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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Schwäche der internationalen Wirtschaft wirkt sich jetzt auch auf die bremischen Häfen aus

Seegüterumschlag im ersten Quartal 2013 rückläufig

23.05.2013

Nach erfolgreichen Jahren mit zum Teil überdurchschnittlichen Zuwächsen sind die bremischen Häfen mit einem Rückgang des Seegüterumschlags ins neue Jahr gestartet. Der Gesamtumschlag im ersten Quartal 2013 ging von 21,7 auf 18,9 Millionen Tonnen zurück. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres war dies ein Minus von 13,0 Prozent.
Bei der Containerlogistik, dem weitgehend auf den Standort Bremerhaven konzentrierten Hauptgeschäft der bremischen Häfen, registrierten die Statistiker von Januar bis März 2013 einen Umschlag von 1.409.753 Boxen (TEU). Dies bedeutete gegenüber dem ersten Quartal 2012 (1.606.535 TEU) ein Minus von 12,2 Prozent.
Geringer fiel der konjunkturell bedingte Rückgang bei den Automobilen aus. Die Zahl der an der Weser umgeschlagenen Fahrzeuge sank von 528.883 auf 491.113, ein Minus von 7,1 Prozent.

"Unsere Zwillingshäfen haben sich länger als ihre Mitbewerber gegen die negativen Folgen der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung in vielen Teilen der Welt gestemmt", sagte Senator Martin Günthner am Dienstag. "Doch jetzt wirken sich diese Folgen auch an den bremischen Kajen aus".
Für das Gesamtjahr 2013 gibt der Senator noch keine Prognose ab. Positiv sei aber zu werten, "dass die Umschlagszahlen sich nach einem besonders schwachen Start im Januar besser entwickelt haben". Als Beispiel nannte Günthner den Autoumschlag: Waren an der Weser im Januar 2013 nur 138.000 Fahrzeuge umgeschlagen worden, stieg ihre Zahl einen Monat später bereits auf 161.000 und im März 2013 sogar auf 192.000. Zum Vergleich: Im März 2012 waren in den bremischen Häfen 201.000 Autos umgeschlagen worden. Gegenüber dem Monat März im Krisenjahr 2009, als nur 92.000 Fahrzeuge gezählt wurden, hat sich der Umschlag sogar mehr als verdoppelt.

Auch bei den Containern entwickelte sich die Umschlagskurve im Februar und März 2013 nach oben. Hatte das Ergebnis im Januar 2013 noch bei nur 448.000 TEU gelegen, stieg es im Februar auf 466.000 und im März auf 495.000 TEU (März 2012: 546.000, März 2009: 358.000).
Günthners Fazit: "Der Hafen hat aktuell zwar Ladungsaufkommen verloren, doch das Umschlagsniveau bleibt insgesamt hoch". Der Senator zeigte sich überzeugt davon, "dass die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven bei einem Anziehen der globalen Konjunktur auf den Wachstumspfad zurückkehren wird".
Ein Blick auf die Entwicklung der beiden Standorte in der Hafengruppe ergibt folgendes Bild: Die Terminals in Bremerhaven waren mit 16,1 Millionen Tonnen am Ergebnis beteiligt (minus 13,8 Prozent), die Hafenanlagen in Bremen-Stadt mit 2,8 Millionen Tonnen (minus 7,8 Prozent).
Beim Massengut, das zum weitaus größten Teil in Bremen-Stadt umgeschlagen wird, gab es im ersten Quartal 2013 einen Rückgang von 7,2 Prozent auf 2,1 Millionen Tonnen (Januar bis März 2012: 2,25 Millionen Tonnen). Einem Minus von 9,8 Prozent beim trockenen Massengut stand beim flüssigen Massengut ein Plus von 8,8 Prozent gegenüber.