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Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Breiter, höher, schöner: Der neue Weserdeich wurde um bis zu zwei Meter erhöht

Senator Günthner: Bremerhaven ist jetzt für Jahrzehnte vor den Folgen des Klimawandels geschützt

17.05.2013

Breiter, höher, schöner – das ist der neue Weserdeich in der Bremerhavener Stadtmitte. Am Wochenende werden Tausende beim "Deichspektakel" über den Kronenweg schlendern und den etwa 800 Meter langen Deichabschnitt zwischen Zoo am Meer und Geestemündung in Besitz nehmen. "Die Anlage ist gut gelungen", sagte Bremens Wirtschafts- und Hafensenator Martin Günthner, als ihn Mitarbeiter der Hafengesellschaft bremenports am Freitag (17. Mai 2013) über den neuen Deichabschnitt führten.

Sitzprobe am neuen Weserdeich: Zwischen den bremenports-Geschäftsführern Robert Howe (rechts) und Holger Banik freut sich Hafensenator Martin Günthner über das gelungene Deichbauprojekt. Links: Chefplaner Henry Behrends, bei bremenports für den Hochwasserschutz verantwortlich
Sitzprobe am neuen Weserdeich: Zwischen den bremenports-Geschäftsführern Robert Howe (rechts) und Holger Banik freut sich Hafensenator Martin Günthner über das gelungene Deichbauprojekt. Links: Chefplaner Henry Behrends, bei bremenports für den Hochwasserschutz verantwortlich

"Der Weserdeich ist und bleibt Bremerhavens gute Stube", sagte Günthner. "Die Leute werden auch die neue Anlage in ihr Herz schließen. Wesentlich wichtiger ist aber, dass das Bollwerk der Stadt und ihren Menschen für Jahrzehnte zuverlässigen Hochwasserschutz bieten wird." Bremerhaven bereite sich gezielt auf die Folgen der Erderwärmung vor – in diesem Fall "auf eine steigende Zahl schwerer Sturmfluten, bei denen das Wasser höher auflaufen wird als heute". Der Weltklimarat geht davon aus, dass sich der Meeresspiegel in den kommenden 100 Jahren um bis zu 58 Zentimeter erhöhen wird.

Zuständig für den Hochwasserschutz sind in Bremerhaven die Fachleute von bremenports. Was die Hafengesellschaft plant, wird anschließend von den Baufirmen umgesetzt. Die Arbeiter haben den Weserdeich um etwa 15 Meter verbreitert und um bis zu zwei Meter erhöht. Der Bund übernimmt 70 Prozent der Planungs- und Baukosten von etwa 6 Millionen Euro, das Land Bremen den Rest.

Anfang 2011 fiel der Startschuss. Zunächst mussten Hallen in der Nähe des historischen Wasserstandsanzeigers abgerissen werden. Wenig später begannen die Arbeiter mit dem Setzen einer Spundwand am Ufer der Weser. Mehrere Meter vor dem Treibselräumweg, der in Bremerhaven Promenade genannt wird, wurde eine lange Reihe von Spundwandelementen sechs Meter tief in den Boden getrieben – nicht mit einem Ramm-, sondern mit einem deutlich leiseren Rüttelverfahren. 300 Tonnen Stahl sorgten für die notwendige Stabilität und verhinderten in der Bauphase ein Abrutschen des neuen Deichkörpers.

2012 nahm der Deich vor der Bremerhavener City dann Gestalt an. Die Anlage wurde durchgehend auf eine Höhe von 8,60 Meter über Normalnull gebracht. Mit Beginn der Sturmflutsaison im Herbst bot der Weserdeich damit optimalen Schutz vor Hochwasser. Die Bauarbeiter verarbeiteten hier 35.000 Kubikmeter Kleiboden, 70.000 Kubikmeter Sand und 17.500 Tonnen Wasserbausteine. Eine neue Treppe führt im Bereich Hafenplaza zum Deichfuß hinunter. Die Stadt Bremerhaven hat am Deich etwa 50 Lampen und mehrere Bänke aufstellen lassen.
Im Südabschnitt des Weserdeichs wurden große Wellenbremssteine in die Steinböschung gesetzt. Auf diesen Plattformen können sich die Spaziergänger in Zukunft entspannt niederlassen und den Blick auf die Weser genießen. "In diesem Bereich des Deichs musste auf eine Rasenböschung verzichtet werden", sagte bremenports-Geschäftsführer Robert Howe. "Der Sand, der vom nahen Weserstrandbad herüber weht, würde die Grasnarbe zerstören und die Deichsicherheit gefährden."

Im Winter 2012/2013 mussten die Arbeiten an den Wegen wochenlang immer wieder eingestellt werden. Das brachte den Bauzeitenplan erheblich durcheinander. Die Behindertenrampe in der Deichmitte kann erst in einigen Wochen fertiggestellt werden. Auch der Treppenbereich, der vom Schifffahrtsmuseum zum Deichkronenweg führt, muss noch angepasst werden.

Vor einigen Jahren ließ bremenports bereits den Lohmanndeich ausbauen, der von der Innenstadt zum Überseehafen führt. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll der Seedeich vor dem Fischereihafen folgen. Im gleichen Zeitraum wird an der Geeste ein neues Sturmflutsperrwerk entstehen – eine weitere anspruchsvolle Planungsaufgabe für bremenports.

Auf einen Blick: Der neue Weserdeich
Planung: Hafengesellschaft bremenports
Beginn der Arbeiten: Anfang 2011
Erhöhung: um bis zu zwei Meter
Außenneigung: 1:4
Innenneigung: 1:3
Bodenmaterial: etwa 70.000 Kubikmeter Sand, etwa 35.000 Kubikmeter Kleiboden
Spundwandstahl: etwa 300 Tonnen
Kosten: etwa 6 Millionen Euro
Finanzierung: Bund (70 Prozent) und Land Bremen (30 Prozent)

Foto: bremenports GmbH & Co. KG