Sie sind hier:

Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa

Senator Günthner: Bremen und Indonesien wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen

Delegationsreise setzt Schwerpunkt auf eine verstärkte Kooperation im Bereich der maritimen Qualifizierung – Hafengesellschaft bremenports hat seit 2008 mehrere hundert indonesische Hafenmanager fortgebildet

18.04.2013

An der Spitze einer 14-köpfigen Bremer Wirtschaftsdelegation reist Wirtschafts- und Hafensenator Martin Günthner am Wochenende für mehrere Tage in die Inselrepublik Indonesien. Neben einer Vertiefung der allgemeinen Wirtschaftsbeziehungen geht es darum, die Zusammenarbeit der Hafengesellschaft bremenports mit ihren indonesischen Partnern zu stärken. Die Experten von bremenports bilden seit mehreren Jahren Hafenmanager aus allen Teilen des asiatischen Landes fort und wollen diese Kooperation ausbauen.

"Ich lege Wert darauf, dass unsere Hafengesellschaft ihr maritimes, logistisches und ingenieurtechnisches Know-how in Zukunft noch stärker vermarktet", sagte Günthner am Donnerstag (18.4.2013). Damit könne die stadtbremische GmbH & Co. KG wichtige Einnahmen erzielen und Beschäftigung sichern.

"Bisher waren die indonesischen Häfen kaum in der Lage, die hohen Anforderungen zu erfüllen, die eine moderne Logistik an sie richtet", erläuterte Günthner. "Die Regierung des Landes hat erkannt, dass die Häfen und ihre Verwaltungen modernisiert werden müssen, damit das wachsende Ladungsaufkommen reibungslos abgewickelt werden kann."

Nachdem die indonesische Regierung dem Parlament 2008 ein Gesetz zur Neuordnung der Häfen und der maritimen Dienstleistungen vorgelegt hatte, hat bremenports in der Inselrepublik diverse Fortbildungsmaßahnen für Hafenfachleute, Ministerialbeamte und Planer der verschiedenen Ebenen organisiert. Auftraggeber war und ist die deutsche Bundesregierung über ihre Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Wie bremenports-Geschäftsführer Robert Howe erläuterte, geht es im Prinzip um die Abschaffung eines Monopols von Hafenbetreibern: "Diese Betreiber werden auf ihre Rolle als Umschlagunternehmen zurückgeführt und dem Markt ausgesetzt. In den indonesischen Häfen sollen private Unternehmen tätig werden." Neue Port Authorities werden die Aufgaben einer modernen Hafenverwaltung übernehmen – etwa vergleichbar der Rolle, die bremenports als öffentlicher Infrastrukturdienstleister der bremischen Häfen spielt.

Die Aus- und Fortbildung der indonesischen Hafenmanager wird nicht nur vor Ort betrieben, sondern auch in Bremen und Bremerhaven. Seit 2008 hat bremenports an der Weser etwa 150 indonesische Logistiker und Hafenmanager betreut. Sie wurden theoretisch ausgebildet und konnten sich in Unternehmen über die Alltagspraxis der internationalen Logistik informieren. Darüber hinaus haben Fachleute von bremenports auch an Fortbildungen in Indonesien teilgenommen und die Hafenverwaltungen vor Ort beraten. Auf diesem Wege erreichten die Ausbilder weitere 400 Indonesier.

Während der Delegationsreise wird Senator Günthner den Transport- und den Vize-Agrarminister der Inselrepublik treffen. Gespräche mit den Gouverneuren von Süd-Sulawesi und Ost-Java stehen ebenfalls auf dem Programm. Außerdem werden die Kontakte zur Generaldirektion für Seetransport ausgebaut. Unterredungen mit Verantwortlichen der Hafenverwaltungen in Jakarta, Makassar und Surabaya und mit den Chefs der dortigen Umschlagsbetriebe ergänzen das Programm.

Nennenswerte wirtschaftliche Beziehungen zwischen Indonesien und Bremen lassen sich bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Sie basieren auf dem Tabakhandel. 1959 wurde die Deutsch-Indonesische-Tabak-Handelsgesellschaft gegründet und die Tabakbörse für indonesische Tabake siedelte von Rotterdam nach Bremen um.

"Dass unsere Bremerhavener Experten heute zu den wichtigsten maritimen Beratern der indonesischen Hafenwirtschaft gehören, zeigt die neue Qualität der Zusammenarbeit", sagte Senator Günthner. Neben bremenports-Geschäftsführer Howe nehmen unter anderem Vertreter des Containerterminal-Betreibers Eurogate, der Hochschule Bremen, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, der Ingenieurgesellschaft Inros Lackner AG und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik und Vertreter der Bremer Tabakbörse an der Reise teil.