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Senatskanzlei

„Wir reichen unsere Hände zum Frieden“

Neujahrsempfang zum jüdischen Rosch ha-Schana im Bremer Rathaus

25.09.2012

Die Obere Rathaushalle mit ihrer besonderen Atmosphäre bot gestern (24.9.2012) den festlichen Rahmen beim Empfang zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana. Bürgermeister Jens Böhrnsen hatte gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde eingeladen und konnte zahlreiche Gäste aus den jüdischen Gemeinden sowie Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Religionen begrüßen. Landesrabbiner Netanel Teitelbaum eröffnete mit einem Gebet die Feier.

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Bürgermeister Jens Böhrnsen bei seiner Rede anlässlich des Empfangs zum jüdischen Neujahrsfest

Bürgermeister Jens Böhrnsen machte in seiner Rede deutlich, wie wichtig es ihm sei, den Neujahrsempfang zum Rosch ha-Schana im Rathaus zu einer Tradition werden zu lassen. Es sei keineswegs selbstverständlich, in Deutschland und in Bremen wieder eine lebendige jüdische Gemeinde zu haben, betonte Böhrnsen. Zugleich distanzierte er sich vom Urteil des Kölner Langgerichts. Dies hatte die Beschneidung von Jungen aus rein religiösen Gründen als strafbare Körperverletzung eingestuft. Jüdischen und muslimischen Eltern müsse keine Nachhilfe in der Liebe zu ihren Kindern gegeben werden, so Böhrnsen.

Elvira Noa, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Bremen, wies auf die tiefe Bedeutung und den Sinn des Neujahrfestes hin. Es sei Zeit zu hinterfragen, was gut gewesen sei und wo man neu anfangen müsse. Noa: „Wir haben Vertrauen in die Politik, in die Gesellschaft, in Deutschland!“ Sie schätze sich glücklich, in Bremen zu sein und in so guter Verbindung und Zusammenarbeit zu den anderen Religionsgemeinschaften zu stehen.

Die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Ellen Überschär, machte in ihrer Ansprache ebenfalls deutlich, dass sie die Diskussion um die Rechtmäßigkeit der Beschneidung nicht für angemessen halte. Ali Kizilkaya, Vorsitzender des Islamrates für die Bundesrepublik, schloss sich seinen Vorrednern an. Die Religionsfreiheit müsse gegen Angriffe geschützt werden. Kein gläubiger Mensch sollte Angst haben müssen, dass sein Gebetshaus geschändet oder geschädigt werde. Dafür jedoch sei stärkere Aufklärungsarbeit nötig.

Die Bremer Integrationswoche, darin waren sich alle Redner einig, sei ein toller Rahmen für solch einen Empfang. Der Landesrabbiner schloss die Veranstaltung mit einem Gebet und den Worten: „Wir reichen unsere Hände zum Frieden“.

Foto: Senatspressestelle