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Senatskanzlei

Pressemitteilung mit Foto Um Bremen verdient gemacht: Prof. Dr. Reimar Lüst ist Ehrenbürger der Hansestadt

06.12.2001

Festakt im Bremer Rathaus – Prof. Dr. Richard von Weizsäcker hält Laudatio

Der Physiker und langjährige Vorsitzende der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Reimar Lüst, ist heute im Rahmen eines Festaktes im Bremer Rathaus zum Ehrenbürger Bremens ernannt worden. Reimar Lüst erhielt diese Auszeichnung „wegen seiner Verdienste um den Luft- und Raumfahrtstandort Bremen und die Ansiedlung wissenschaftlicher Institutionen, vor allem der International University Bremen“.



Der ehemalige Bundespräsident Prof. Dr. Richard von Weizsäcker konnte als Laudator gewonnen werden

Reimar Lüst hat von Anfang an die Idee der europaweit ersten privaten Universität , der International University Bremen (IUB), unterstützt und vorangebracht. Er ist als Vorsitzender des Planungskomitees entscheidend an der Planung und dem Aufbau der IUB beteiligt gewesen, die im September diesen Jahres offiziell eröffnet wurde. Prof. Dr. Reimar Lüst ist als Vorsitzender des Board of Governors, also des Aufsichtsrates, an der Umsetzung der Ziele und der weiteren Entwicklung der IUB maßgeblich beteiligt. Überdies hat der Wissenschaftler entscheidend am Aufbau des Raumfahrtstandortes Bremen mitgewirkt. Er war diesem unter anderem als Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA ( 1984-1990) intensiv verbunden. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates der ERNO GmbH (1976-1984) hat er mit dazu beigetragen, dass in Bremen Arbeitskräfte für hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen wurden.


Bürgermeister Henning Scherf beim Verlesen der Ehrenbürgerurkunde

Reimar Lüst, geb. 1923, kann auf eine eindrucksvolle wissenschaftliche Karriere zurückblicken. Er studierte Physik, promovierte 1951 bei Prof. Dr. Carl Friedrich von Weizsäcker am Göttinger Max- Planck- Institut und habilitierte 1960 in Theoretischer Physik an der Universität München. Lüst war u.a. maßgeblich am Aufbau der europäischen Weltraumorganisation ESRO beteiligt, deren wissenschaftlicher Direktor ( 1962-64) und Vizepräsident (1968-70) er war. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass die Bundesrepublik ein eigenes, nationales Weltraumprogramm einrichtete. 1969-72 wird Reimar Lüst Vorsitzender des Wissenschaftsrates und übernahm 1972 die Präsidentschaft der Max-Planck-Gesellschaft (bis 1984). In den Jahren 1984-1990 war er Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, 1989 wurde er zudem Präsident der Alexander von Humboldt –Stiftung, diese Tätigkeit übte er bis 1999 aus.


Prof. Reimar Lüst richtet seine Dankadresse an die Ehrenversammlung

Lüst ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften und anderer Einrichtungen. Im Verlaufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeiten konnte er zahlreiche nationale und internationale Ehrungen, darunter Ehrendoktorwürden, Ehrenprofessuren sowie das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik entgegennehmen. Im vergangenen Jahr wurde ihm die Leibniz-Medaille verliehen.


Reimar Lüst wird der zweite noch lebende Ehrenbürger Bremens. Zuletzt wurde im Jahre 1999 dem ehemaligen Bremer Bürgermeister Hans Koschnick diese Würde zuteil. Die Ehrenbürgerschaft wird in Bremen nachweislich seit 1797 an Persönlichkeiten verliehen, die sich um den Staat verdient gemacht haben. Nach 1945 sind in Bremen bisher fünf Persönlichkeiten mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet worden. Dies sind Rudolf Alexander Schröder, Anton Kippenberg, Wilhelm Kaisen, August Hagedorn und Hans Koschnick.