kinderzimmer, Gäste- oder Arbeitszimmer bleiben oftmals ungenutzt", sagte Anja Stahmann. "Auf der anderen Seite wird es bei steigenden Mieten für die 27.200 Studierenden in Bremen immer schwieriger, ein passendes Zimmer oder eine kleine Wohnung zu finden." Das Projekt "Wohnen für Hilfe" macht aus der Not eine Tugend – im Interesse beider Seiten. "Senioren können das leere Haus beleben und dazu ein bisschen Unterstützung bei kleineren Besorgungen oder im Garten bekommen", sagte die Senatorin, "und die Studierenden wohnen günstig in einem Umfeld, das sie aus eigener Kraft vielleicht gar nicht finanzieren könnten."

Es geht um mietfreies Wohnen für junge Menschen, die bereit sind, ein bisschen mit anzupacken – nicht bei pflegerischen Leistungen, sondern in Form kleinerer Handreichungen im Haushalt, bei Besorgungen oder vielleicht am Computer. Detailfragen regelt ein Vertrag. Bei der Ausarbeitung helfen das Projektteam der Paritätischen Gesellschaft Bremen sowie das Studentenwerk Bremen.

Das Projekt "Wohnen für Hilfe" hat in einigen deutschen Universitätsstädten mit angespanntem Wohnungsmarkt bereits Menschen generationenübergreifend zusammengeführt. "Aufgeschlossenheit, Toleranz, Neugierde, ein bisschen Abenteuerlust und Rücksicht – das sind gute Voraussetzungen für ein Gelingen dieser Wohnform", sagte Anja Stahmann. Sie geht nicht davon aus, dass dies eine Massenbewegung wird, "aber ich bin sicher, dass es eine Reihe von Menschen gibt, die sich auf dieses Abenteuer einlassen werden."

In Bremen wird das Projekt "Wohnen für Hilfe" von einem Verbund aus einer Vielzahl von Institutionen und in enger Zusammenarbeit mit dem Referat Ältere Menschen bei der Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen umgesetzt. Mit der Übergabe der Zertifikate dankte Anja Stahmann heute den Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Institutionen und Kooperationspartner. Das sind das Studentenwerk Bremen, die Asten von Universität und Hochschule sowie die Paritätische Gesellschaft, die Gewoba und Haus & Grund.

Wer sich für das Projekt interessiert, kann sich wenden an: die Paritätische Gesellschaft für soziale Dienste Bremen mbH, Außer der Schleifmühle 55-61, 28203 Bremen, Telefon 0421 791 99-58, n.kohlrausch@paritaet-bremen.de (Seniorinnen und Senioren) oder an das Studentenwerk Bremen, Bibliothekstraße 3 / Studentenhaus, 28359 Bremen, Telefon 0421 22 01-101 29, wohnraumvermittlung@stw-bremen.de (Studierende).

Weitere Informationen bietet auch dieser Flyer (pdf, 171.5 KB).