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Bundesland Bremen

Bremerhavener Multimedia-Projekt gewinnt europäische Auszeichnung

06.12.2004

Das Alfred-Wegener-Institut teilt mit:


Zwei siebte Schulklassen aus Bremerhaven und Gera haben gemeinsam innerhalb eines halben Jahres eine Fernsehsendung über die Polargebiete produziert. Letzte Woche wurde diese Arbeit unter 127 weiteren Beiträgen mit dem 1. Preis des Media Literacy Awards innerhalb der Kategorie Multimedia belohnt. Diese Auszeichnung wird jährlich vom österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur vergeben und richtet sich an Schulprojekte in ganz Europa. In der vierzig minütigen Live-Sendung „Warum Eisbären keine Pinguine fressen“ stellten die 60 Schülerinnen und Schüler aus Bremerhaven und Gera im Fernsehstudio des Offenen Kanals Bremerhaven die Tierwelt, Geologie und Entdecker der Arktis und Antarktis vor. Dabei schlüpften sie in alle Rollen eines Fernsehteams. Vor und hinter der Kamera, am Schnittplatz und im Regieraum bestimmte der Nachwuchs das Geschehen.


Sabine Hartmann, Leiterin des Offenen Kanals Bremerhaven hatte Ende 2003 die Idee, ein multimediales Schulprojekt zu initiieren, in dem Schüler und Schülerinnen die professionelle Medientechnik des Offenen Kanals erlernen und selbständig nutzen. „Dabei lag mir die Vernetzung aus Medienarbeit, Kultur, Pädagogik und Wissenschaft besonders am Herzen“, betont die Projektleiterin Hartmann.


Andreas Froberg, Lehrer der Paula-Modersohn-Schule in Bremerhaven war sofort begeistert und stieß bei den Schülerinnen und Schülern seiner siebten Klasse auf großes Interesse. Auch außerhalb der Schulzeit riss die Motivation der jungen Fernsehmacher nicht ab.Gemeinsam mit dem Medienpädagogen des Offenen Kanals Gera, Mirko Pohl, entwickelten die Bremerhavener ein medienpädagogisches Konzept, welches Projektarbeit zwischen der hiesigen Klasse und Schülerinnen und Schülern des Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium ermöglichte. Aufrechterhalten wurde der Dialog mit zeitgemäßen Mitteln – per E-Mail, Chat und Videokonferenz. Eine gemeinsame Homepage ermöglichte den Austausch der Arbeitsergebnisse, bis die Geraer zur Produktion der Fernsehsendung im Mai diesen Jahres nach Bremerhaven kamen.


Keine Fernsehsendung funktioniert ohne Choreographie, Requisiten und professionelle Moderation. Conny Wischhusen und Jochen Hertrampf vom Kulturladen Wulsdorf sowie der Künstler Matthias Kopka unterstützten die jungen Medienmacher bei der künstlerischen Gestaltung ihrer Produktion und schulten die Schülerinnen und Schüler in den Live-Moderationen.


Um Wissenschaft transparent zu machen, öffneten Dr. Torsten Fischer und Dr. Frank Poppe die Türen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI). Die beiden Mitarbeiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit halfen bei der Recherche, stellten Kontakte zu Wissenschaftlern her und ermöglichten ein Live-Telefonat mit dem Team der Neumayer-Station in der Antarktis.


Der Media Literacy Award ist mittlerweile nach dem Bremer Jugendpreis 2004 und der „Goldenen Göre“ des Deutschen Kinderhilfswerks die dritte Auszeichnung, die an das Schulprojekt „Warum Eisbären keine Pinguine fressen“ vergeben wurde.