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Senatskanzlei

Stärken und Schwächen in der Ausbildung

26.06.2012
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„Wer vom Fachkräftemangel von morgen spricht, soll über die Mängel der Ausbildung von heute nicht schweigen!“ hieß es in der Einladung zum gestrigen (25.06.2012) Rathausgespräch zum Thema „Fehlende Ausbildungsreife?“. Zu Gast im Bremer Rathaus war die stellvertretende Vorsitzende des DGB, Ingrid Sehrbrock (im Bild rechts). Die Rolle des Gastgebers übernahm in Vertretung von Bürgermeister Jens Böhrnsen Staatsrat Matthias Stauch (im Bild links). Moderiert wurde das Gespräch von Elke Heyduck, Arbeitnehmerkammer Bremen.

Ingrid Sehrbrock machte deutlich, dass es in der Dualen Ausbildung in Deutschland nicht nur Licht, sondern auch Schatten gibt. Deutschland würde zwar weltweit um dieses Ausbildungssystem beneidet, gleichwohl lautete ihre Devise für diesen Abend „über die Stärken reden und von den Schwächen nicht schweigen“. Viele Ausbildungsbetriebe leisten eine vorbildliche Arbeit. Aber viele Betriebe bilden auch überhaupt nicht aus, so die Referentin, und klagen dann trotzdem über fehlende Fachkräfte. In manchen Betrieben, ja ganzen Branchen, liege in puncto Qualität der Ausbildung einiges im Argen. Insbesondere in den weiblich dominierten Ausbildungsberufen im Hotel- und Gaststättengewerbe und in manchen Branchen im Bereich des Handwerks.

Ingrid Sehrbrock: „Wenn in einigen Branchen gut 50 Prozent aller Ausbildungen ohne Abschluss abgebrochen werden, kann das nicht nur an „unfähigen“ Auszubildenden liegen. Dann machen auch die Betriebe etwas verkehrt. Da muss die Frage erlaubt sein: Wem fehlt eigentlich die Ausbildungsreife, den ausbildungswilligen Schülerinnen und Schülern, oder manchen Betrieben?“
Zu dieser und vielen anderen Fragen rund um das Thema Berufsausbildung entspannte sich eine lebhafte Diskussion mit dem fachkundigen Publikum. In einem Punkt waren sich am Ende alle einig: Kein junger Mensch sollte heutzutage ohne eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung ins Berufsleben starten. Um dieses Ziel zu erreichen bedarf es aber noch einiger Anstrengungen aller Akteure, angefangen bei den Auszubildenden selbst, über die Elternhäuser und die Schulen bis hin zur Wirtschaft, die die Verantwortung dafür trägt, genügend Ausbildungsplätze vorzuhalten und die Qualität der Ausbildung zu sichern.

Foto: Senatspressestelle